Schul-Streit in Bönen

Protest gegen Schulleiter: MCG-Eltern wollen schnelle Lösung im Fall Petrak

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Viele Eltern von Schülern am MCG waren gekommen. Sie wollen eine Lösung noch vor der Ferien.

Obwohl gar nicht auf der Tagesordnung, prägte der Streit zwischen der Elternschaft des Marie-Curie-Gymnasiums und dessen Direktor Dr. Peter Petrak auch die Ratssitzung am Donnerstagabend. Zwei Tage, nachdem es mit dem Rücktritt der Vorsitzenden der Elternvertretung, Robert Stein und Marcus Felbick, zum Eklat gekommen ist, wollten Eltern wissen, wie es weitergeht.

Bönen – Damit die Betroffenen nicht die ganze über 50 Punkte umfassende Sitzung warten mussten, wurde die Einwohnerfragestunde vorgezogen. Der Rat tagte passenderweise wegen der Einhaltung der Corona-Maßnahmen in der Aula des MCG, wo am Nachmittag noch die Entlassfeier der Abiturienten stattgefunden hatte. Jetzt stellten über 30 erschienene Eltern, der verbliebenen Schüler, der Verwaltung ihre Fragen zur Personalie Petrak.

Zunächst teilte Jörg-Andreas Otte den Anwesenden mit, dass die Verwaltung bereits seit Mittwoch in Kontakt mit der Bezirksregierung in Arnsberg stehe und diese auch bereits am MCG gewesen sei, um mit Lehrerschaft und Schulleitung zu sprechen. Die Gemeinde werde sich am kommenden Mittwoch mit der Behörde treffen. Otte machte allerdings deutlich, dass die Bönener Verwaltung als Schulträgerin nicht der Entscheidungsträger sei. Das sei die Bezirksregierung.

Beschwerden an den Fachbereichsleiter

So endeten viele Fragen der Betroffenen ohne echte Antwort, da Bürgermeister Stephan Rotering nur sagen konnte, dass er die Sorgen der Eltern gegenüber Arnsberg „deutlich vertreten“ werde. „Wie die Lösung aussieht, kann ich nicht sagen“, gab der Verwaltungschef der Gemeinde zu verstehen. Auch zur Dauer eines solchen Verfahrens könne er keine Angaben machen.

Bürger könnten und sollten ihre Beschwerden und Wünsche rund um den Direktorposten am Gymnasium aber dem Fachbereichsleiter bis Dienstag zukommen lassen, „damit wir sie gebündelt der Bezirksregierung überreichen können“, so der Bürgermeister. Die Verwaltung werde sich auch Gedanken machen, wie das Ergebnis in der Personalie Petrak den Eltern auch in den Ferien kommuniziert werden könne.

Protest gegen Schulleiter am MCG: Situation untragbar

In mehreren Wortmeldungen wurden Bedenken geäußert, dass in der Sommerpause Zeit verloren gehen könnte, so zum Beispiel von Stefan Löffler, der sich auch eine Bürgerfragestunde mit der Bezirksregierung wünschen würde. Es solle endlich eine Lösung gefunden werden, weil die Situation untragbar geworden sei, sagte eine Mutter gleich zu Beginn der Sitzung. Und diese Lösung solle schnell her. Denn für die Eltern, so war aus den Mitteilungen herauszuhören, ist ein Weitermachen mit Petrak als Direktor nach den Ferien nicht denkbar. Bei allem Frust über die Entwicklungen am Gymnasium: Die Diskussion blieb stets sachlich.

Nachfragen gab es auch zur im November durchgeführten Qualitätsanalyse und deren Inhalt. Die liegt der Verwaltung zwar vor, der Direktor habe sie aber entgegen dem Willen der Schulpflegschaft und dem eigentlich üblichen Verfahren nicht den Gremien zugänglich gemacht. Sie soll erneut schlecht ausgefallen sein. Da die Schulpflegschaftssitzung des MCG am Dienstag mit dem Rücktritt von Stein und Felbick und der Schülervertreter nicht mehr beschlussfähig war, konnte dort auch nicht über eine Veröffentlichung abgestimmt werden.

Kunstpavillon: Bau beginnt erst nächstes Jahr

Auch um Schule, aber um die Humboldt-Realschule, ging es in einer der wenigen Wortmeldungen zu einem anderen Thema. Auf Nachfrage teilte Otte mit, dass der Kunstpavillon in Planung ist und im nächsten Jahr der Bau beginnen werde.

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