Anwohnerin beschwert sich über „Raser“

Tempo auf der Friedenstraße in Lenningsen

Verkehr auf der Friedenstraße in Bönen-Lenningsen
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Es kann schon mal eng werden auf der Friedenstraße. Das soll aber viele Autofahrer nicht davon abhalten, aufs Gaspedal zu treten.

Bönen – Ihren Pkw parkt Ute Sikora schon lange nicht mehr in der eigenen Einfahrt. „Wenn ich mich von dort langsam raus auf die Straße taste, habe ich Angst, dass mir jemand ins Auto fährt“, sagt die Lenningserin. Viel zu schnell seien nämlich viele Fahrzeuge auf der Friedenstraße unterwegs. Erlaubt ist dort eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde. „Teilweise fahren die Leute hier aber mit Tempo 60, 70 oder 80“, beschreibt die Anwohnerin. Das hält sie für gefährlich.

„Die Straße hat keine Bürgersteige, man steht also direkt auf der Fahrbahn, wenn man sein Grundstück verlässt“, erzählt Ute Sikora. Sie befürchtet, dass so eines der Kinder aus der Nachbarschaft schnell von einem vorbeifahrenden Auto erfasst werden könnte, wenn es auf die Straße läuft. Die meisten „Raser“ kämen dabei aus der unmittelbaren Umgebung, hat sie beobachtet. „Einige habe ich darauf angesprochen, beim Schützenfest etwa oder bei Geburtstagen.“ Geändert habe sich dadurch nichts.

Auch Mütter, die ihre Kinder zum Familienzentrum Alter Bahnhof bringen, drückten auf der Friedenstraße das Gaspedal kräftig durch. „Wenn ich ihnen dann ein Zeichen mache, dass sie langsamer fahren sollen, wird mir oft das Vögelchen gezeigt oder sogar die Zunge herausgestreckt“, berichtet sie. Vor allem morgens sei die Situation regelmäßig angespannt. „Ich muss wirklich aufpassen, wenn ich zu meinem Auto gehe, das ich auf der gegenüberliegenden Seite auf dem Grünstreifen geparkt habe.“ Beim Heckeschneiden stellen ihr Mann und sie jedes Mal das Auto direkt davor und ein Warndreieck auf, damit sie bei den Arbeiten nicht umgefahren werden.

Polizist bestätigt Beobachtungen

„Und wenn sich zwei Autos auf der Straße entgegenkommen, dann weichen die teilweise in die Einfahrten aus“, hat Ute Sikora bemerkt. Sie kann sich vorstellen, dass ein deutlicherer Hinweis auf die erlaubte Geschwindigkeit helfen könnte. „Wenn man von der Fröndenberger Straße in die Friedenstraße abbiegt, steht dort nur ein kleines 30er Schild. Das wird gar nicht wahrgenommen“, befürchtet sie. Vorstellen kann sich die Lenningserin, dass eine auf die Fahrbahn gemalte 30 oder weitere Schilder mit Geschwindigkeitshinweis im Verlauf der Straße mehr Aufmerksamkeit erregen könnten – oder eben Geschwindigkeitskontrollen.

Bereits vor sieben Jahren hat sich Ute Sikora deshalb an die Gemeinde und den Kreis Unna als zuständige Behörde gewandt. Die Gemeinde habe einen Polizeibeamten geschickt, der ihre Beobachtungen bestätigt hat. Der Kreis habe hingegen vorübergehend eine Tafel aufstellen lassen, die die Geschwindigkeit der Vorbeifahrenden angezeigt hat. „Die haben darüber nur gelacht“, so die Anwohnerin.

Kreis will Vorabmessungen durchführen

Damals ist die Kreisverwaltung dem Hinweis von Ute Sikora durchaus nachgegangen. Ihrem Wunsch, auf der Friedenstraße zu „blitzen“, könne der Kreis aber nicht ohne Weiteres nachkommen. „Wir dürfen nur an besonders gefährdeten Orten, zum Beispiel an Kindergärten, Krankenhäusern oder Altenheimen, Messungen durchführen. Oder dort, wo überdurchschnittlich oft zu schnell gefahren wird“, erklärt Kreis-Sprecher Max Rolke.

Um herauszufinden, ob das auf der Straße im Bönener Ortsteil der Fall ist, wurden dort 2013 Vorabmessungen durchgeführt. Dabei sei die Geschwindigkeit von insgesamt 3868 Fahrzeugen gemessen worden. Das Durchschnittstempo lag bei 29 Kilometern pro Stunde. Nur 29 Autos seien schneller als 38 Kilometer pro Stunde gefahren – was eine Grenzwertüberschreitung darstellt und durchaus zu Kontrollen hätte führen können. Da aber nur 0,75 Prozent der Pkw diesen Wert überschritten hatten, wurde zu diesem Zeitpunkt an der Friedenstraße keine Messstelle eingerichtet.

„Das ist nun aber schon lange her. Vielleicht hat sich in der Zwischenzeit etwas geändert“, so Max Rolke. Daher will sich der Kreis die Situation in den kommenden Wochen noch einmal ansehen und erneut Vorabmessungen durchführen. Sollte sich dabei herausstellen, dass Ute Sikoras Eindruck richtig ist, werde der Kreis weitere Maßnahmen ergreifen, erklärt der Sprecher.

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