Wildcampen, Werben, Hundekot: Das alles ist in Bönen verboten

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Wilde Enten, Tauben oder Schwäne zu füttern, schadet nicht nur den Tieren, sondern auch dem Gewässer. Deshalb ist es in der Gemeinde verboten.

Bönen – Ganz ohne Regeln geht es wohl nicht, wenn Menschen zusammenleben. Und das ist auch in der Gemeinde so. Da sich aber längst nicht alle an die gesetzten Verordnungen halten, müssen diejenigen, die dabei erwischt werden, mit einer Strafe rechnen. 2009 legte die Verwaltung die „Ordnungsbehördliche Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung auf Verkehrsflächen und in Anlagen der Gemeinde Bönen“ auf.

Der Verwarngeldkatalog mit dem sperrigen Namen wurde vor knapp fünf Jahren zuletzt überarbeitet. Jetzt soll das Werk erneut angefasst werden. Hintergrund ist, den Natur- und Umweltschutzgedanken zu stärken, wie die Verwaltung in einer Beschlussvorlage für den Gemeinderat angibt. Etwaige Verstöße sollen künftig strenger mit einem höheren Verwarngeld sanktioniert werden. 

  • Verhalten in Anlagen und auf Verkehrsflächen

Verboten auf den Straßen, Rad- und Gehwegen, Friedhöfen, Grünflächen, Spiel- und Sportplätzen der Gemeinde ist eine ganze Menge. Vor allem gilt: Auf den Verkehrsflächen und in den Anlagen hat sich jeder so zu verhalten, dass andere nicht gefährdet, geschädigt oder behindert werden. Und sie sind schonend zu behandeln. Sträucher und Pflanzen dürfen von öffentlichen Anlagen nicht entfernt, beschädigt oder anderweitig verändert werden. 

Das gilt ebenso für dort aufgestellte Bänke und Tische, Spielgeräte, Schilder, Leuchten, Sperrvorrichtungen und Zäune. Wer dem zuwider handelt, zahlt gegebenenfalls 20 Euro. Wer eine Nacht unter freiem Himmel verbringen möchte, sollte dies möglichst nicht in den Grünanlagen oder auf den Verkehrsflächen der Gemeinde tun. Das Übernachten und Campieren ist dort verboten und kann mit einer Geldbuße in Höhe von 30 Euro belegt werden. Dort ungefragt etwas auszulagern oder abzustellen ist ebenfalls nicht gestattet – auch kein Baumaterial für das eigene, private Grundstück nebenan. Gebettelt werden darf in der Gemeinde auch nicht, zumindest nicht aggressiv mit Anfassen oder Sich-in-den-Weg-stellen. 

Ein allzu geselliges Beisammensein im öffentlichen Raum kann gleichfalls zu einem Verwarngeld führen – wenn sich jemand einer Gruppe anschließt, die das Gelände verunreinigt, Passanten belästigt oder offensichtlich betrunken beziehungsweise unter Drogeneinfluss steht. Alle Ab- und Zuläufe wie Straßenrinnen oder Hydranten, Kanalschächte und Einstiege zu Ver- und Entsorgungsleitungen müssen frei bleiben. Wer sie verdeckt, verstopft oder sie sonst irgendwie außer Gebrauch stellt, handelt gegen die Verordnung. Und selbst wenn es mal eilt: Bitte nicht im nächsten Gebüsch die Notdurft verrichten! Das ist auf öffentlichen Flächen in der Gemeinde nämlich verboten und kostet bei Entdeckung 20 Euro. Tabu ist während des Wochenmarktes mittwochs und samstags auch das Radfahren in der Fußgängerzone. Wer vom Ordnungsamt angehalten wird, muss 20 Euro zahlen. Aufs Eis wagen sollte sich schließlich auch niemand. Frieren die Gewässer in Bönen einmal zu, zum Beispiel der Gemeindeteich, ist das betreten verboten. Das unbefugte Betreten wird mit 20 Euro geahndet. 

Werbung und wildes Plakatieren

 Doch nicht nur die Grünanlagen in der Gemeinde sollen geschont werden. Auch alle öffentlichen Anlagen, Bäume, Haltestellen, Stromkästen, Lichtmasten und Ähnliches dürfen nicht „verschandelt“ werden. Nicht einmal an Mülleimer dürfen Flugblätter, Plakate und sonstiges Werbematerial angebracht werden. Und natürlich dürfen sie auch nicht bemalt oder besprüht werden, sonst droht zumindest ein Bußgeld von der Verwaltung. Ausgenommen von diesem Verbot sind genehmigte Werbeanlagen, etwa Litfaßsäulen. Zudem können sich Interessierte von der Gemeinde eine Genehmigung geben lassen. Das ist etwa der Fall bei den Bannern der VHS, des DRK oder anderen Veranstaltern, die regelmäßig am Eingang der Fußgängerzone an den Bäumen und dem Geländer befestigt werden. Genehmigte Plakate müssen aber sofort entfernt werden, wenn der Anlass wegfällt. 

Tierhaltung und Hund 

Gern ein Grund für Ärger ist Hundekot auf kommunalen Flächen. Und tatsächlich sind Hundehalter verpflichtet, die Hinterlassenschaften ihres vierbeinigen Lieblings sofort zu beseitigen – ansonsten kann es mit 20 Euro Verwarngeld teuer werden. Bello & Co. dürfen zudem nicht unangeleint durch die Siedlungen oder den Ortskern laufen. Am Ende der Leine sollte dann jemand sein, der das Tier sicher halten kann. Ein zierlicher Grundschüler mit einem ausgewachsenen Rottweiler ist kritisch. Außerhalb von Wohngebieten müssen die Hundebesitzer darauf achten, dass ihr freilaufender Vierbeiner bei ihnen bleibt und nicht etwa andere Menschen belästigt. Uneinsichtige Hundehalter, die erwischt werden, zahlen 20 Euro. Nicht erlaubt ist es in der Gemeinde, verwilderte Haustauben und Enten zu füttern. Dafür sieht der Bußgeldkatalog eine Strafe in Höhe von 15 Euro vor. 

  • Müll, Unrat und andere Verunreinigungen 

Immer wieder ein Ärgernis sind die wilden Müllkippen in der Gemeinde. Die sehen nicht nur schäbig aus und gefährden die Natur, sondern verursachen Jahr für Jahr reichlich Kosten bei der Entsorgung. Deshalb kann es richtig teuer werden, wenn jemand dabei erwischt wird, wie er seinen Abfall in der Natur entsorgt. Stimmt der Gemeinderat der Überarbeitung der Verordnung zu, werden dafür künftig 55 Euro fällig. Aber selbst bei vermeintlichen Kleinigkeiten wie Zigarettenkippen oder Kaugummi, die auf der Straße oder im Grünstreifen landen, wird ein Verwarngeld fällig. Das gilt außerdem für alle, die Lebensmittelreste, Papier, Glas und andere Verpackungsmaterialien ins Gelände werfen oder dort zurücklassen. Fahrzeuge dürfen außerhalb von speziellen Autowaschanlagen in Bönen nur mit klarem Wasser gereinigt werden. Eine Motor- oder Unterbodenwäsche sowie andere Reinigungen, bei denen Öl, Benzin oder ähnliche Stoffe ins Kanalnetz gelangen können, sind nicht gestattet. Ebenso dürfen Kraftstoffe, Öle, Säuren und giftige Flüssigkeiten keinesfalls auf der Straße abgelassen werden. Dafür gibt es Werkstätten und Spezialbetriebe. Wer innerhalb Bönens Asche, Sand oder ähnliches Material transportiert, muss dieses gut abdecken, sonst droht ein Verwarnung.

  • Abfallbehälter

Die Mülleimer, die überall innerhalb der Gemeinde stehen, sind ausschließlich für kleine Mengen Abfall gedacht, also für das benutzte Taschentuch, die Schokoriegelverpackung oder auch den Beutel mit dem aufgesammelten Hundekot. Trotzdem werden immer wieder prall mit Hausmüll gefüllte Säcke in die Behälter gestopft oder sogar daneben deponiert: eine Ordnungswidrigkeit, sagt die Verwaltung. 

  • Wohnwagen und Zelte

Es ist nicht nur verboten, sein Zelt auf einer gemeindlichen Wiese aufzuschlagen, auch das Ab- und Aufstellen von Wohnwagen, Zelten, Verkaufswagen, Ständen und Ähnlichem ist in den Grünanlagen untersagt. 

  • Kinderspielplätze

17 öffentliche Spielflächen, darunter acht Bolzplätze, eine Skateranlage, ein Minikickersportfeld und ein Multifunktionsspielfeld gibt es in Bönen. Und den meisten dieser Anlagen bescheinigen die Nutzer auch einen guten Zustand. Auf den Spielplätzen haben laut Verordnung jedoch Jugendliche ab 13 Jahren nichts mehr zu suchen. Sie sind den jüngeren Kindern vorbehalten, sofern nicht durch Schilder vor der Anlage eine andere Altersgrenze angegeben wird. Das Bußgeld dafür beträgt 10 Euro. Begleitpersonen der Kleinen dürfen aber natürlich mit auf die Plätze. Ist dort kein Fußballfeld ausgewiesen, muss der Ball ruhen. Fußballspielen ist dort nicht erlaubt. Der Aufenthalt auf Spielplätzen ist längstens bis 22 Uhr erlaubt, Hunde und andere Tiere dürfen überhaupt nicht auf den Spielplatz. Werden sie trotzdem mitgenommen, kostet Herrchen diese Gassirunde unter Umständen 20 Euro. Und auch geraucht werden darf auf den Spielanlagen nicht. 

  • Hausnummern und öffentliche Zwecke

Aber nicht nur im öffentlichen Bereich müssen die Bönener sich an die Verordnung halten. Auf ihrem eigenen Grund und Boden gibt es gleichfalls einiges zu beachten. So muss jedes Haus auf eigene Kosten mit der dem Grundstück zugeteilten Hausnummer versehen werden, und die sollte von der Straße aus lesbar sein. Die Nummer muss neben dem Haupteingang angebracht werden. Liegt der nicht an der Straße, dann gehört die Hausnummer an der zur Straße gelegenen Hauswand. Wer sein Haus nicht nummeriert, kann mit einem Bußgeld in Höhe von 10 Euro rechnen. Lässt die Gemeinde Straßenschilder, Hinweisschilder für Leitungen, Vermessungszeichen und Weiteres auf einem Grundstück installieren, weil es für die Öffentlichkeit wichtig ist, muss der Eigentümer dieses dulden. Wer die Zeichen entfernt, verändert oder verdeckt, handelt ordnungswidrig. 

  • Schutzvorkehrungen

 Grundstückeeinfriedungen müssen die Eigentümer so herrichten und unterhalten, dass angrenzende Verkehrsflächen oder Anlagen ohne eine Gefahr von anderen benutzt werden können. Ein Stacheldrahtzaun direkt an einem Parkplatz ist also nicht erlaubt. Zurzeit kein Thema ist Eis und Schnee. Sollte uns der Winter aber doch noch einmal wieder überraschen, müssen die Bewohner darauf achten, Schneeüberhang und Eiszapfen insbesondere an den Regenrinnen ihrer Gebäude zu entfernen, damit sie nicht zu einer Gefahr werden. Das gilt genauso für Blumen- und Balkonkästen. Sie müssen so gesichert werden, dass sie nicht herabstürzen können. Die Mitglieder des Ausschuss für Familie, Sport und Kultur haben der Beschlussvorlage zur Änderung der Verordnung bereits einhellig zugestimmt. Die Entscheidung trifft nun der Rat am Donnerstag, 26. März.

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