FFP2-Masken

Apotheken in Bönen ziehen Bilanz: Ansturm auf Gratismasken gut bewältigt

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Mitte Dezember begann die Ausgabe der kostenlosen FFP2-Masken in den deutschen Apotheken. Zu Beginn war die Nachfrage groß. Die Apotheker in Bönen hatten viel zu tun, konnten aber die Wünsche ihrer Kunden erfüllen.

Am Anfang standen die Menschen Schlange, und auch danach war die Nachfrage nach FFP2-Masken hoch. Doch sie konnte in Bönen aber zur Zufriedenheit der Bürger befriedigt werden.

Bönen - Das sagt Stefan Oyen, der in Bönen die Apotheken am Brunnen, am Bahnhof und die Marien Apotheke betreibt: „Ich glaube, es ist letztlich gut gelaufen“, sagt er zu der Aktion, die das Bundesgesundheitsministerium Mitte Dezember innerhalb weniger Tage aus der Traufe gehoben hatte.

Alle Menschen über 60 Jahre und an all jene, die zu einer Risikogruppe zum Beispiel durch eine Asthma-Erkrankung, Herzprobleme oder Diabetes gehören, sollten kostenlos drei FFP2-Masken erhalten. Und in den Apotheken sollten sie diesen, im Vergleich zur Alltagsmaske effizienteren Schutz vor dem Coronavirus abholen.

Extrem stressige Tage zu Beginn

Es kam, wie es kommen musste: „Es waren sofort alle am Anfang da“, berichtet eine Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) aus der Bären-Apotheke von einem regelrechten Ansturm, als die Aktion Mitte Dezember losging. Ähnlich war es auch bei der Apotheke am Bahnhof. „Die Leute standen in Schlangen bis auf die Straße“, sagt Apothekerin Elisabeth Genuit und beschreibt ebenso wie ihre Kollegin die ersten Tage als „extrem stressig“.

Auch die Apotheken haben in der Vorweihnachtszeit viel zu tun, viele Kunden lösen allerhand Rezepte vor den Feiertagen ein oder kaufen ein kleines Geschenk für die Liebsten. „Es war ein bisschen der falsche Zeitpunkt“, sagt die PTA. Aber es habe schließlich auch schnell gehen sollen.

Deutschlandweit sollten etwa 27 Millionen Menschen mit Gratismasken ausgestattet werden. Ein logistischer Kraftakt. Stefan Oyen und Bettina Siegert, die Inhaberin der Bären-Apotheke, orderten allein für die Bönener Bevölkerung um die 20 000 Masken. „Es war schwierig, in der Kürze der Zeit die Masken zu beschaffen“, sagt Oyen. Die heimischen Apotheker mussten in Vorleistung gehen für das Kontingent, das ihnen zugeteilt war und das sie später abrechnen durften. Das errechnete sich grob gesprochen anhand des altersspezifischen Kundenaufkommens. Die Bönener Inhaber rundeten großzügig auf.

Apotheken halfen sich gegenseitig aus

Zu Beginn kam es zu kleineren Engpässen und eben auch vereinzelten Schlangen, da nicht so viele Masken auf einmal geliefert werden konnten. Es sei aber bei Weitem nicht so dramatisch gewesen wie in anderen Teilen der Republik, wo es zu chaotischen Zuständen gekommen sei, erklärt Oyen. Und der Andrang habe sich auch bald wieder gelegt. „Die Leute wollten die Masken alle vor Weihnachten haben“, berichtet Genuit.

Nach den ersten Tagen seien die Kunden entspannter gewesen, heißt es aus der Bären-Apotheke. Auch haben sich Oyen und Siegert gegenseitig ausgeholfen, wenn es mal knapper wurde. „Wir haben uns darauf verständigt, wir machen das gemeinsam für die Bönener“, sagt Oyen. Gegen Ende des Aktionszeitraums an diesem Mittwoch habe es dann nur noch einige Nachzügler gegeben. Insgesamt seien alle Apotheken mit den bestellten Masken ausgekommen, ohne auf einem Berg sitzen zu bleiben.

Neben der Befriedigung der hohen Nachfrage sei die Überprüfung des Anspruchs nicht so einfach gewesen. Menschen ab 60 Jahre mussten den Personalausweis zeigen, um drei Masken zu erhalten; sie wurden in Listen eingetragen. Risikopersonen brauchten nur eine Eigenerklärung auszufüllen. Die Apotheken-Angestellten mussten deren Plausibilität selbst einschätzen. Bei Stammkunden ein Leichtes, bei anderen eher schwierig.

„Maskentaxi“ ab Mitte Januar

Die Maskenverteilung soll fortgeführt werden, allerdings nun koordinierter. So erhält ab jetzt jeder einen Coupon, der bei einem Eigenanteil von zwei Euro gegen je eine Packung mit sechs FFP2-Modellen in zwei Zeiträumen bis Ende Februar und bis Mitte April einzulösen ist. Der fälschungssichere Gutschein ist ab sofort Pflicht und wird allen, die einen Anspruch darauf haben, von ihren Krankenkassen und Privatversicherer zugesandt. Allerdings hat die Bundesdruckerei erst Anfang dieser Woche begonnen, den Auftrag zu bearbeiten. Etwas Geduld ist also gefragt.

Damit die Menschen nicht erneut die Apotheken stürmen, hat Oyen („Stichwort Kontaktreduzierung“) bereits eine Idee ausgearbeitet. Er führt ein „Maskentaxi“ ein, dass je nach Bedarf an zwei-, dreimal die Woche die Bestellungen ausliefern soll. Um die normale Telefonnummer zu entlasten, wird er ab Mitte Januar – ab da rechnet er mit der Ankunft der Gutscheine – die Nummer 9699716 freischalten, wo sich seine Kunden melden können.

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