Mindestausstattung für Flüchtlingsunterkünfte

Ausschussmitglieder diskutieren über SPD-Antrag

Die Flüchtlingsunterkünfte in Bönen sind nur mit dem Notwendigsten ausgestattet
+
Die Flüchtlingsunterkünfte in Bönen sind nur mit dem Notwendigsten ausgestattet

Bönen – Können Kinder ihre Hausaufgaben am Küchentisch machen oder brauchen sie einen eigenen Schreibtisch? Gehören Vorhänge zum Verdunkeln zur Grundausstattung? Und ist ein Staubsauger unbedingt erforderlich, um die Wohnung sauber zu halten? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen die Bönener SPD-Fraktion, und Ratsfrau Ute Brüggenhorst stellte sie am Donnerstagabend in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

Diskutiert wurde in der Aula des Marie-Curie-Gymnasiums über die Mindestausstattung der Unterkünfte für Geflüchtete in der Gemeinde. Die Sozialdemokraten haben dazu einen umfangreichen Antrag gestellt, die Verwaltung eine entsprechende Vorlage erarbeitetet. Sie schlägt vor, ein Konzept zur Gestaltung der Außenflächen zu erstellen und darin die im Antrag genannten Aspekte für diesen Bereich zu berücksichtigen. Außerdem folgen die Verantwortlichen im Bönener Rathaus der SPD darin, dass die Gemeinschaftsunterkünfte abschließbare Türen und Briefkästen bekommen sollten und die Satelliten- und Telefonanschlüsse so zu ergänzen sind, dass in allen Wohnungen Anschlüsse vorhanden sind. Darüber hinaus seien die Unterkünfte jedoch ausreichend und zweckmäßig ausgestattet, teilt der Fachbereich den Politikern mit.

Ute Brüggenhorst ging dieser Beschlussvorschlag nicht weit genug. „Es muss doch eine Möglichkeit geben, die Wohneinheiten so auszustatten, dass niemand von Außen hinein kommt, aber die Menschen von innen raus, etwa im Brandfall?“, hakte Brüggenhorst nach.

Abstimmung in der nächsten Ratssitzung

Zudem gebe es durchaus den gesetzlichen Zwang, schulpflichtigen Kindern einen Schreibtisch zu stellen oder größere Betten, wenn Kinder dem Babybett entwachsen sind. Sie mahnte ihre Ausschusskollegen, dass die Menschen auf viele dieser Dinge einen Anspruch hätten und der Antrag an einigen Stellen so gar nicht abzulehnen sei.

Für Fachbereichsleiter Jörg-Andreas Otte sind das aber zwei paar Stiefel, wie er sagte. Zum einen gebe es laut Regelbedarfs-Ermittlungsgesetz Leistungen, die die Gemeinde erbringen muss und auch erbringe. Zum anderen gebe es persönliche Bedürfnisse von Einzelnen, die jeweils individuell geprüft werden müssten.

Zu einer Entscheidung konnte sich die SPD-Fraktion noch nicht durchringen und bat darum, die Abstimmung über den Beschlussvorschlag auf die Ratssitzung in der kommenden Woche, am Donnerstag, 8. Oktober, zu verschieben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare