Bahnhofstunnel: Viel Zustimmung, aber auch eine kritische Stimme

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In Bönen ist man sich weitgehend einig: Der Bahnübergang muss weg.

Bönen - Fast alle Bönener sehnen einen Autotunnel am Bahnhof herbei. Dieses Meinungsbild spiegelt sich auch in der Politik wider. Eine kritische Stimme war nun dennoch zu vernehmen.

„Wir befinden uns im Jahr 2020 nach Christus, ganz Bönen sehnt sich nach dem Bahnhofstunnel... Ganz Bönen. Nein!“ – Mit einer Anlehnung an die ersten Sätze jedes Asterix-Heftes lässt sich in etwa beschreiben, wie der Hauptausschuss am Donnerstagabend den jüngsten Beitrag aus den Reihen der Grünen zu dem „Jahrhundertprojekt“ der Gemeinde teils verwundert zur Kenntnis genommen hat. Da gab Gerrit Heil den „unbeugsamen Gallier“, um sprachlich im Bild zu bleiben, und votierte als einziger gegen das „Update“ der Planung, die dort nur zur Kenntnis zu nehmen war. 

Apropos zur Kenntnis genommen: Das gilt in Bezug auf den Einwand des Parteifreundes – hier werde eine schädliche „Dorfautobahn“ geschaffen – auch für Grünen-Fraktionschef Friedhelm Lange. Der hörte duldsam zu, um dann mit allen anderen den Willen zu bekräftigen, die Planabsichten auch in die Tat umzusetzen. 

"Tunnel großer Wunsch der Bevölkerung"

Heil forderte dagegen, es bei dem für den Bahnhofsumbau projektierten Tunnel für Radler und Fußgänger zu belassen, damit Wohnattraktivität und Wirtschaft nicht unter die Räder kommen, die der Grüne durch den Autotunnel anrollen sieht. 

„Ich habe aus vielen Gesprächen mitgenommen, dass der Tunnel großer Wunsch der Bevölkerung ist“, hielt Bürgermeister Stephan Rotering dagegen. Zudem beschränke sich die Planung nicht einzig darauf, sondern ziele auf die Gestaltung des gesamten Umfeldes und Anforderungen der „Mobilität der Zukunft“ ab. Außerdem spiele beim Bahnübergang die Sicherheit eine Rolle und der bittere Umstand, „dass Rettungswagen und Feuerwehr vor der Schranke stehen, während auf der anderen Seite dringend Hilfe erwartet wird“. 

Bürgerbeteiligung soll nach dem Sommer starten

Thomas Köster (SPD) bemühte die lange Vorgeschichte und kam zu dem Schluss, dass beidseits des Tunnels eine Ampel vonnöten sein werde, um den Kfz-Verkehr zu steuern. Friedhelm Lange verwies im Gegenzug auf die geplanten Kreisverkehre und darauf, dass die Gemeinde die Verkehrslenkung ja sowieso in der Hand habe. 

Ein gutes Stichwort für Fachbereichsleiter Robert Eisler: Die Entwürfe für die neue Bahnhofsstraße-Ost, von der Schranke bis zur Rhynerner Straße, seien in der Schlussbearbeitung. Mit der vorgezogenen Bürgerbeteiligung nach der Sommerpause soll die Diskussion darüber eröffnet werden.

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