Heimatverein Kerspell Fle-ik

Kopfweiden kommen in diesem Jahr ungeschoren davon

Helfer des Vereins Kerspell Fle-ik tragen einen Ast beim Weidenschneiteln
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Das Weidenschneiteln ist in jedem Jahr eigentlich eine Gemeinschaftsaktion des Heimatvereins Kerspell Fle-ik. Wegen Corona lässt sich diese nun nicht durchführen.

Bönen – Die Kopfweiden in Flierich kommen in diesem Jahr ungeschoren davon. Die vom Heimatverein Kerspell Fle-ik für den 9. Januar angekündigte Aktion Weidenschneiteln im Bereich der Seseke-Aue muss wegen der akuten Coronasituation abgesagt werden, so Hans Rau, zweiter Geschäftsführer des Fliericher Vereins.

„Normalerweise findet diese Maßnahme, die der Landschaftspflege und dem Naturschutz dient, jedes Jahr im Januar statt. Wegen des Lockdowns und der anhaltend hohen Infektionszahlen ist das aber zurzeit nicht möglich, denn in der Regel nehmen rund 20 Helfer an der Aktion teil.“

Die Kopfweiden müssen jedes Jahr zurückgeschnitten werden, weil ihre Kronen sonst auswuchern, zu groß werden und auseinanderbrechen. „Früher wurden die Weiden ausgedünnt, weil ihre Äste für kleine Möbel und das Flechten von Körben genutzt wurden. Heute kümmern sich ehrenamtliche Helfer um den Beschnitt“, so Rau. Bis Ende Februar dauert das Zeitfenster, in dem Sträucher und Bäume geschnitten werden dürfen.

„Danach müssen Vögel und Insekten, die sich in den Weiden niederlassen, geschützt werden“, erläutert Rau. Bis zu 70 verschiedene Insekten- und Vogelarten finden in den Kopfweiden einen Lebensraum. Für sie muss das Gehölz regelmäßig ausgedünnt werden, aber auch für die Landwirte, an deren Äcker die Kopfweiden grenzen. „Wuchern die Kronen zu groß in das Feld hinein, dann können die Bauern manchmal mit ihren Landmaschinen nicht mehr passieren“, weiß Rau.

Naturschutz ist wichtig, der Schutz der Menschen geht vor

Grundsätzlich können die Kopfweiden auch ein Jahr ohne Beschnitt auskommen. „Exemplare, die besonders gefährdet sind, weil ihr Kopf auseinanderzubrechen droht, versuchen wir aber zu einem späteren Zeitpunkt im Februar oder März mit zwei, drei Helfern zu bearbeiten, das hängt davon ab, wie die Coronasituation aktuell ist. Da sprechen wir uns kurzfristig ab“, so Rau. „Wir sind da im stetigen Gespräch mit dem Umweltamt des Kreises Unna und richten uns nach den Empfehlungen.“

Schließlich handele es sich bei den ehrenamtlich Aktiven überwiegend um ältere Leute, die keinem Infektionsrisiko ausgesetzt werden sollen. „Der Naturschutz liegt uns zwar sehr am Herzen, der Schutz der Menschen geht aber vor“, betont Rau. Im Zweifelsfall müsse das Weidenschneiteln im nächsten Jahr nachgeholt und dann eben in die Hände gespuckt werden, um die Kopfweiden, die das Landschaftsbild entscheidend prägen, wieder in Form zu bringen.

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