Denkmalschützerin begeistert

Ehepaar haucht verfallenem Gut Lettenbruch neues Leben ein

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Andrea (32) und Georg (34) Fonnemann machen Gut Lettenbruch zur Augenweide

Bönen -Ein schönes Zuhause auf dem Land: Diesen Traum erfüllen sich Andrea und Georg Fonnemann in der Bauerschaft von Altenbögge.  

Mit enormem Fleiß und großer Begeisterung legen sich die beiden Mittdreißiger seit einem Jahr ins Zeug, um Gut Lettenbruch am Rande des gleichnamigen Naturschutzgebietes für ihre persönliche Zwecke herzurichten – und dabei den Denkmalschutz zu beachten. „Das ist wunderbar. Ein echter Glücksfall aus Sicht der Denkmalpflege“, lobt Dr. Bettina Heine-Hippler vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) das Engagement der Fonnemanns in den höchsten Tönen. „Die beiden haben ja schon länger gesucht und sich schließlich in dieses Objekt verguckt“, freut sich die Denkmalpflegerin aus Münster. 

Verfallenes Anwesen weckt Münsterländer-Gene

Das seit einigen Jahren unbewohnten und etwas verwahrloste Gebäude soll restauriert werden und einmal 350 Quadratmeter Wohnfläche bieten. „Das liegt uns wahrscheinlich im Blut, da wir beide aus aus dem ländlichen Raum in Vreden an der holländischen Grenze kommen“, so Georg Fonnemann. Rund 160 Jahre alt soll zumindest das Hauptgebäude sein, das fast 50 Jahre als Forsthaus diente. Das Objekt haben Andrea und Georg Fonnemann von außen weitgehend wieder in einen Topzustand versetzt. „Die Fachwerkbalken haben wir alle sandgestrahlt und dann hat sich vor allem meine Frau um den neuen Anstrich für die Fassade verdient gemacht“, berichtet Georg Fonnemann. Zunächst sei das Wohnhaus mit seinen Anbauten komplett neu eingedeckt worden.

Denkmalschutz mit örtlichen Firmen

Andrea und Georg Fonnemann waren sich einig darüber, dass bei den handwerklichen Arbeiten möglichst Bönener Betriebe zum Zug kommen sollen. So durften sich neben Dachdecker Frank Hellmich und Gerüstbauer Johannes Müller auch Zimmermann Marco Obst und Tischler Gernot Grebe um die Restaurierung des Haupthauses mit großer Deele nach Norden verdient machen. Inzwischen sind bis auf eine Ausnahme alle Fenster denkmalgerecht erneuert. „Wir haben natürlich Doppelglasscheiben einbauen lassen, aber ansonsten kommen die Fenster dem Original sehr nahe“, sagt der Bauherr. „Und wir werden wieder grüne Fensterläden anbringen“, ergänzt Ehefrau Andrea. 

Leider kamen schon ungebetene Gäste

„Wir waren seit dem Baustart im Mai 2019 fast an jedem Tag hier. Da sind einschließlich der Planung und der Abstimmung mit der Denkmalpflegerin schon mehr als 2500 Arbeitsstunden zusammengekommen“, zieht der „Restaurator“ Zwischenbilanz. Trotz der regelmäßigen Präsenz sei allerdings in zwei aufeinanderfolgenden Nächten eingebrochen worden. „Seitdem wird hier alles videoüberwacht“, zeigt Georg Fonnemann auf die Kameras, die an allen Ecken und Enden sowie in den Bäumen hängen. Niemand betritt das 7008 Quadratmeter große Grundstück mehr ungesehen. 

Hoffnung auf Weihnachten im neuen Heim

Wild läuft aber auch vor die Linse. So bekommt Fonnemann auch mit, wenn ein junger Rehbock über den Hof in die Büsche springt oder ein Waschbär sich im Geäst der Bäume niederlässt, um das Geschehen von oben zu betrachten – zum Beispiel aus der Krone der riesigen alten Eiche am Rande des Hofes. Das Paar wird noch viele Arbeitsstunden leisten müssen, bis das Haus nach ihren Vorstellungen bezugsfertig ist. „Wenn alles gut läuft, können wir vielleicht Weihnachten hier mit unserem Nachwuchs wohnen – spätestens aber im Januar 2021“, sagt Georg Fonnemann. Als Energieanlagen-Elektroniker kann er sich um diese handwerkliche und technische Herausforderung selbst kümmern.

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