Aktuell 789 Bönener ohne Job

Corona bringt 20 Prozent Arbeitslose mehr - aber die Agentur sieht ersten Aufwärtstrend

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Das Virus lässt auch die Wirtschaft fiebern: Entlassungen, Kurzarbeit auf Rekordniveau. Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels:

Bönen - Die Pandemie schlägt sich am Arbeitsmarkt nieder. Doch es gibt Hoffnung. „Die Auswirkungen von Corona auf den Arbeitsmarkt haben spürbar nachgelassen. Der moderate Anstieg an Arbeitslosen im August ist nahezu vollständig saisonal bedingt“, interpretiert Thomas Helm, Chef der Agentur für Arbeit in Hamm, die Entwicklung im Kreis Unna. Laut Statistik stieg die Zahl der Arbeitslosen im August im Kreis um 157 auf 17.545. Im Vergleich zu August 2019 stieg die Arbeitslosigkeit damit um 2.965 Betroffene, das sind 20,3 Prozent mehr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Punkte auf 8,2 Prozent.

In Bönen 338 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr

In Bönen war ein ganz leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit zu spüren. Drei Bönener meldeten sich im August neu arbeitslos, die Zahl der Beschäftigungslosen liegt somit bei 789 Männer und Frauen in der Gemeinde. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein deutlicher Anstieg: Im August 2019 waren 595 Bönener bei der Arbeitsagentur registriert, die ohne Beschäftigung waren. Zurzeit suchen 451 Männer und 338 Frauen aus Bönen eine neue Arbeitsstelle; die meisten von ihnen, nämlich 264, jedoch bereits seit mehr als einem Jahr. Ansonsten sind es mit 144 Arbeitnehmern über 55 Jahren vor allem ältere Bönener, die arbeitslos sind.

"Bekenntnis zur Beschäftigungssicherung"

Thomas Helm zeigt sich aber optimistisch, dass sich dieser Trend wieder ändern kann. „Obwohl in den Hauptferienmonaten klassischerweise weniger Neueinstellungen vorgenommen werden, konnten im August deutlich mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit zugunsten einer Beschäftigung beenden als noch im Juli. Zeitgleich mussten sich auch weniger Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos melden – beide Tendenzen gepaart mit weiter steigendem Stellenbestand sind ein deutliches Bekenntnis zur Beschäftigungssicherung auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna“, urteilt der Agenturchef. 

60.182 Beschäftigte in Kurzarbeit

Noch sind allerdings viele Menschen in Kurzarbeit. Seit Anfang März sind laut Arbeitsagentur 3.630 Anzeigen auf Kurzarbeit für 71.230 Beschäftigte bei der Arbeitsagentur eingegangen. Damit sind oder waren rund die Hälfte (52,7 Prozent) aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen. Mittlerweile liegen aber Hochrechnungen für die tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit für März und April vor, die nahelegen, dass die realisierte Kurzarbeit weniger Beschäftigte betrifft oder betraf als erwartet. Wurden bis April insgesamt 63.236 potenziell betroffene Beschäftigte gemeldet, trat Kurzarbeit in diesen beiden Monaten nach jetzigem Stand jedoch für 60.182 ein. Zum Vergleich: Während der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 zeigten knapp 780 Betriebe für rund 16.600 Menschen im Agenturbezirk (Hamm und Kreis Unna) Kurzarbeit an.

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