Abschied mit Wehmut

Dr. Thomas Freiberger wechselt im Januar zur Leitung der VHS in Krefeld

Dr. Thomas Freiberger und Esther Hahm mit VHS Programm
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Regelmäßig warb Dr. Thomas Freiberger mit seiner nun kommissarischen Nachfolgerin Esther Hahm für das aktuelle VHS-Programm.

Fünf Jahre lang hat Dr. Thomas Freiberger den VHS-Zweckverband Kamen-Bönen geleitet, nun zieht es ihn nach Krefeld. Dort wird er im Januar 2022 die Leitung einer Volkshochschule übernehmen, die entsprechend der Einwohnerzahl fünfmal so groß ist.

Bönen – Eine reizvolle Aufgabe, aber in die Freude über die neue Herausforderung mische sich auch etwas Wehmut. „Hier habe ich gelernt, VHS zu machen“, zieht der 45-Jährige Bilanz. Bis seine Stelle neu besetzt ist wird die stellvertretende Leiterin Esther Hahm die kommissarische Leitung übernehmen.

Es waren fünf ereignisreiche Jahre, in denen der Umzug der VHS in das Haus der Bildung an der Bergstraße in Heeren-Werve fiel, vor allem aber die Corona-Pandemie neue Strategien in der Erwachsenenbildung forderte. „Das war eine sehr intensive Zeit“, sagt Freiberger. „Vor allem Corona führte dazu, dass wir alles auf Null setzen mussten. Was wir uns ausgedacht hatten, funktionierte plötzlich nicht mehr. Da war Improvisation gefragt.“

In jeder Phase der Pandemie habe sich auch wieder viel verändert, auch im Verhalten der Teilnehmer. „Es gab keinen Punkt, an dem man sagen konnte, so können wir jetzt weitermachen. Wir mussten immer wieder neu erahnen, was gewünscht ist und was geht. Zurzeit gibt es eine Phase der medialen Erschöpfung, an dem wir merken, die Leute haben keine Lust auf Online-Kurse.“ Das zeigten die Anmeldungen, die bisher etwas schleppend angelaufen seien. „Andererseits waren viele Menschen im September auch noch im Urlaub. Wir müssen das jetzt in den nächsten Wochen beobachten.“

Der Umzug in das neue Haus der Bildung, das viel mehr Platz und moderne technische Möglichkeiten bietet im Vergleich zum früheren Standort am Geist in Kamen, sei ein Segen gewesen, blickt Freiberger zurück. Denn das bietet trotz Corona die Möglichkeit, Kurse auch in Präsenz durchzuführen. „Der Umbau, die Begleitung, das Konzept und die Umsetzung – das war schon eine Herausforderung. Das Highlight war sicher unsere Eröffnung am 20. September 2019. Ich hab vorne die Gäste begrüßt, während die Maler zur Hintertür rausgingen. Aber es hat alles geklappt. Das ist natürlich eine Teamleistung.“

Stolz ist er vor allem, dass der Wechsel von der Stadtmitte Kamen an die Peripherie ohne Teilnehmerverluste gut angenommen wurde. Für den kleineren Partner Bönen rückte damit der Hauptstandort mit seinem Angebot näher. „Ich hoffe, dass bis zum Ende des Jahres auch die Arbeiten an der Alten Mühle abgeschlossen sein werden.“

Zum Jahresende übergibt Freiberger zunächst den Staffelstab an Esther Hahm bis per Ausschreibungsverfahren eine neue Leitung gefunden ist. „Ich wünsche mir, dass der oder die Neue ein Herz hat für die beiden Standorte und die Entwicklung, die wir eingeschlagen haben, fortsetzt. Aber ich sehe gerade für die Volkshochschulen im ländlichen Raum eine Zukunft als Begegnungsraum.“

Der Wechsel nach Krefeld bedeutet für Freiberger genau das Gegenteil: die Übernahme einer großen VHS in der Stadt mit anderen Möglichkeiten, aber auch mehr Arbeit im Management. „Hier im kleinen Team muss man alles machen. Ich hab auch Anmeldungen entgegen genommen, das war eine gute Schule. In Krefeld wird das wahrscheinlich anders sein.“ Freiberger, der lange in Bonn gelebt hat, kehrt in heimische Gefilde zurück, näher zu Familie und alten Freunden. Allerdings fällt ihm der Abschied nicht leicht: „Ich bin hier schnell aufgenommen worden und habe viele Menschen kennengelernt, die ich vermissen werde.“

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