In Bergkamen und Bönen

Positive Corona-Bilanz: Kaum Verstöße gegen Auflagen

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Abstand halten ist das Gebot der Stunde. Die meisten Bürger in Bönen und Bergkamen halten sich an die geltenden Regeln.

Bergkamen/Bönen – Zehn Wochen nach Beginn der Corona-Krise ziehen die Ordnungsämter in Bergkamen und Bönen eine positive Zwischenbilanz. Demnach halten Bürger und Betriebe die mit der Pandemie einhergehenden Bestimmungen weitgehend ein. Auffälligkeiten gebe es nur selten.

„Wir haben den Eindruck, dass allen der Ernst der Lage bewusst ist und sich große Mühe geben, Verstöße gegen die Schutzverordnung zu vermeiden“, sagt Patricia Höchst, Amtsleiterin in Bergkamen. Auch am zurückliegenden langen Wochenende einschließlich Christi Himmelfahrt sei es sehr ruhig geblieben – selbst auf den Geh- und Radwegen entlang früherer Bahntrassen.

Unterstützung für Ordnungskräfte

In Bergkamen sind sechs Ordnungskräfte im Außendienst tätig, die in Zweier-Teams oder im Rahmen der Ordnungspartnerschaft mit der Polizei zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten unterwegs sind, um nach dem Rechten zu sehen. „Seit dem Ausbruch der Pandemie werden sie noch durch Kollegen aus anderen Fachämtern unterstützt“, berichtet Höchst. Wie viele Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Corona geschrieben wurden, sei noch nicht ausgewertet worden, sagt die Amtsleiterin. „Die Zahlen haben wir noch nicht.“

Laut Höchst werden die Anzeigen zunächst noch von den Rechtsexperten der Stadtverwaltung unter die Lupe genommen. Der Anlass: Im Laufe der Corona-Wochen haben sich die Bestimmungen immer wieder verändert, die Behörde allerdings benötigt naturgemäß Zeit, um reagieren zu können. „Manchmal wurden uns auch in der Nacht Änderungen übermittelt“, erläutert Höchst. Ehe ein Anhörungsbogen verschickt werde, müsse geprüft werden, dass das Verfahren auf einer rechtlich sicheren Grundlage stehe.

Hoher Beratungsbedarf bei Betrieben

Auch der Beratungsbedarf bei den Betrieben ist laut Höchst groß – weil immer wieder neue beziehungsweise verändere Bestimmungen in Kraft träten. „Ich habe die gerade gültigen Fassungen immer an meinem Telefon liegen,“ berichtet die Amtsleiterin. Insgesamt könne man auch den Geschäftstreibenden in Bergkamen ein gutes Zeugnis ausstellen, was die Einhaltung der neuen Regeln angehe.

Dass sich Bürger und Betriebe an die Bestimmungen halten, mag mit Einsicht zu tun haben. Die Bußgelder, die für Verstöße fällig werden, tragen sicherlich auch zum regelkonformen Verhalten bei. Sie liegen teils im höheren vierstelligen Bereich. Wer keinen Mund-Nasenschutz trägt, obwohl er es müsste, zahlt – so ist es kreisweit einheitlich geregelt – beim ersten Mal 50 Euro, bei zweiten Mal schon 100.

„Da herrscht auch manchmal viel Unsicherheit“

Auch in der Gemeinde Bönen würden die Sicherheitsbestimmungen zum Schutz vor dem Coronavirus weitgehend eingehalten, zieht der zuständige Fachbereichsleiter Jörg-Andreas Otte nach zehn Wochen Ausnahmezustand Bilanz. Da sei viel Verständnis bei den Bürgern.

„Da herrscht auch manchmal viel Unsicherheit, was die einzelnen Regeln betrifft“, sagt Otte. Kein Wunder, schließlich haben sich Regeln in den vergangenen Wochen immer wieder geändert, nun werden weitere Lockerungen angekündigt. Was erlaubt ist und was nicht, das ändert sich manchmal von Ort zu Ort. Das verwirrt viele Bürger. „Deshalb setzen wir darauf, den Bürger zu informieren und zu überzeugen, so Otte.

Regelmäßig sind zwei Ordnungskräfte aus dem Rathaus unterwegs, unterstützt werden sie von Kollegen aus der Verwaltung und der Polizei, sodass bis zu sechs Kontrolleure in der Gemeinde im Einsatz sind.

„Sehr gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung“

„Im Großen und Ganzen halten sich die Leute an die Regeln und sind auch einsichtig, wenn es etwa um das Maskentragen oder ungenügende Abstände geht. Wir versuchen es erst mal mit einer Ermahnung, bevor wir sofort ein Bußgeld verhängen.“

Dennoch seien inzwischen in einigen Fällen die Personalien aufgenommen worden für ein Ordnungswidrigkeitenverfahren. Da müsse noch entschieden werden, ob ein Bußgeld verhängt wird.

„In den Geschäften müssen wir kaum kontrollieren. Da sorgen die anderen Kunden schon dafür, dass sich niemand ohne Maske im Laden bewegt und andere gefährdet“, so Ottes Erfahrung.

Auch in der Gastronomie läuft es gut. „Viele Bönener Gastronomen haben sich an uns gewandt, um genau abzuklären, was sie tun können, um ihren Betrieb wieder zu eröffnen und alle Sicherheitsauflagen zu erfüllen. Das ist insgesamt eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung.“

Auch der Vatertag, den viele als kritisch im Auge hatten, wenn trotz Corona viele Bollerwagengruppen unterwegs sein sollten, lief glimpflich ab. „Ich war selber mit dem Rad unterwegs und habe gar keine Gruppen gesehen. Insofern war alles gut“, resümiert Otte. Voller sei es da bei dem schönen Wetter schon auf den Radwegen gewesen.

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