Die Angst vor Corona ist im Lebensmittelmarkt täglich da 

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Ilkay Ulaba hat mittlerweile permanent Angst, sich mit Corona in ihrem Lebensmittel-Laden anzustecken.

Bönen – Eigentlich liebt es Ilkay Ulaba, mit den Kunden des Sevimli Market in Kontakt zu sein. Das hat sich geändert. Die Mitarbeiterin des  Lebensmittelgeschäfts in der Fußgängerzone lebt inzwischen in ständiger Angst vor der Ansteckung mit Corona.

Ein freundlicher Plausch mit den Stammkunden, ein kleiner Scherz zur Auflockerung: Das gehört für sie einfach dazu. Doch die derzeitige Situation schlägt auch auf ihr Gemüt. Ein Großteil der Geschäfte in der Gemeinde mussten aufgrund der Coronapandemie schließen. Lebensmittelläden gehören nicht dazu, um lebensnotwendige Einkäufe für die Bürger zu gewährleisten. 

Doch für die Angestellten heißt das: Permanente Gefährdung und Angst. „Ganz am Anfang der Epidemie haben wir hier noch gar nichts groß mitbekommen“, erinnert sich Ilkay Ulaba. Doch nach und nach kam die gefährliche Lage mehr und mehr in den Köpfen der Angestellten des kleinen Ladens an.

„Erst war es die mediale Berichterstattung, die uns den Ernst hat erkennen lassen“, erzählt Ulaba. „Dann kam es immer näher zu uns. Erst durch die Gespräche mit Kollegen und Kunden. Dann auch durch die Schließungen in der Fußgängerzone.“

Und plötzlich erscheint der Arbeitsplatz wie eine Art feindliche Zone. Wo man sich sonst im besten Falle sehr wohl gefühlt hat, ist nun Vorsicht geboten. „Wir Verkäufer sind auch Menschen“, stellt Ulaba klar. „Wir können uns auch anstecken.“ 

Dass nun überlegt wird, Lebensmittelgeschäfte auch sonntags öffnen zu lassen, ist in den Augen der Verkäuferin ein Unding. „Das kann ich nicht nachvollziehen.“ Mit Blick auf ihre eigene Sicherheit und die der Kunden und Kollegen würde sie sich eher über eine andere Maßnahme freuen: „Wenn der Laden eine Zeit lang komplett schließen würde, würde ich mich besser fühlen.“ 

Zumindest soweit es geht, versucht sie sich zu schützen. Aber: „Atemschutzmasken gibt es ja leider nicht mehr. Desinfektionsmittel sind auch kaum zu bekommen“, bedauert Ilkay Ubala. Was sie freut, ist das Verhalten vieler Kunden: „Die Einkaufenden halten oft aus freien Stücken Abstand. Viele tragen auch Handschuhe.“

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