Archäologen entdecken Spuren im Inlogparc

Bei den Bauarbeiten am Vorfluter entlang der Autobahn 2 wurden die Überreste aus vorchristlicher Zeit entdeckt.

BÖNEN ▪ Bönen ist nachweislich erst rund 1000 Jahre alt. Menschen haben auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde allerdings schon vor weit mehr als 2000 Jahren gelebt. Entsprechende Spuren haben Ärchäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) bereits im Sommer im Zuge der Bauarbeiten im Inlogparc entdeckt, wie erst jetzt bekannt wurde.

„Ja, bei den Arbeiten zu den Entwässerungsgräben entlang der Autobahn sind wir auf Siedlungsreste aus der vorrömischen Eisenzeit gestoßen“, bestätigte gestern Professor Dr. Michael Baales. Dabei handele es sich um Abfallgruben, die „sogar mit recht vielen Keramikscherben vollgepackt“ gewesen seien, erklärte der Leiter der Außenstelle Olpe des LWL-Fachamtes für Archäologie. Die Scherben würden vermutlich aus einer jüngeren Periode des Zeitraums zwischen 800 vor Christi Geburt und dem Jahr 0 stammen, so Baales, der im Dezember sogar einmal selbst in Bönen mitgebuddelt hatte. Die Überreste seien zunächst sichergestellt worden und würden nun untersucht. Außerdem seinen die ärchologischen Arbeiten in diesem Bereich noch lange nicht abgeschlossen. „Wir werden noch erkunden und abklären, wie groß diese Ansiedlung war. Zur Zeit kommen wir leider nicht weiter. Die gesamte Baustelle muss wegen der Witterung ruhen“, sagte Baales. Im Moment seien keine weiteren Grabungen möglich, weil alles unter Wasser stehe.

Eine große Überraschung seien die Funde aus Sicht der Ärchäologen allerdings nicht. „Wir wissen, dass es entlang des Hellwegs von Dortmund bis nach Ostwestfalen zahlreiche alte Ansiedlungen gegeben hat“, erläuterte der Experte für Ur- und Frühgeschichte.

Die Entdeckung in Bönen sei kein Zufall gewesen. Als sogenannter Träger öffentlicher Belange sei die für den gesamten Regierungsbezirk Arnsberg zuständige LWL-Außenstelle in Olpe schon im Vorfeld über die Bauarbeiten im Bereich des Inlogparcs informiert gewesen und hätte diese entsprechend vor Ort begleitet. „Die Abfallgruben mit den Scherben haben wir dabei selbst entdeckt“, erzählte Baales.

Fachbereichsleiter Horst Becker von der Gemeindeverwaltung kündigte an, dass gemeinsam mit der für die Erschließung des Inlogparcs zuständigen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Kreises Unna Probebohrungen veranlasst werden, um möglicherweise weitere Auffälligkeiten im Boden zu entdecken und mehr aus der Siedlung in vorchristlichen Zeiten zu erfahren. Sobald die Witterung es zulasse, könnten die Arbeiten an dem Entwässerungsgraben allerdings fortgesetzt werden. Die ärchäologischen Erkundungen würden parallell dazu weiterlaufen. ▪ li

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