Notbremse greift in Bönen:

Vor dem Haareschneiden testen lassen

Aufgrund der Notbremse gilt für den Frisörbesuch die Testpflicht.
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Seit Samstag bekommt nur derjenigen einen Haarschnitt von Frisörmeister Mario Filler, der einen negativen Coronatest vorweisen kann.

Bönen – Schließen, öffnen, wieder schließen, wieder öffnen. Ein Hygienekonzept aufstellen, es umsetzten und dann anpassen, dann noch einmal nachbessern. Frisörmeister Mario Filler muss sich ständig über die aktuelle Corona-Schutzverordnung informieren, um nicht aus Versehen gegen die geraden geltenden Maßnahmen zu verstoßen.

Durfte er etwa zunächst noch ein „Faceshield“ bei der Arbeit tragen, musste es danach die OP-Maske sein. Jetzt ist eine FFP2-Maske Pflicht für den Handwerker. Und mit der Notbremse muss Mario Filler nun zusätzlich darauf achten, dass kein Kunde seinen Salon ohne einen negativen Corona-Schnelltest betritt, der nicht älter als 24 Stunden ist. „Click, Test and Meet“ also auch beim Frisör.

Beschlossen wurde die neue bundesweite Verordnung bei einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 100 am Donnerstag, zwei Tage später war sie Fakt. Kein Wunder, dass Mario Filler und seine Mutter Susanne Filler, mit der er gemeinsam sein Geschäft betreibt, am Samstag einige Kunden erst auf diese neue Pflicht hinweisen musste. Wer dann noch spontan einen Termin in einem der Bönener Schnelltestzentren ergattern konnte, hatte Glück. Notfalls mussten sich die Kunden einen Selbsttest in der Apotheke besorgen.

„Dass die Bundesregierung das vorhatte, wusste ich ja. Und dann haben gleich einige Kunden angerufen“, erzählt der Bönener. Dass der Bund aber bereits zwei Tage später auf die Notbremse tritt, findet er ziemlich kurzfristig. „Ich versuche wirklich alles umzusetzen, was gefordert wird. Aber bei dem ganzen Hin und Her wäre eine gewisse Karenzzeit wünschenswert “, sagt er. Viele Menschen wären inzwischen „Reizüberflutet“ von den ganzen Corona-Nachrichten und müde, sich alles anzuhören und anzusehen. Daher würde eben nicht alles sofort bei allen ankommen. Das gelte ebenso für einige Kunden.

Übersicht vor Ort fehlt

„Die Informationspolitik ist super schlecht“, bemängelt der Geschäftsinhaber außerdem. Selbst wenn viele Regeln seine Branche betreffen, muss er sich immer wieder selbst darum bemühen, alle relevanten Informationen zu bekommen. Ein Rundbrief an alle Frisöre in Bönen oder im Kreis Unna gibt es nicht.

„Ich google im Internet. Aber es ist schwierig, bei den ganzen Änderungen einen Überblick zu haben und das zu finden, was man braucht.“ Filler wünscht sich zum Beispiel eine Internet-Seite, auf der ganz konkret für den Kreis oder die Gemeinde beschrieben wird, wer was beachten muss – und das möglichst umgehend, wenn eine neue Verordnung in Kraft tritt.

Hilfreich sei da die schon mal die Seite des Kreises Unna, findet er. Auf der Homepage der Gemeinde hat er hingegen bisher vergeblich nach Hinweisen gesucht. „Die Gemeinde könnte uns auch etwas schicken“, wünscht er sich als Gewerbetreibender im Ort mehr Unterstützung.

Mit dem hiesigen Ordnungsamt habe er aber bislang gute Erfahrungen gemacht. „Anfangs waren die Mitarbeiter ein paar Mal hier. Ende vergangenen Jahres, kurz vor dem Lockdown, war dann zuletzt eine Mitarbeiterin im Laden und hat uns darauf hingewiesen, dass die Faceshields, die wir getragen haben, nicht mehr zulässig sind. Sie war aber sehr nett“, berichtet Filler.

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