Angeklagter schafft's wegen Corona nicht zum Amtsgericht

Autofahrerin bespuckt und bepöbelt: Justitia nimmt sich Bönener noch mal vor 

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Mit einem mutmaßlichen Rüpel auf Bönens Straßen wollte Justitia in Kamen ins Gericht gehen. Der Angeklagte erschien nicht - Corona macht's möglich: 

Kamen/Bönen - Aus Wut über ihren Fahrstil soll der Bönener eine Autofahrerin und einen zufälligen Augenzeugen massiv beleidigt und angespuckt haben. Nun hätte sich der 49-Jährige deshalb vor dem Amtsgericht Unna verantworten sollen. Doch der Angeklagte erschien nicht, die Corona-Pandemie hat ihn aufgehalten.

Autofahrerin fühlte sich massiv bedrängt

Der Vorfall ereignete sich laut Anklage Ende Oktober 2019 an der Brechtstraße. Die Frau im Wagen vor ihnen war dem Fahrer und dem Bönener als Beifahrer offenbar zu langsam. Was sie daraufhin taten, empfand die Frau wiederum als massives Bedrängen. Sie stoppte, um die die Männer zur Rede zu stellen. Es kam zu einem Wortgefecht, bei dem der 49-Jährige die Frau zwei Mal bespuckt und am Kopf getroffen habe, so die Anklage. Einen hinzu gekommenen Passanten traf er demnach am Hinterkopf. Als die Frau wieder in ihr Auto stieg, soll der ihr „alte Hure“ hinterher gerufen haben. 

Am Abend vor Verhandlung Anwalt informiert

Unter anderem wegen tätlicher Beleidigung sollte der Mann nun auf die Anklagebank. Aber es erschien nur sein Verteidiger. Sein Mandant habe sich am Abend zuvor spät gemeldet. Er befinde sich im Ausland und habe die Rückreise zum Gerichtstermin nicht antreten dürfen, weil das Ergebnis seines dafür erforderlichen Coronatests noch nicht vorliege. Wegen der besonderen Bedingungen nahm der Richter das Fehlen diesmal ohne weitere Anordnung hin. Das Verfahren wurde formal ausgesetzt und soll nun noch vor Ende des Jahres neu terminiert werden.

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