Wegen sinkender Nachfrage

Aktuell drei Standorte für Tests - DRK hat sein Angebot eingestellt

Mann beim Corona-Test
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Drei Teststationen bieten zunächst bis Ende Oktober Schnelltests in der Gemeinde an. Danach werden zwei Anbieter je nach Nachfrage entscheiden, ob sie weitermachen.

Monatelang ging es nicht ohne sie – die Testzentren waren fester Bestandteil unseres Lebens in der Corona-Pandemie. Jetzt schließen viele Zentren ihre Pforten, weil vollständig Geimpfte keinen Impfnachweis mehr benötigen. In Bönen werden im Oktober Tests noch an drei Stellen angeboten. Ab November könnte das Angebot dann auf ein Testzentrum schrumpfen, wenn die Nachfrage deutlich sinkt.

Bönen – Die Ehrenamtler des DRK-Ortsvereins Bönen haben Schnelltests und Schutzkleidung weggepackt und das Testzentrum im Vereinsheim am Königsholz geschlossen. „Zuletzt kamen am Freitagabend noch fünf Personen zum Test, da lohnt es nicht, zwei Ehrenamtler abzustellen“, sagt DRK-Sprecher Christian Kamp. Zudem habe der Verein kein Rechnungswesen, es sei also schwierig, ab 11. Oktober, wenn die Schnelltests nicht mehr kostenlos sein werden, Rechnungen zu stellen. „Wenn sich die Situation ändern sollte und wieder vermehrt Schnelltests gebraucht würden, wären wir aber sofort wieder einsatzbereit, denn die Infrastruktur steht und die Genehmigung für das Testzentrum ist nach wie vor gültig.“

Nach 5464 Test war Schluss beim DRK

Dennoch mache sich bei den ehrenamtlichen Testern des DRK nun auch ein bisschen Freude breit über etwas mehr Normalität und Freizeit. Schließlich standen sie seit dem 24. März jeden Tag bereit, um die Bönener zu testen – im DRK-Heim und in mobilen Teams. „Außerdem kehren mit etwas mehr Normalität auch wieder die ersten Veranstaltungen zurück, bei denen wir den Sanitätsdienst machen“, sagt Kamp. „Dafür hätten wir neben dem Testzentrum sonst keine Leute gehabt.“

Sechs Monate lang haben die DRK-Mitarbeiter insgesamt 5464 Corona-Tests durchgeführt. „Wir dachten anfangs ja noch, nach zwei Monaten wäre Schluss und Tests würden nicht mehr nötig sein, weil die meisten Menschen dann geimpft wären“, blickt Christian Kamp zurück. Tatsächlich kam es anders.

Hier wird getestet

An drei Standorten in der Gemeinde wird aktuell getestet. Beim Testzentrum „Bönen testet“ wird auch ein kostenpflichtiger PCR-Test angeboten.

Bönen testet: Bahnhofstraße 41a, Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 10 bis 20 Uhr, Freitag 8 bis 20 Uhr, Samstag 9 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr. Anmeldung über www.boenen-testet.de.

Apotheke am Brunnen: Das Testzentrum befindet sich im Saal der Gaststätte Denninghaus, Kampstraße 13. Getestet wird von Montag bis Samstag vormittags und nachmittags. Die Termine sind buchbar auf der Seite www.apotheke-boenen.de.

Bären-Apotheke: Tests werden zu den Öffnungszeiten Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag durchgeführt im Hof der Apotheke (Zugang über den Hof der Ditib-Moschee an der Zechenstraße). Genaue Zeiten und Terminbuchung über www.baerenapotheke-boenen.de.

Er appelliert an alle, die noch nicht geimpft sind, das nachzuholen und so für alle das Leben etwas leichter und sicherer zu machen. „Die, die vollständig geimpft sind, sollten dennoch weiterhin ab und zu zu Hause einen Selbsttest machen – etwa vor größeren Feiern. Die kosten ja mittlerweile nicht mehr viel“, empfiehlt Kamp.

„Bönen testet“ plant zunächst bis Jahresende

Nuri Fidan, der das Testzentrum „Bönen testet“ betreibt, kündigt an, dass er zunächst bis Jahresende das Testzentrum weiterführen wird. Danach werde entschieden, ob ausreichend Nachfrage besteht, um das Testzentrum weiter zu betreiben. „In der Woche ist es ruhiger, stärkere Nachfrage herrscht am Wochenende, wenn Kunden zu Feiern und Veranstaltungen gehen wollen oder einen Wochenendtrip planen“, berichtet Fidan. Ob die aktuell geltenden Öffnungszeiten an sieben Tagen in der Woche beibehalten werden oder etwas reduziert werden, entscheidet sich am Ende der Woche, so Fidan. „Die neuen Öffnungszeiten finden die Kunden dann ab 11. Oktober auf unserer Internetseite.

Ab 11. Oktober wird der Schnelltest für Erwachsene, die den Testnachweis für die 3-G-Regel benötigen, weil sie nicht geimpft oder genesen sind, kostenpflichtig. „Wir werden den Test für 10 Euro anbieten“, sagt Nuri Fidan. „Für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre ist der Test aber weiterhin kostenlos, die Kosten übernimmt der Bund – ebenso für Schwangere und Menschen, die sich nicht impfen lassen können. Wie die letzte Gruppe genau geregelt ist, wissen wir noch nicht.“

Kindern in den Herbstferien noch Testmöglichkeiten bieten

Bettina Siegert, Inhaberin der Bären Apotheke, wird zunächst bis Ende Oktober weiter Tests anbieten und beobachten, wie groß die Nachfrage nach Schnelltests noch ist. „Mir ist wichtig, dass wir in den Herbstferien für die Kinder Tests anbieten können, wenn sie etwas unternehmen wollen, zum Beispiel einen Freizeitpark besuchen. Wo sonst in der Schule regelmäßig getestet wird, brauchen sie dann einen Testnachweis.“ Ob sie im November weitermacht, wird sie dann mit ihrem Apothekerkollegen Stefan Oyen absprechen, der das Testzentrum unter dem Dach der Gaststätte Denninghaus betreibt.

Möglicherweise langfristig nur noch ein Testzentrum

Auch Stefan Oyen wird sein Testzentrum an der Kampstraße auf alle Fälle bis Ende Oktober öffnen, um Tests für Schulkinder anbieten zu können. Für sie wird der Test weiterhin kostenlos sein. Für Erwachsene, die den Testnachweis benötigen, weil sie nicht geimpft sind, kostet der Test ab 11. Oktober 18 Euro. „Wegen der Personalkosten können wir das kostendeckend nicht günstiger anbieten“, erläutert Oyen. „Da wir an der Kampstraße keine Kasse haben, müssen die Testwilligen vorher in der Apotheke am Brunnen, am Bahnhof oder in der Marienapotheke bezahlen. Mit dem Bon können sie sich anschließend an der Kampstraße testen lassen“, sagt Oyen. „Etwas umständlich, aber leider geht es nicht anders.“

Ob er über Ende Oktober hinaus Tests anbieten wird, hänge von der Nachfrage ab. „Wir werden beobachten, wie sich die Nachfrage entwickelt und dann entscheiden.“ Grundsätzlich könne er sich aber auch vorstellen, dass ein Testzentrum in der Gemeinde ausreicht. „Wenn ,Bönen testet’ weitermacht und die Testmöglichkeit vor Ort sicherstellt, fände ich das beruhigend. Wenn sie die Tests tatsächlich für 10 Euro anbieten können, umso besser. Dann könnten wir Apotheker uns wieder unseren eigentlichen Aufgaben widmen.“

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