29. Adventsmarkt lockt Besucher nach Flierich

+
Mit freudestrahlenden Augen nimmt das Mädchen beim 29. Adventsmarkt in Flierich einen Stutenkerl vom Nikolaus entgegen. Geduldig warten weitere Kinder, bis auch sie an der Reihe sind.

Bönen - Höhepunkt für die zahlreichen Kinder war am Samstagnachmittag der Besuch vom Nikolaus. Höhepunkte sammelten die Erwachsenen auf dem 29. Adventsmarkt an den Ständen am Fliericher Backhuis – lukullische, spirituelle und optische.

Kurz nach 15 Uhr fuhr der Nikolaus vor. Beladen war die Kutsche mit Stutenkerlen und Mandarinen. Ein Gedicht, traute sich kein Kind aufzusagen. In den Sack von Ruprecht griff Nikolaus trotzdem für klein und groß. Auch Bürgermeister Stephan Rotering, der den Markt um 13 Uhr eröffnet hatte, bekam einen ab.

Familiär statt kommerziell

In den zwei Stunden zuvor nahm das Angebot der Heimwerker stetig ab. „Wir waren letztes Jahr schon hier“, erklärte Dieter Hufnagel aus Göppingen, momentan zu Besuch beim Schwager in Bergkamen. „Es ist hier familiär und nicht kommerziell“, urteilte der Schwabe mit einem Tannenbaum unterm Arm. Mistelmann Bernd Speckenwirth hatte ihn aus einer Baumscheibe gesägt.

29. Fliericher Adventsmarkt

Kaum zu bezahlen

Zur Familie „Kerspel Fle-ik“ gehört auch Strickliesl Anne Wienpahl. „An den Socken stricke ich eine Woche“, erklärte sie einer Kundin, die Handarbeit hoch schätzte: „Eigentlich kann man das gar nicht in Geld ausdrücken. So etwas muss man mit Liebe machen.“ Neu im Sortiment: Stoffrucksäcke im flotten Design. Familie Reher stand wie die Jahre zuvor in der Kräuterbude. Dort gehören Neuentwicklungen zum guten Ton. In diesem Jahr experimentierten die Fliericher Marmeladenköche mit exotischen Früchten. Orange mit Kumquat stieß auf Kaufinteresse.

Dreimal täglich

Neben neuen Sorten Kräuteressig fanden sich erstmals Tinkturen, Kräuterauszüge in Alkohol. Die mit Bärlauch fördere den Appetit. Dreimal täglich einnehmen, rät Heike Kleineweischede, Kräuterhexe und Vorsitzende des veranstaltenden Heimatvereins Kerspel Fle-ik. Am Backhuis förderten allerdings keine Tinkturen, sondern Pommes, Brot- und Waffelduft den Heißhunger der Gäste. Platznot im Haus der Familie Grünewald trieb Vater Jörg und Sohn Tobias auf den Markt.

Besucherstrom verteilt

Die beiden sägen für ihr Leben gern. Komplette Geschichten entstehen aus Sperrholz, werden zusammen mit Zweigen gerahmt. „Zuhause ist alles voll“, erklärte Tobias Grünewald. Mutter Kirsten sagte „Stop“. „Es hat sich bewährt, dass wir die Stände auseinandergezogen haben“, erklärte Kleineweischede den Eindruck, dass diesmal weniger Besucher den Weg in den Bönener Süden gefunden hatten. „Außerdem ist es für uns schön, wenn sich die Leute über den Tag verteilen.“ In der Tat war den ganzen Nachmittag was los, am späteren verlagerten sich die Interessen vom Bummeln über den Markt hin zur Pflege des Gemeinschaftsgefühls, das Kleineweischede in ihrer kurzen Rede vor der Eröffnung betont hatte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare