Arbeitslosenzahlen im Kreis Unna

Noch nie so viel Kurzarbeit im Kreis wie 2020

Arbeitsagentur gibt Zahlen bekannt
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Der Dezember brachte eine kleine Erleichterung auf dem Arbeitsmarkt, der im Januar droht wieder ein Anstieg.

Zumindest der Abschluss des Corona-Jahres 2020 zeigte sich auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna versöhnlich. „Der Arbeitsmarkt hat sich auch in den vergangenen vier Wochen aufnahmefähig gezeigt und so ging trotz Lockdowns und unsicherer Planungsgrundlage für die Unternehmen die Zahl der Arbeitslosen weiter zurück“, bilanzierte Agenturchef Thomas Helm. Genaugenommen sank die Menge der gemeldeten Arbeitslosen um 88 Personen auf 16 031.

Kreis Unna – Doch die Veränderung war nicht nur ziemlich gering, sodass die Arbeitslosenquote mit Blick auf den November bei 7,6 Prozent stagnierte, Helm stellte anhand der sinkenden Abgänge in die Arbeitswelt auch eine Abnahme der Dynamik fest: „Diesen Effekt haben wir bereits während des ersten Lockdowns beobachtet. Auch damals nahm die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen ab.“

775 Personen beendeten ihre Arbeitslosigkeit zugunsten eines Erwerbs, 177 weniger als im Vormonat (-18,6 Prozent). Helm rechnet wegen der Unsicherheiten bezüglich der Pandemie und der Maßnahmen dagegen sowie der allgemein nachlassenden Einstellungsbereitschaft der Unternehmen im Winter zudem mit steigenden Arbeitslosenzahlen zu Jahresbeginn.

Kurzarbeit auf absolutem Rekordniveau

Die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt werden erst beim Blick auf das Vorjahr deutlich. Im Vergleich mit dem Dezember 2019 stieg die Arbeitslosigkeit um 14,4 Prozent, die Arbeitslosenquote hatte damals bei 6,6 Prozent gelegen. Auch im Jahresschnitt zeigt sich eine deutliche Erhöhung von 0,8 Prozent auf 7,6 Prozent. Im April war die Quote sprunghaft auf 8,2 Prozent geklettert und stieg bis August auf 9,0 an. Seit September ist sie wieder rückläufig.

„In nie da gewesenem Ausmaß“ hatte die Arbeitsagentur auch mit Anträgen zur Kurzarbeit zu tun, ebenfalls mit sprunghaften Anstiegen zu den Lockdowns im Frühling und Spätherbst. Von März bis Dezember wurden 4224 Anzeigen auf Kurzarbeit für 76 301 Beschäftigte gestellt, was ein Plus von über 5100 beziehungsweise 3100 Prozent bedeutet. Während der Wirtschafts- und Finanzkrise im gesamten Jahr 2009 waren es 780 Firmen beziehungsweise 16 600 Menschen. Tatsächlich in Anspruch genommen und ausgezahlt wurde Kurzarbeitergeld im Kreis Unna im April an über 37 000 Beschäftigte aus mehr als 2300 Betrieben, was sich im Juni, dem letzten Monat, der vorliegt, auf 1500 und 17 600 abschwächte.

Bönen und Bergkamen mit leichtem Anstieg

Auch auf die Langzeitarbeitslosigkeit im Kreis wirkte sich Corona aus. 6480 betroffene Personen sind im Vergleich zum Vorjahr 28 Prozent mehr. „Das ist eine Herausforderung für unsere Arbeit im kommenden Jahr“, weiß Uwe Ringelsiep, Geschäftsführer des Jobcenters Unna, dass diese Menschen schwerer auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen.

In sechs von zehn Kommunen des Kreises Unna wurde Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat abgebaut. Den höchsten Rückgang verzeichnete Unna mit -2,5 Prozent. Den geringsten Anstieg an Arbeitslosen gab es in Bergkamen (+0,4 Prozent bzw. neun auf 2409), gefolgt von Bönen (+1,4 Prozent bzw. zehn auf 709). Im Dezember 2019 waren es Bergkamen noch 213 weniger gewesen (15,5 Prozent), in Bönen 100 (+16,4)

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