Mutmaßliches Opfer aus Bönen

Angezeigte Vergewaltigung: Angeklagter beteuert seine Unschuld

Mann erhebt die Hand gegen eine Frau
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Ein 38-jähriger Mann steht wegen Vergewaltigung vor Gericht.

Der Prozess gegen einen 38-jährigen Mann aus Velbert, der seine Geliebte aus Bönen vergewaltigt haben soll, wird das Dortmunder Landgericht noch bis weit in den Sommer beschäftigen. Der Angeklagte will nichts unversucht lassen, um seine angebliche Unschuld zu beweisen.

Dortmund/Bönen - Schon jetzt haben die Richter Verhandlungstage bis Mitte Juli anberaumt. Doch wahrscheinlich werden sie damit nicht auskommen. Am Mittwoch beantragte Verteidiger Michael Liedtke nämlich, sämtliche Chatverläufe zwischen dem 38-Jährigen und seiner Verlobten aus Bönen zu sichern und anschließend auszuwerten.

„Mein Mandant ist davon überzeugt, dass sich daraus für ihn entlastende Gesichtspunkte ergeben werden“, sagte der Verteidiger. Liedtke will deshalb Mails, SMS und Chats über WhatsApp aus den letzten zwölf Monaten vor der angeblichen Vergewaltigung im Juli 2020 in den Blick nehmen. Weiterhin könnten die Aussagen des Angeklagten und der Frau aus Bönen unterschiedlicher nicht sein.

Während der Angeklagte behauptet, die Frau habe ihm ständig gedroht, ihm eine Vergewaltigung anzuhängen, wenn er sie mal verlassen würde, berichtet die Zeugin von einem Klima der Bedrohung durch den Mann. Demnach habe sie die Beziehung schon im Januar 2020 beendet. Der Velberter habe dies aber zu keiner Zeit akzeptieren können. Immer wieder sei er bei ihr in Bönen aufgekreuzt – im Juli sogar für ein ganzes Wochenende.

Sichere Belege für sexuelle Handlungen

„Die Beziehung ist erst beendet, wenn ich das bestimme“, soll er dabei gesagt haben. Und: „Was du willst, ist mir egal.“ An diesem Wochenende soll es auch zu zwei Vergewaltigungen gekommen sein.

Dass es sexuelle Handlungen gab, steht nach einem Gutachten des Landeskriminalamts sogar fest. Nachdem die Geliebte Anzeige erstattet hatte, hatte die Polizei zahlreiche Handtücher und Bettlaken aus der Wohnung der Frau gesichert und zur DNA-Auswertung nach Düsseldorf geschickt.

Das Ergebnis der Untersuchungen war eindeutig. Dass die Spermaspuren auf den Laken von dem Angeklagten stammen, ist sehr wahrscheinlich. Auch auf einer Schreckschusspistole hat das Landeskriminalamt später den genetischen Fingerabdruck des 38-Jährigen gesichert.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, seine Geliebte aus Bönen an einem anderen Tag mit dieser Waffe bedroht und so dazu gezwungen zu haben, ihn nachts mit dem Auto nach Dortmund zu fahren. Auch das bestreitet der Velberter.

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