Lockerung mit strengen Auflagen im Seniorenzentrum

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Das Awo-Seniorenzentrum ist sehr um die Hygienemaßnahmen bemüht.

Bönen – Die gute Nachricht wollte Ralf Degenhardt-Ruhoff gleich loswerden. Der Leiter des Awo-Seniorenzentrums teilte einer Frau, die gerade zufällig im extra errichteten Besuchspavillon mit ihrem Vater zusammensaß, mit, dass sie mit ihm künftig auch einen Spaziergang unternehmen könne. Strenge Schutzregelungen gelten allerdings auch dann.

Seit Muttertag, also seit rund zwei Wochen, dürfen die Bewohner der Pflege- und Altenheime wieder Besuch empfangen, nachdem sie wochenlang zu ihrem eigenem Schutz vor dem Coronavirus isoliert waren.

Kontakte sind sehr wichtig

„Wir sind sehr froh, dass die Regierung die Öffnungen erlaubt hat. Die Kontakte sind für unsere Bewohner sehr wichtig“, sagt Degenhardt-Ruhoff. Die Bilanz der vergangenen Wochen sei gut, das erarbeitete und aufwendige Hygiene-Konzept hätte funktioniert. „Wir sind zurecht gekommen. Die Besucher haben sich gefreut“, meint der Einrichtungsleiter. Emotionsausbrüche hätten sich allerdings in Grenzen gehalten.

Damit die Angehörigen nicht in das Haus müssen, haben die Mitarbeiter des Seniorenzentrums neben dem Eingang einen Pavillon aufgebaut, drinnen sind jeweils zwei sich gegenüberstehende Stühlepaare mit großem Abstand, dazwischen eine große durchsichtige Folie.

Strenge Regeln

Für eine halbe Stunde dürfen Bewohner nach einem vorher ausgemachten und sehr begehrten Termin, von innen in das Zelt gehen, mit ihren Lieben reden – ohne Kontakt natürlich. Danach wird alles desinfiziert, bevor am Nachbarplatz der nächste Besuchstermin beginnt. „Das Einwirken des Desinfektionsmittel dauert etwa eine halbe Stunde“, erklärt Betreuungsassistentin Inge Luxem.

Eine zusätzliche Pflegedienstmitarbeiterin überwacht, dass die Regeln eingehalten werden und desinfiziert die Hände des Bewohners, ehe dieser wieder auf sein Zimmer geht. „Das ist ein riesiger Personalaufwand“, sagt Degenhardt-Ruhoff. Doch dieser sei nötig, damit das Virus nicht ins Heim eindringe. Die Vorfälle in Fröndenberg sind allen eine Warnung.

Auch bettlägrige Bewohner können besucht werden

Das Awo-Seniorenzentrum ermöglicht den Angehörigen auch Besuche von bettlägerigen Patienten, die nicht in den Pavillon kommen können. Dann gilt komplette Vermummungspflicht, mit Einweganzug, Handschuhen, Gesichtsmaske und Fußüberzug. „Wir schotten uns selber ab“, lässt Degenhardt-Ruhoff in allen Bereichen Vorsicht walten.

Mit der neuen Möglichkeit, einen Spaziergang zu unternehmen, gibt das Seniorenzentrum nun einen Teil der Kontrolle ab. Eine Mitarbeiterin abzustellen, sei nicht zu leisten. „Da sind die Angehörigen gefordert und gefragt, dass keine Fremdkontakte dazukommen“, sagt Degenhardt-Ruhoff. Ein Rollstuhl, der nachher wieder desinfiziert wird, darf geschoben werden, Berührungen sind aber zu unterlassen. Das gibt er der Dame im Pavillon gleich mit auf den Weg.

Froh über Lockerungen, Wunsch nach weiteren

„Wir sind froh, dass diese Lockerungen da sind. Wir sind an einem Punkt, an dem wir lockern müssen“, sagt der Leiter nach den vielen Wochen Besuchsverbot.

Besuchszeiten
Montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16.30 Uhr, mittwochs nur vormittags. Am Wochenende von 10 bis 16.30 Uhr. Terminvereinbarung unter Telefon 680, montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr.

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