Kreis Unna fällt in Stufe zwei der Corona-Schutzverordnung

Inzidenz unter 50: Das ist ab Sonntag wieder möglich

Neustart nach monatelangem Lockdown in der Gaststätte Denninghaus.
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Die Innengastronomie darf wieder öffnen: Kirsten Metzrath (links) und Karin Denninghaus bereiten sich schon darauf vor. Ab dem 11. Juni sollen die Gäste zunächst freitags, samstags und sonntags bewirtet werden, ab 1. Juli wollen die beiden Wirtinnen mit dem normale Betrieb in der Gaststätte Denninghaus beginnen.

Fünf Werktage infolge lag der Sieben-Tage-Inzidenzwert am Freitag im Kreis Unna unter 50. Das hat das Land Nordrhein-Westfalen bestätigt und damit den Weg frei gemacht für weitere Lockerungen. Diese gelten ab Sonntag, solange die Infektionszahlen weiterhin zwischen 50 und 35 liegen.

Bönen/Kreis Unna - Stecken sich jedoch wieder mehr Kreisbewohner mit dem Corona-Virus an und die Inzidenz überschreitet die 50er Marke, gelten erneut die Regeln der Stufe drei der Corona-Schutzverordnung, die bis einschließlich Samstag zu beachten sind. Sinkt der Wert auf 35 oder darunter und bleibt dort mindestens fünf Werktage stabil, sind weitere Lockerungen in Sicht. Am Freitag wies das Robert-Koch-Institut eine Sieben-Tage-Inzidenz von 38,7 für den Kreis aus. Ab Sonntag gelten daher folgende Bestimmungen:

Private Kontakte

Es können sich nun beliebig viele Angehörige aus maximal drei Haushalten im öffentlichen Raum treffen. Können sie einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen, dürfen außerdem zehn Menschen aus beliebig vielen Haushalten im öffentlichen Raum zusammenkommen.

Außerschulische Bildung

Musik- und Kunstschulen sowie ähnliche Einrichtungen können in Präsenzform und ohne Mindestabstände einhalten zu müssen unterrichten, sofern die Schüler ein negatives Testergebnis vorwiesen. Im Unterrichtsraum muss es aber feste Plätzen geben. An Gesangs- oder Blasinstrumenteunterricht in Innenräumen dürfen bis zu zehn Schüler teilnehmen, wenn sie negativ auf das Virus getestet wurden. Fahr-, Flug und Bootsschulen können ebenfalls durchstarten. Im praktischen Unterricht muss kein Mindestabstand eingehalten werden, wobei sich im Fahrzeug oder Cockpit nur Schüler, Lehrer und Prüfer aufhalten dürfen. Diese müssen eine FFP2-Maske tragen.

Kinder- und Jugendarbeit

Gruppenangebote sind innen mit 20 und außen mit 30 Mädchen und Jungen ohne Altersbegrenzung und mit negativem Test erlaubt. Auch innen müssen die Kinder keine Masken tragen.

Kultur

Endlich dürfen die Theater, Opern, Kinos und Co. wieder öffnen. Bis zu 500 Zuhörer und Zuschauer dürfen zur Aufführung oder zum Konzert kommen. Sie müssen sich vor der Veranstaltung testen lassen und nachweislich infektionsfrei sein. Die Betreiber müssen hingegen eine Sitzordnung im Schachbrettmuster für ihre Säle vorlegen. Gemeinsam mit bis zu 20 Mitgliedern drinnen proben dürfen in der Stufe zwei auch wieder Hobby-Bands, Musikgruppen und Chöre mit Gesang und Blasinstrumenten. Dabei gilt ebenfalls der negative Test als Voraussetzung. Museen können ab Sonntag im Kreis ohne Terminvergabe öffnen.

Sport

Im Freien ist Kontaktsport mit bis zu 25 Personen erlaubt sowie kontaktfreier Sport ohne Personenbegrenzung. In den Turnhallen und Fitness- und Tanzstudios gelten für kontaktfreien Sport gleichfalls keine Personenbegrenzungen mehr. Kontaktsport im Innenraum ist für bis zu zwölf Menschen erlaubt. Sie müssen dafür aber ihre Kontaktdaten angeben, um im Falle einer Infektion die Kontaktverfolgung möglich zu machen. Außerdem benötigen sie gleichfalls einen negativen Test. Ab Sonntag darf zudem wieder gejubelt werden. Draußen in den Stadien und an Sportplätzen können bis zu 1000 Zuschauer (maximal 33 Prozent der Kapazität) ihr Team oder ihren Sportler anfeuern, ohne zuvor einen Test gemacht zu haben. Innen sind bis zu 500 Zuschauer möglich, wenn negative Tests, ein Sitzplan und eine Sitzordnung nach Schachbrettmuster vorliegen.

Freizeit

Schwimmbäder, Saunen und Indoorspielplätze können laut Stufe zwei der Schutzverordnung wieder öffnen – mit negativen Tests und Personenbegrenzung. Die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) Kamen-Bönen-Bergkamen benötigen aber nach eigenen Angaben noch etwas Zeit, um das Bönener Hallenbad und die Sauna für den Publikumsverkehr fit zu machen. Bis Mitte Juni müssen sich die Gäste von Bad & Sauna daher wohl noch gedulden. In der Nachbarschaft, etwa in Hamm und Kamen, ist der Badespaß in den Freibädern indes schon möglich. Auch das Wellenbad in Bergkamen öffnet am Montag wieder.

Wenn die Landesinzidenz ebenfalls stabil unter 50 liegt, können Freizeitparks und Spielbanken ihre Tore wieder öffnen. Am Freitag lag sie bei 34,3. Einlassen können die Betreiber dann aber nur eine begrenzte Zahl an Besuchern, und die müssen ein aktuelles, negatives Testergebnis mitbringen.

Wer getestet und ohne Infektion ist, darf zudem wieder auf einem Ausflugsschiff, eine Kutsche, einer historischen Eisenbahn oder einem ähnlichen Gefährt Platz nehmen.

Einzelhandel

Dem Einkaufsvergnügen in den Modeboutiquen, Fachgeschäften und anderen Läden, die nicht zur Grundversorgung gehören, steht nichts mehr im Wege – außer die jeweils auf die Geschäftsgröße bezogene Kundenbegrenzung. Pro zehn Quadratmeter darf ein Kunde einkaufen, mit Maske aber ohne Test.

Tagungen und Kongresse

Ob ehrenamtlich oder beruflich: Informieren und austauschen können sich außen und innen bis zu 500 Teilnehmer, die zuvor negativ getestet wurden.

Partys und private Veranstaltungen

Die schlechte Nachricht zuerst: Partys dürfen auch jetzt noch nicht steigen. Erst ab Stufe eins (Inzidenzwert unter 35,1) darf draußen und drinnen gefeiert werden. Private Veranstaltungen sind dagegen im Freien mit bis zu 100 und im Innenbereich mit bis zu 50 Gästen gestattet, die ein negatives Testergebnis mitbringen. Das wirft die Frage auf, wie sich private Veranstaltungen und Partys unterschieden. Der WDR hat beim NRW-Gesundheitsministerium nachgefragt. Demnach richtet sich die Unterscheidung zwischen Party und normaler Feier nach Infektionsschutzgesichtspunkten, vor allem nach dem geplanten Verhalten der Gäste. Soll zu (lauter) Musik getanzt werden, was viele Kontakte ohne Mindestabstand erwarten lässt, handele es sich um eine Party, so die Antwort des Ministeriums. Und die sei ähnlich problematisch wie der Besuch einer Diskothek. Deshalb müssen diese ihre Türen auch weiterhin geschlossen halten – voraussichtlich bis zum 1. September.

Gastronomie

Anders ist das bei Restaurants und Gaststätten. Nachdem sie im Kreis Unna bereits seit zwei Wochen in den Biergärten servieren dürfen, können die Wirte ihre Gäste nun auch wieder innen bedienen. „Eintrittskarte“ für die Kunden ist der negative Coronatest. Es gilt darüber hinaus eine Platzpflicht.

Für die Außengastronomie ist kein Test mehr erforderlich, allerdings lassen sich viele Gastronomen diesen dennoch vorlegen. Das Problem: Muss ein Gast die Toilette aufsuchen, befindet sich diese meistens im Innenbereich. Und dieser darf nun mal nur mit entsprechendem Test aufgesucht werden. Des Weiteren dürfen Kantinen öffnen – für Betriebsangehörige ohne vorherigen Test.

Tourismus

Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen Gäste mit negativem Testergebnis beherbergen, Hotels können Gäste mit Negativtestnachweis ohne Begrenzung aufnehmen und gastronomisch versorgen. Das Frühstückbüfett ist also wieder gefüllt.

Friseure, Kosmetiker und Co.

Wer gepflegt sein will, darf sich mit vereinbartem Termin ohne Test wieder in die Hände der Profis geben. Die Maskenpflicht auf beiden Seiten gilt aber weiterhin, ebenso wie die Abstands- und Hygieneregeln und die Pflicht der Kunden, ihre Kontaktdaten anzugeben.

Getestet, geimpft oder genesen

Die Testpflicht entfällt für alle, die seit mindestens 14 Tagen einen vollständigen Impfschutz haben oder nachweislich von einer Corona-Infektion genesen sind.

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