Alles wieder auf null

Zuflucht.Bönen erneut auf der Suche nach Immobilie für einen Treffpunkt

Haus Bahnhofstraße 136
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Während Zuflucht.Bönen vermutlich seine Pläne begraben muss für die geplante Begegnungsstätte in der zweiten Etage des Hauses an der Bahnhofstraße 136, wurde der neue Seniorentreff im Erdgeschoss inzwischen eröffnet.

Nach der langen Suche nach einem passenden Domizil für das geplante Begegnungszentrum des Vereins Zuflucht.Bönen schien nun alles klar zu sein: Das Begegnungszentrum zieht in den zweiten Stock des Hauses Bahnhofstraße 136. Daraus wird nun wohl nichts. Zuflucht.Bönen ist weiterhin „obdachlos“.

Bönen – Bauliche Details mussten zwar noch geklärt werden, ansonsten schien aber dem Einzug in das Haus an der Bahnhofstraße 136, in dem zuvor unter anderem die Marienapotheke untergebracht war, nichts mehr im Wege zu stehen. Diese Pläne sind nun wieder vom Tisch. Die Auflagen und die damit verbundenen Kosten seien zu hoch, so die Verwaltung.

Die Arbeit des gemeinnützigen Bönener Vereins, dessen Mitglieder sich um die Betreuung von geflüchteten Menschen in der Gemeinde kümmern, ist vielfältig: Ihr ehrenamtliches Engagement umfasst die Betreuung und Beratung von Flüchtlingen, die Begleitung zu Behörden oder Arztbesuchen, Hilfe bei Schul- und Ausbildungsproblemen. Der Verein bietet Deutsch- und Integrationskurse in der Gemeinde an und unterstützt geflüchtete Kinder beispielsweise mit Nachhilfestunden in Mathematik.

Ständig auf der Suche nach Raum

Das größte Problem für die ehrenamtlichen Helfer lautet jedoch: Wo können all diese Aufgaben stattfinden und wo finden die geflüchteten Menschen dauerhaft einen Anlaufpunkt? Bekanntlich verfügt Zuflucht.Bönen bislang über keine festen eigenen Räume, um seine Arbeit durchführen zu können. „Alle Unterlagen des Vereins liegen bei mir zu Hause“, schildert der Vorsitzende Wolfgang Werner das Problem. „Gerade während der Pandemie ist es noch schwieriger, andere in die Arbeit einzubinden, wenn der Verein kein Büro hat.“

Auch der Raum in der Awo-Begegnungsstätte, den Zuflucht.Bönen bisher für Treffen und Jahreshauptversammlungen nutzen konnte, steht den Ehrenamtlern in der Pandemie nicht mehr zur Verfügung.

Auch Mitgliedertreffen seien immer noch nicht wieder in der Awo-Begegnungsstätte möglich, Beratungstermine für Geflüchtete müssten ausfallen. „Wir sind immer wieder auf der Suche nach Räumen, um Sprach- und Integrationskurse durchführen zu können“, so Werner. Die Mitglieder arbeiten nach wie vor unter schwierigen Bedingungen. Das sollte sich nach langer Suche nach einer geeigneten Immobilie für eine Begegnungsstätte mit der zweiten Etage im Haus Bahnhofstraße 136 ändern, wo idealerweise alle Aufgaben unter einem Dach erledigt werden könnten.

Die Suche geht weiter

Der Verein Zuflucht.Bönen sucht weiter nach einem geeigneten Standort, um die vielfältigen Aufgaben unter einem Dach koordinieren zu können. Der Vorsitzende Wolfgang Werner ruft Immobilienbesitzer, die über ein möglicherweise geeignetes Objekt im Bönener Ortskern verfügen, auf, mit ihm Kontakt aufzunehmen unter Telefon 50446 oder per Mail an kontakt@zufluchtboenen.de.

Die Gemeinde Bönen sollte die ehemalige Arztpraxis dem Verein zur Verfügung stellen als Begegnungs- und Schulungsort, dessen Miete aus Mitteln der Integrationsförderung finanziert werden sollte. Es stellte sich heraus, dass für die Räume ein Nutzungsänderungsantrag beim Kreis Unna gestellt werden musste. Beauftragt hatte die Gemeinde damit das Architekturbüro Grams und Schaeffer, das auch den Umbau des Seniorentreffs „Sonne im Herzen“ im Erdgeschoss in den ehemaligen Apothekenräumen betreut hat.

Größte Hürde ist der Nutzungsänderungsantrag

Die Prüfung durch das Kreisbauamt ergab schließlich, dass für die vorgesehene Nutzung der Etage besonders im Bereich Brandschutz die Anforderungen hoch gewesen wären, bestätigt der zuständige Fachbereichsleiter Robert Eisler. „Wir hätten als Mieter einen zweiten Rettungsweg nach draußen anlegen müssen. Die Investitionen allein dafür würden zwischen 40000 und 65000 Euro liegen. Wir haben mit dem Verein und der Politik Kontakt aufgenommen, und berichtet, dass es Schwierigkeiten gibt, die wir vorher nicht gesehen haben. Die Anforderungen bei einer öffentlichen Nutzung sind höher als bei einer privaten Nutzung.“

Weil die Investitionen in keinem Verhältnis stünden, sei das Projekt Bahnhofstraße 136 erst mal vom Tisch, bestätigt Eisler. „Das wäre nur eine Lösung, wenn es gar keine Alternative gibt. Wir suchen erst mal nach anderen Möglichkeiten.“ Eine Idee war der Container am Nordkamp, in dem aktuell keine Flüchtlinge mehr untergebracht sind. Aber auch hier geht es nicht ohne einen Antrag auf Nutzungsänderung. Und das Prozedere geht wieder von vorne los.

„Kleinere Lösung“ als Alternative

„Möglicherweise wäre eine kleinere Form die Lösung des Problems“, bringt Robert Eisler eine Variante ins Spiel, der sich auch der Zuflucht-Vorsitzende Wolfgang Werner nicht verschließt: „Wenn wir beispielsweise ein Ladenlokal finden, das Büro-, Schulungs- und Beratungsräume bietet sowie einen Treffpunkt für das normale Tagesgeschäft, wäre das eine Möglichkeit. Und größere Veranstaltungen könnten beispielsweise im Turm stattfinden“, sagt Werner, der sich für die Zukunft einen besseren Austausch mit der Gemeinde wünscht. „Bisher müssen wir da immer hinterher laufen.“

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