Lockerungen in der Gastronomie

Ab nach draußen! Bönener Wirte bereiten sich auf Gäste im Außenbereich vor

Katja Lohmann im Biergarten Haus Böinghoff Flierich mit Backhaus
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In Haus Böinghoff in Flierich freut sich Wirtin Katja Lohmann ab Sonntag auf Gäste. Sie und ihr Team bereiten den Biergarten neben dem Alten Backhaus auf Besucher vor und hoffen auf einigermaßen gutes Wetter.

Endlich! Gute Nachricht für alle, die gerne mal wieder im Restaurant oder Café sitzen möchten: Einige Bönener Gastronomen bereiten Terrassen und Biergärten vor, um die ersten Gäste zu empfangen.

Bönen – Nach den signifikanten Rückgängen der Inzidenzzahlen, hat die Landesregierung für den Kreis Unna am Donnerstag grünes Licht gegeben für die Öffnung der Außengastronomie. Jetzt bereiten sich einige Bönener Gastronomiebetriebe auf die ersten Besucher seit langer Zeit vor, andere warten aber auch noch ab, denn das Wetter am Pfingstwochenende soll mit Windböen und Regenschauern nicht gerade ideal werden für ungetrübten Biergartengenuss.

Katja Lohmann, Wirtin von Haus Böinghoff in Flierich, freut sich sehr, dass sie an diesem Wochenende endlich wieder ihren Biergarten öffnen darf. „Wir öffnen am Sonntag um 11 Uhr und freuen uns über jeden, der kommt – trotz des nicht so tollen Wetters. Aber Teile sind überdacht, so dass man bei einem Schauer nicht nass wird.“ Mit ihrem Team bereitet sie den Biergarten mit seinen aktuell rund 30 Plätzen auf die ersten Gäste vor.

Auch nach dem Pfingstwochenende bleibt der Biergarten unter der Woche geöffnet, verspricht Katja Lohmann, so dass auch Radler auf ihrer Tour hier ein Plätzchen finden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Gäste sich kurz vorher telefonisch anmelden. Das gilt übrigens für alle Betriebe, die Außengastronomie anbieten – wie auch einige andere Regeln und Voraussetzungen, die beachtet werden müssen (siehe Infokasten). „Natürlich findet parallel auch weiterhin unser Außer-Haus-Verkauf statt“, sagt Lohmann. Die Speisekarte sei identisch, die Auswahl bei Speisen und Getränken natürlich ein bisschen reduziert, weil bei geringer Nachfrage sonst viel weggeschmissen werden müsste.

Boguslawa Wojsa, Inhaberin des Restaurant Darwin’s am Tennisheim, will ab sofort Außengastronomie auf ihrer Terrasse anbieten und hat schon Blumendekoration besorgt.

Auch Boguslawa Wojsa, Inhaberin des Restaurants Darwin’s am Südfeld, freut sich, dass sie ab sofort wieder Gäste auf ihrer Terrasse begrüßen kann. Bevor die aber an den Tischen Platz nehmen, hat sie erst einmal investiert und Blumentöpfe besorgt, um den Außenbereich zu verschönern. Zudem muss sie den Abholbereich für den Außer-Haus-Verkauf verlegen und hat dafür einen Pavillon angeschafft. Also erst mal Investitionen statt Einnahmen. Deshalb hofft die Wirtin, dass die Öffnung der Außengastronomie nicht nur ein kurzes Intermezzo wird, das wegen steigender Inzidenzzahlen dann wieder beendet wird. Und sie hofft auf zahlreiche Besucher, auch wenn das Wetter noch nicht sehr sommerlich ist. Sie bietet neben Mittag- und Abendessen auch Frühstück und Kaffee und Kuchen an.

Volker Damm, der zusammen mit seiner Frau Christiane das Fischlokal an der Rhynerner Straße betreibt, wird am Sonntag seinen Biergarten mit rund 45 Plätzen wieder für Gäste öffnen. In Werl, wo das Paar ebenfalls ein Fischlokal betreibt, ist das bereits erlaubt. „Ab Samstag darf im Kreis Soest sogar wieder die Innengastronomie öffnen, weil im Kreis Soest der Inzidenzwert unter 30 liegt“, berichtet Damm. „Bisher hatten wir in Bönen den Restaurantbetrieb ganz heruntergefahren und nur einen Verkaufswagen auf dem Parkplatz. Ab Sonntag bieten wir zur Außengastronomie auch wieder Außer-Haus-Verkauf aus unserer Küche an.“

Das Fischlokal an der Rhynerner Straße öffnet am Wochenende seinen Biergarten.

Die kurzfristige Öffnung stellt die Inhaber aber auch vor logistische Probleme, verrät Volker Damm. „Es ist im Moment schwierig, frischen Fisch in ausreichender Menge zu bekommen, denn die Fischereibetriebe haben ihre Arbeit runtergefahren und die Großhändler sind gar nicht mehr auf größere Abnahmemengen vorbereitet. Das führt dazu, dass wir für frische Ware tief ins Portemonnaie greifen müssen.“ Deshalb wird das Fischlokal in den kommenden Wochen erst mal nur freitags bis sonntags öffnen.

Zutritt nur mit den drei Gs

Hier die Regeln für den Besuch der Außengastonomie:

Gäste müssen sich anmelden.

Als Gast ist nur zugelassen, wer die drei Gs erfüllt:
getestet, zweimal geimpft oder genesen. Den Nachweis müssen Gäste ab Grundschulalter in Form eines negativen Coronatests (schriftlich oder digital) mitbringen beziehungsweise ihren Impfpass vorlegen. Ein Selbsttest reicht nicht aus.

Zur Kontaktnachverfolgung müssen die eigenen Daten hinterlegt werden.

Bei einer stabilen Inzidenz ab 50 gelten die allgemeinen Kontaktregeln: ein Haushalt oder ein Haushalt plus eine Person oder zwei Haushalte mit maximal 5 Personen. Bei der Berechnung der Personenzahl zählen Kinder bis zum Alter von einschließlich 14 Jahren, Geimpfte und Genesene nicht mit. Dies bedeutet, dass sie bei der Berechnung der Haushalte mitzählen. Auch wenn ausschließlich geimpfte Personen sich treffen, gilt die Beschränkung auf zwei Haushalte.

Mitarbeiter, die Gäste bedienen, müssen einen negativen Coronatest – Bürgertest oder zertifizierten Arbeitgebertest – vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Das Gasthaus Denninghaus an der Kampstraße wird weiterhin zunächst nur Außer-Haus-Verkauf freitags bis sonntags anbieten, sagt Wirtin Kirsten Metzrath. „Wir haben keinen klassischen Biergarten und müssten den Garten entsprechend herrichten. Für uns würde sich der Aufwand nicht lohnen.“ Weil auch die Wetterverhältnisse im Moment noch nicht sehr zu einem Biergartenbesuch einladen, will sie zunächst abwarten. Möglicherweise wäre der Betrieb eines Biergartens im Sommer parallel zum Außer-Haus-Verkauf eine Option.

Über Außengastronomie denken Ute und Torsten Nüsken im Gasthaus Dörnemann in Nordbögge im Moment gar nicht nach. Das Wirtspaar hat derzeit ganz andere Sorgen. Zwei Wochen lang hat ein Wasserschaden ihre Küche lahmgelegt, so dass auch ein Außer-Haus-Verkauf von Speisen nicht mehr möglich war. „Nun können wir glücklicherweise wieder damit anfangen“, freut sich Ute Nüsken. Bisher hatte das Lokal zwar keine Außengastronomie angeboten, grundsätzlich sei das aber durchaus eine Option für den Sommer, wenn es mit der Rückkehr zur Normalität noch länger dauern sollte. „Wir müssten allerdings erst mal eine Genehmigung beim Ordnungsamt beantragen. Aber ich wünsche allen Kollegen in Bönen gutes Wetter und einen guten Start.“

Auch das Eiscafé Panciera, das normalerweise bei den ersten Sonnenstrahlen viele Gäste an seine Tische lockt, wird erst am 15. Juni den Cafébetrieb in der Fußgängerzone und im Hof öffnen, verrät Agostino Perrone. Bis dahin gibt es den Eisbecher und das Hörnchen weiterhin nur to go. „Die Vorschriften ändern sich jeden Tag“, sagt er. „Um sicher zu gehen, dass wir dann auch langfristig öffnen dürfen, warten wir noch etwas ab.“ Zudem sei das Wetter zurzeit ohnehin noch nicht sehr sommerlich.

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