Gammelbunker bald Geschichte

80 Millionen Investition: Abriss der Woolworth-Ruine hat bereits begonnen

Arbeitsmaschinen vor Woolworth-Immobilie
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Auf dem ehemaligen Woolworth-Gelände an der Edisonstraße haben die Abrissarbeiten begonnen.

Es tut sich was an der Edisonstraße. Der Ruine der ehemaligen Woolworth-Immobilie im Inlogparc rücken jetzt die Baumaschinen zu Leibe. Das Gebäude wird vom neuen Investor abgerissen. An seine Stelle wird eine moderne Halle gebaut. Ein langfristiger Mieter soll auch schon gefunden sein.

Bönen – Die ehemalige Woolworth-Immobilie an der Edisonstraße im Inlogparc der Gemeinde war durch jahrelangen Leerstand zum Schandfleck auf einem Filetgrundstück am nahen Verkehrsknotenpunkt Kamener Kreuz mutiert. Jetzt hat der neue Investor, die Dietz AG mit Sitz in Bensheim, mit den umfangreichen Abrissarbeiten begonnen. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Ende des Jahres abgeschlossen sein. Direkt im Anschluss soll auf dem 106 000 Quadratmeter großen Areal mit dem Neubau einer modernen Logistikhalle begonnen werden.

Modernes Gebäude bereits in Planung

„Wir reißen das komplette Gebäude ab, das ist auch nicht mehr zu retten nach all den Jahren, und werden im Anschluss eine neue Anlage errichten nach modernsten Kriterien. Wir werden auch alle Nachhaltigkeitskriterien beachten, die man dabei beachten kann“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Dietz AG, Dr. Wolfgang Dietz.

Dr. Wolfgang Dietz, Vorstandsvorsitzender der Dietz AG, will gerne im Januar 2022 mit dem Neubau beginnen, wenn alles nach Plan läuft.

Für den Abriss des maroden ehemaligen Woolworth-Gebäudes wurde die Firma Hagedorn mit Sitz in Gütersloh beauftragt, die als Spezialist für Abbruch und Altlastensanierung deutschlandweit arbeitet. Sie ist seit Anfang Juli auf dem Areal im Einsatz. Der Abbruch des riesigen Gebäudes wird nach Einschätzung von Wolfgang Dietz voraussichtlich noch das ganze Jahr in Anspruch nehmen. „Wir haben alleine drei Wochen Wasser aus den vollgelaufenen Kellern abpumpen müssen.“ In der Vergangenheit war das Gebäude bekanntlich nicht nur von organisierten Diebesbanden komplett ausgeplündert worden, sondern tauchte in Internetvideos auch als Abenteuertauchplatz auf.

Das ausgeplünderte Gebäude stand zuletzt unter Wasser und war nicht mehr zu retten.

Auch die Nutzung der neuen Immobilie stehe so gut wie fest. „Wir stehen auch kurz vor dem Abschluss eines langfristigen Mietvertrags mit einem namhaften Unternehmen, das das Areal als Logistikstandort nutzen wird.“ Den Namen kann Dietz, solange der Vertrag nicht unter Dach und Fach ist, noch nicht nennen. Er rechnet mit dem Abschluss aber in den kommenden Wochen. Dann könnten auch frühzeitig Wünsche und Anforderungen des Mieters in der Planung berücksichtigt werden.

„Eine Tochtergesellschaft von uns ist Eigentümer dieser Fläche an der Edisonstraße im Inlogparc und im Grundbuch eingetragen. Wir werden jetzt im Unternehmensverbund das Projekt umsetzen.“ Denn für Abriss und Neubau des Projekts plant Wolfgang Dietz mit einer Investitionssumme von insgesamt rund 80 Millionen Euro.

Der Neubau wird nicht mehr so hoch

Für den Neubau gebe es bereits konkrete Planungen, die im Moment noch abgestimmt werden müssen mit dem künftigen Nutzer. „Das Gebäude wird nicht so hoch sein wie das alte, sondern eine normale Hallenhöhe haben – aber keine Hochregallager mehr“, verrät Wolfgang Dietz. „Und es wird eine andere Struktur haben.“ Die Mietfläche wird insgesamt 70 000 Quadratmeter umfassen, die Grundfläche etwa 60 000 Quadratmeter.

Geplant sei derzeit, im Oktober für den Neubau einen Bauantrag bei der zuständigen Behörde beim Kreis Unna einzureichen. Das sei auch mit der Kommune abgestimmt. „Da es sich schon immer um eine Logistikfläche handelte, erwarte ich auch baurechtlich keine großen Themen“, ist Dietz zuversichtlich. „Wenn alles gut läuft, würden wir gerne im Januar mit dem Neubau beginnen. Für die Bauphase bis zur Fertigstellung kalkuliert Dietz etwa zehn Monate. Ziel sei es, Anfang des vierten Quartals 2022 die Bauarbeiten abzuschließen.

Verwaltung erleichtert, dass die Arbeiten begonnen haben

Auch die Bönener Verwaltung zeigt sich angesichts der angelaufenen Arbeiten auf dem Gelände erleichtert. „Wir freuen uns, mit der Dietz AG jetzt einen verlässlichen Partner gefunden zu haben, um die Altlast an der Edisonstraße loszuwerden. Wir hoffen, dass mit dem Rückbau der Immobilie alles planmäßig klappt“, so Fachbereichsleiter Robert Eisler. „Dass es sich wieder um eine Nutzung als Logistikstandort handelt, war bei der guten Verkehrsanbindung natürlich zu erwarten.“

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