Andrea Volk geht in Bönen durch die Büro-Hölle

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Andrea Volk unterhielt das Publikum im Bönener Förderturm bestens.

Bönen - Ob Datenschutzgrundverordnung, Großraumbüro oder die immer gleichen Kollegentypen: Diese und noch viel mehr Bereiche der „Arbeit 4.0“ nahm Kabarettistin Andrea Volk am Freitagabend humorvoll ins Visier. Die über 100 Zuschauer im Zechenturm erkannten vieles wieder, und so folgten auf Volks Pointen zahllose Lachsalven.

Nach einer Bandansage aus dem Off betrat Volk die Bühne und begann ihren ironischen Rundumschlag: Im Büro herrsche Krieg. Sie untermauerte diese Behauptung mit etlichen Praxisbeispielen. Diesen stellte sie jedoch ebenso viele, skurrile Überlebensstrategien gegenüber, die das Publikum nicht nur verblüfften, sondern auch begeisterten. 

Heute gäbe es viermal so viele Meetings wie früher Konferenzen, doch sei das alles nur alter Wein in neuen Schläuchen. Statt die Schwarmintelligenz zu entfachen, gäbe es nun endlose, leere Floskeln. Sie und ein Kollege nutzten das, für das beliebte „Bullshit-Bingo“. Vor jedem Meeting schrieben sie hohle Phrasen auf und hakten sie bei Nennung dann ab. Jedoch hätten sie schnell gelernt, dass sie nicht aufspringen und „Bullshit-Bingo“ rufen sollten. 

Ein tolles Team und SAP-Software

Auch die Datenschutzgrundverordnung war Thema: Zuletzt habe sie wieder ein Anschreiben erhalten, indem die über sie gespeicherten Daten erwähnt und um die Erlaubnis gebeten wurde, sie auch künftig anschreiben zu dürfen, berichtete Andrea Volk. Ihre Antwort: „Henning du Idiot! Komm mal runter. Ich bin deine Schwester.“ 

Manche Geschichte bereitete die Kabarettistin und ehemalige Journalistin geruhsam und detailreich auf, dann ließ sie wieder flotte Gags, wie aus der Pistole geschossen, folgen: Team stünde für „Toll, ein anderer machts“, und die niemals funktionierende, aber alle zwei Jahre neu eingeführte SAP-Software stünde für „Summe aller Probleme“. 

Dem Thema Großraumbüro räumte sie breiten Raum ein: „Es ist doch super mit 50 Kollegen in einer irren Geräuschkulisse und unter ständiger Beobachtung in einem Raum zu sitzen. Das hat doch schon in den 70er Jahren nicht funktioniert“, erklärte Volk. 

Auslaufmodell Großraumbüro

Ebenso absurd sei die angrenzende, nur fünf Quadratmeter große Kaffeeküche, in der auch noch der Kopierer stehe. Um dem Gefühl ganz alleine und klein zu sein sowie nichts bewirken zu können, etwas entgegen zu setzen, habe sie ranzigen Aldi-Joghurt mit dem Namenschild der veganen Bio-Kollegin versehen. „Dann muss man sich nur hinsetzen und warten“, riet Volk. Wenn die Eskalation dann beginne, machten intuitiv alle mit, und sie käme fünf Minuten später nach. Dann bäte sie um Ruhe. „Schließlich müssen hier auch noch ein paar Leute arbeiten!“ 

Lachsalve folgte auf Lachsalve während ihres Vortrages. Ihr irre komischer, facettenreicher Parforce-Ritt durch das Büroleben endete mit langem Applaus und einer Autogrammstunde. Ein toller Abend, befanden die Zuschauer.

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