Pandemie trübt Einstellverhalten der Unternehmen

Arbeitslosigkeit steigt in Bönen und im gesamten Kreis Unna

Agentur für Arbeit
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Die Agentur für Arbeit meldet 16,1 Prozent mehr Arbeitslose im Januar

Bönen/Kreis Unna - Im Kreis Unna stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 1020 auf 17 051. Das meldet die Agentur für Arbeit in ihrem aktuellen Arbeitsmarktreport. Im Vergleich zu Januar 2020 stieg die Arbeitslosigkeit somit um 2367 (plus 16,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,5 Punkte auf acht Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 6,9 Prozent. In allen zehn Kommunen des Kreises stieg die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat. 

Den niedrigsten Anstieg verzeichnete Selm (plus 2,7 Prozent – 26 auf 977), gefolgt von Lünen (plus 4,1 Prozent – 192 auf 4845). An dritter Stelle liegt Bergkamen (plus 5,3 Prozent – 128 auf 2537), gefolgt von Bönen plus 6,8 Prozent – 48 auf 757). Es folgen Fröndenberg (plus 7,3 Prozent), Kamen (plus 7,7 Prozent), Werne (plus acht Prozent), Holzwickede (plus 8,3 Prozent), Unna (plus 8,8 Prozent) und Schwerte (plus 10,2 Prozent).

In Bönen waren im Januar insgesamt 757 Menschen erwerbslos gemeldet, im Dezember 2020 waren es 709, im Vorjahr 628. Der Anteil der Männer beträgt aktuell 458 (429 im Vormonat, 367 vor einem Jahr), der Frauenanteil liegt bei 299 (280 im Vormonat, 261 im Januar 2020). Unter den Betroffenen sind 288 Langzeitarbeitslose (279 im Vormonat, 216 im Vorjahr). Die größte Altersgruppe ist die der über 55-Jährigen mit einem Anteil von 163 (149 im Dezember, 136 im Vorjahr).

„Anstieg zu Jahresbeginn normal“

„Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Kreis hat sich im Januar deutlich eingetrübt“, beschreibt Agenturchef Thomas Helm die Entwicklung. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit sei zwar auffällig, relativiere sich jedoch im Vergleich zu den Vorjahren: „Ein Anstieg zu Jahresbeginn ist völlig normal und keine direkte Folge der Pandemie. Er fällt zwar höher aus als im vergangenen Jahr, jedoch niedriger als vor zwei Jahren.“

Zu den Gründen äußert der Arbeitsmarktexperte: „Naturgemäß wird gerade in den witterungsabhängigen Außenberufen im Winter weniger gearbeitet und Personal benötigt.“ Eine Besonderheit in Corona-Zeiten kennt Helm aber doch: „Wo sonst im Januar Saisonkräfte aus Gastronomie, Hotellerie und Eventbranche arbeitslos wurden, stellen wir dieses Jahr keine derartigen Effekte fest. Sie befinden sich entweder in Kurzarbeit und damit in Beschäftigung oder wurden im vergangenen Jahr nicht wieder eingestellt.“

Die Verlängerung des Lockdowns mache es für Unternehmen schwer, verlässlich zu planen. Entsprechend vorsichtig sei das derzeitige Einstellungsverhalten. Dennoch geht Helm von einer Frühjahrsbelebung im März und April aus. Bis dahin rechnet er jedoch mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit.

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