Da geht noch was: Ausbildungsbilanz 2019 vorgestellt

+
Trafen sich zum Austausch über die Ausbildungsbilanz des Kreises Unna in der Humboldt Realschule: Landrat Michael Makiolla (3. von rechts) sowie Experten der Agentur für Arbeit, IHK, Handwerkskammer, WFG, DGB und Vertreter der HRS wie Schulleiterin Petra Coerdt (5. von links).

Bönen – Schulen sind der Ort, wo die Weichen für das berufliche Leben gestellt werden. Deshalb trafen sich Vertreter des Kreises, der Agentur für Arbeit, IHK, Handwerkskammer, WFG und DGB erstmals nicht in einem Unternehmen, sondern in der Humboldt-Realschule zur Ausbildungsbilanz 2019.

Die Bönener Schule hat bereits zum dritten Mal das Qualitätssiegel Schule und Beruf erhalten. „Das zeigt, welche herausragende Qualität hier geleistet wird in Sachen Berufsvorbereitung“, betonte Landrat Michael Makiolla. 

Eine Kreidetafel ersetzte deshalb die Power-Point-Präsentation in einem Klassenraum der Bönener Realschule. Der passende Ort, um die Ausbildungsbilanz des Kreises zu diskutieren, fand auch Gastgeberin Petra Coerdt. „Ein wichtiger Baustein ist die Berufswahlvorbereitung mit den einzelnen Bausteinen“, sagte die Schulleiterin. „Unsere Schüler sollen später selbstständig und eigenverantwortlich handeln können. Das muss man einüben. Wenn unsere Schüler später erfolgreich im Beruf sein sollen, dann müssen sie Strategien an die Hand bekommen, um Lernen zu lernen.“ 

Eltern denken oft, eine Ausbildung sei nicht gut genug

„Wir sind ein größeres Team, das in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Praktika, Berufsfelderkundungstage, Besuche von Ausbildungsmessen und Beratungsgespräche durchführt, so HRS-Lehrer Peter Lange. Ein Problem bei der Berufswahlvorbereitung sei die Einstellung der Eltern, die finden, eine Ausbildung reiche heute nicht mehr – ohne Abitur und Studium könnten ihre Kinder nichts erreichen. „Unser Ziel ist es, Potenziale erkennen und Perspektiven aufzeigen. Das können die Schulen nicht alleine leisten, sondern im Zusammenspiel mit allen Beteiligten.“ 

Wer keinen Ausbildungsplatz findet, der wird vom Jobcenter betreut. „Es ist extrem aufwendig, junge Menschen in Ausbildung und Beruf zu bekommen. 35 Prozent unserer ,Klienten’ haben keinen Hauptschulabschluss, 96 Prozent haben keinen Berufsabschluss“, sagte Geschäftsführer Uwe Ringelsiep. „Wir gehen auch vereinzelt in die Schulen, als Ergänzung zur Agentur für Arbeit. Wir versuchen, über Praktika junge Menschen vermehrt ins Handwerk zu bringen. Denn da gibt es eine Vielzahl an attraktiven Berufen und Ausbildungsstellen, die oft nicht besetzt werden können.“ 

Auch die Verdienstmöglichkeiten seien besser, als oft bekannt, betonte Jutta Reiter, Geschäftsführerin DGB Dortmund-Hellweg: „Ein Facharbeiter verdient oft mehr als ein Bachelor.“ Grundsätzlich schätzte sie die Situation so ein: „Es ist besser geworden, aber noch nicht gut.“ 

Thomas Helm (Mitte) von der Agentur für Arbeit stellte die aktuellen Zahlen vor. Landrat Michael Makiolla gab seine Einschätzung ab, Cordula Cebulla moderierte das Treffen.

„Wir haben bewusst diese Schule als Veranstaltungsort ausgewählt, um auf die Diskrepanz zwischen den Interessen der Arbeitgeber und der Schulabgänger hinzuweisen“, so Thomas Helm von der Agentur für Arbeit. Der Fachkräftemangel könne nur durch vermehrte Ausbildung in den Betrieben beseitigt werden. „Auch in diesem Jahr wird es wieder junge Menschen geben, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, und Betriebe, die Ausbildungsplätze nicht besetzen konnten. Diese Werte weiter zusammenzubringen, ist unsere Aufgabe.“ Denn grundsätzlich sei die Ausbildungssituation auch in Bönen ganz gut.

 „Wir sind auf dem richtigen Weg“, bilanzierte Landrat Michael Makiolla, der 2014 das Startzeichen für ein Programm gab, um Jugendarbeitslosigkeit im Kreis zu halbieren. „Wir haben uns um den Übergang von Schule in den Beruf kontinuierlich gekümmert und erstmals seit den 1970er Jahren weniger als 500 Arbeitslose bei den unter 25-Jährigen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare