An Hitzetagen Netzausfall bei Helinet

Heißer Verteilerkasten in Nordbögge: Internetanbieter verspricht Kühlung ab Ende Oktober

Der Hitzkopf im Nordbögger Netz: Bei Temperaturen um 30 Grad genügt die Belüftung mit den Schlitzen im Dach des Kabelverzweigers nicht, die Technik steigt aus. Nun rüstet Helinet doch noch eine Klimaanlage nach. Das Bild stammt von früheren Arbeiten.
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Der Hitzkopf im Nordbögger Netz: Bei Temperaturen um 30 Grad genügt die Belüftung mit den Schlitzen im Dach des Kabelverzweigers nicht, die Technik steigt aus. Nun rüstet Helinet doch noch eine Klimaanlage nach. Das Bild stammt von früheren Arbeiten.

Nach wiederkehrenden Beschwerden über Netzausfälle an heißen Tagen rüstet Helinet nun doch den störanfälligen Verteiler in Nordbögge mit einer Klimaanlage aus. 

Bönen – Wenn die Tage wieder kühler werden, soll in der Internetversorgung der Helinet-Kundschaft in Nordbögge nichts mehr heiß laufen – außer dem eigenen Rechner eventuell. Das kuriose Hitzeproblem mit dem deswegen kontinuierlich „beschatteten“ Verteilerkasten Ecke Hammer Straße/Hubertstraße will das Unternehmen jedenfalls bis Ende Oktober durch den Einbau eines Klima-Aggregates lösen.

So hat es zu Wochenbeginn Matthias Pomplun im Namen des Stadtwerke-Konsortiums auf Anfrage des Westfälischen Anzeigers mitgeteilt – und zugleich Geschäftsführer Dr. Thomas Vollert Bönens Bürgermeister Stephan Rotering und Daniel Schumacher in Nordbögge.

Bürgermeister hakte nach, Rat wurde hellhörig

Die beiden verbindet, dass sie sich nach dem erneuten Kollaps des Systems an den heißen Tagen Mitte Juni schriftlich an den Helinet-Chef gewandt hatten. Der eine als Mitinitiator des Bürgeraufrufs für den Breitbandausbau im Ortsteil und nun frustrierter Kunde, der andere im Namen gleich aller Betroffener. Das hatte der Verwaltungschef Anfang Juli bei der Erörterung des Problems im Rat mitgeteilt.

Gerührt hatte sich die Helinet-Geschäftsführung danach nicht, bis Rotering zu Wochenbeginn mal nachfasste, wie es um die Antwort so steht – und die Redaktion bei beiden dasselbe tat. Seitdem wird fleißig gemailt. Daniel Schumacher ist beispielsweise noch nicht zufrieden, aber dazu gleich mehr.

Klimagerät soll Ende Oktober laufen

Was den „Hotspot“ Nordbögge anbelangt, so soll der bald Geschichte sein. „Wir werden den Verteilerkasten mit einer aktiven Kühlung aufrüsten“, kündigte Pomplun an. „Die Klimaanlage ist bestellt, die Lieferung aber verzögert. Doch spätestens Ende Oktober soll das Teil installiert sein.“

Wenn dann die Sonne irgendwann nach den dunklen und kalten Tagen wieder auf den Schaltschrank brennt, soll sich an der Schnittstelle der Glasfaserleitung zu den alten Telekom-Drähten zu den Häusern kein Bauteil mehr wegen Überhitzung vom Dienst abmelden. Damit das gegenwärtig nicht geschieht, ist der Kasten, wie in Vorjahren schon, provisorisch mit einem Bauzaunelement als Schattenspender abgedeckt.

Die Technik hat so ihre Tücken

Nicht behoben ist damit das Problem, dass die hier übergangsweise eingesetzte Vectoring-Technik (Glasfaser/Kupfer) teils nicht die erhofften – Kritiker sagen: auch mit der Monatsgebühr bezahlten – Leistungen erreicht. Damit hadert unter anderem eben Daniel Schumacher, der unter Corona zuletzt im Homeoffice darauf angewiesen war, mit dauerhaft angemessener Kapazität seinen Job als Vertriebschef wie in der Firma erledigen zu können.

Ihn treibt nun noch etwas um: „Ich habe auf meiner Abrechnung gesehen, dass mir in den vergangenen zwei Monaten weniger abgebucht worden ist“, berichtet er. „Ich hoffe doch, dass Helinet mit allen anderen auch so verfährt. Ich möchte keine bevorzugte Behandlung“, sagt der Nordbögger, der das Problem im Juni öffentlich benannt hatte.

Nordbögger vermisst offensive Information

Auf die Beschwerde vor gut und gern sechs Wochen reagierte Dr. Vollert nun am Montag mit einer E-Mail. Aber Schumacher hadert damit. „Die Auskunft ist im Kern dieselbe, wie wir sie seit zwei Jahren bei jeder Beschwerde über die Hotline bekommen.“ Außerdem vermisse er die schriftliche Information der Nordbögger per Bürgerbrief. Das habe Vollert ihm zugesichert.

Wie es sich damit verhält, muss Matthias Pomplun – ein Bönener übrigens, mit den Gegebenheiten vertraut – im eigenen Hause noch einmal klären. Ehe er zu Schumachers Einlassungen Auskunft gibt, will er sich auch den Sachverhalt mit der Monatsrechnung genau ansehen.

Bürgermeister Rotering vertraut nun darauf, dass Helinet die angekündigte Verbesserung umsetzt. Corona habe mit Homeoffice und Distanzunterricht schmerzlich vor Augen geführt, „wie wichtig die Verfügbarkeit ausreichender Bandbreiten ist. Da ist die Gemeinde leider nicht gut aufgestellt.“

Breitbandausbau dauert noch Jahre

Zumal der gemeinsame Ausbau mit Kamen und Bergkamen über den Eigenbetrieb fürs Breitbandnetz bekanntlich nicht vor 2023/24 Erfolge bescheren wird. In Nordbögge habe seinerzeit der Gemeinschaftssinn der Dörfler immerhin die Anschlussquote von 40 Prozent für den eigenwirtschaftlichen Ausbau durch Helinet überschritten. (Das Unternehmen ist auch künftiger Dienstleister für den Breitbandbetrieb).

Rotering: Lammentieren hilft nicht

„Im Zentralort sieht es anders aus, leider, leider“, erinnerte der Bürgermeister daran, dass dort 2018 der Aufruf am mangelnden Interesse gescheitert sei. „Hätte, hätte, Fahrradkette“, so Rotering. „Lammentieren hilft uns nicht weiter. Es ist jetzt, wie es ist. Damit müssen wir nun umgehen.“

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