Volksbank-Baustelle am Bahnhof

38 Kilometer Kabel liegen schon. Baustelle der Volksbank am Bahnhof macht große Fortschritte

Baustelle der Volksbank am Bönener Bahnhof
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Immobilienvermittlerin Anja Rohe und Bank-Vorstand Jürgen Müller lassen sich regelmäßig von Architekt Klaus Filbert (rechts) auf den aktuellen Stand bringen. Und der lässt alle Beteiligten zuversichtlich sein, dass es mit der Fertigstellung im März 2021 klappt.

Es ist ziemlich viel los auf der Baustelle der Volksbank am Bahnhof. 54 Handwerker verschiedener Gewerke sind momentan damit beschäftigt, den Neubau des Wohn- und Gewerbehauses voranzubringen.

Noch sind die Betriebe mit den Arbeiten coronabedingt etwa vier Wochen im Verzug, doch an der geplanten Schlüsselübergabe Ende März halten Architekt Klaus Filbert und die Volksbank als Bauherr bislang fest. Und momentan sieht es auch so aus, als ob dieser Termin eingehalten werden könnte.

Seit 15 Monaten wird dort gebaut, wo früher die Gaststätte Pohlmann stand – bislang ohne größeren Schwierigkeiten, wie die beiden Volksbank-Vorstände Jürgen Müller und Oliver Drave mitteilen. Doch wie in fast allen Branchen hat die Corona-Pandemie Auswirkungen auf den Neubau. „Im Frühjahr, bei der ersten Welle, mussten wir auf die Abstandshalter für die Bewehrungsmatten warten. Sie werden in China produziert und waren nirgends zu bekommen“, erzählt Klaus Filbert. Die fehlenden Kunststoffteile, die pro Stück nur ein paar Cent kosten und von denen etwa 50 000 Stück benötigt wurden, legten somit die Arbeiten erst einmal lahm.

Jetzt fehlen spezielle Bauteile für einige Fenster, weil die Lkw-Fahrer, die sie aus Österreich und Polen nach Deutschland bringen sollen, nicht fahren dürfen. Und vor Ort müssen die Firmen insgesamt auf zehn Mitarbeiter verzichten. Diese haben sich entweder mit dem Coronavirus infiziert, sind daran krank oder befinden sich als Verdachtsfall beziehungsweise Kontaktperson in Quarantänen. Wo es irgendwie geht, arbeiten die Mitarbeiter der betroffenen Betriebe nun isoliert, die fünf verschiedenen Zugangstreppen zur Baustelle machen das leichter. Zudem gibt es Waschbecken und Desinfektionsmittel für die Mitarbeiter.

„Zwischendurch lagen wir neun Wochen im Zeitplan zurück, doch das haben wir ganz gut wieder aufgeholt“, berichtet der Architekt aus Hamm. Dafür legten die Handwerker samstags schon mal Extraschichten ein.

Neubau der Volksbank Bönen

Neubau der Volksbank Bönen
Neubau der Volksbank Bönen
Neubau der Volksbank Bönen
Neubau der Volksbank Bönen
Neubau der Volksbank Bönen

Bettenfahrstuhl für das Pflegezentrum

Die Fortschritte, die sie in den vergangenen Wochen gemacht haben, können sich sehen lassen. Fast alle Fenster sind inzwischen in den 1850 Quadratmeter großen Komplex eingesetzt, die Fassade verklinkert und die Fahrstühle inklusive eines Bettenaufzuges funktionieren bereits. Dieser Spezialaufzug ist notwendig, da das Bönener Pflegezentrum Cakir auf zwei Etagen eine stationäre Intensivpflege einrichten wird. 20 bis 30 Patienten können dort untergebracht werden. Die Trockenbauer stellen derzeit die Innenwände für die 24 Patientenzimmer mit eigenen Bädern, Cafeteria, Aufenthaltsräume und Personalbereiche fertig. Im Erdgeschoss zieht die Polizei mit einer kleinen Außenstelle als Nachbar ein.

Neben den Räumen in der ersten Etage ist hingegen eine Wohnung für Mitarbeiter des Pflegezentrums sowie ein Arztzimmer geplant. Zudem wird die Augenarztpraxis von Thomas Schockenhoff die Praxisräume auf dieser Etage übernehmen.

„Kathedrale“ sorgt für Licht

Vier weitere Wohnungen werden schließlich im Dachgeschoss in Größen zwischen 54 und 95 Quadratmeter mit und ohne Balkon ausgebaut, zwei davon als großzügige Penthouse-Wohnungen. Diese liegen im hinteren Gebäudeteil. Um dorthin zu kommen, müssen die Bewohner künftig über eine Brücke den Innenhof zwischen Neu- und Bestandsbau, in dem sich die Volksbank befindet, überqueren. „Das mag zwar ungewöhnlich sein, wir wollten aber möglichst viel Licht in den Innenhof bringen“, erklärt Klaus Filbert. Wäre der Übergang geschlossen worden, hätte sich leicht ein „Hinterhof-Charakter“ ergeben, nur wenig Tageslicht wäre in die Fenster beider Gebäude gefallen. So aber bekommen die Räume weiterhin viel Licht.

54 Handwerker sind zurzeit auf der Baustelle der Volksbank in der Gemeindemitte beschäftigt.

In der zweiten Etage befindet sich des Weiteren die „Kathedrale“ hinter der markanten Viertelkreisfront zur Bahnhofstraße. Der Bauingenieur nennt diesen offenen und hohen Bereich so, weil er zurzeit einen freien Blick auf die Dachsparren gewährt. Von dort aus soll es in das bestehende Gebäude, in den Veranstaltungs- und Schulungstrakt des Kreditinstitutes gehen. Gestaltet werden soll die Fläche als Foyer mit Garderobe und WC-Räumen. „Bislang müssen wir durch die Bank laufen, wenn wir in den Raum wollen“, erklärt Anja Rohe aus der Immobilienvermittlung der Bönener Volksbank. Ab kommenden Jahr könnten Besucher dann auch durch das lichtdurchflutete Treppenhaus des Neubaus dorthin gelangen. Dadurch wäre der Schulungsraum nicht nur intern nutzbar, sondern zum Beispiel auch für Kundenveranstaltungen, überlegt Anja Rohe.

Wohnungen sind schon nachgefragt

Für Pausen während solcher Schulungen oder Fortbildungen würde sich der große überdachte Balkon im Dachgeschoss anbieten, der an eine der Penthouse-Wohnungen grenzt. Diese wurden mit Schallschutzfenstern der höchsten Klasse ausgestattet und können so belüftet werden, dass die Fenster nicht unbedingt geöffnet werden müssen, erläutert der Architekt. Immerhin liegen sie direkt an der Bahnstrecke und dem Bahnübergang. Für die Wohnungen gibt es sogar schon einige Interessenten, berichtet Anja Rohe. Insbesondere die kleineren seien gefragt. Sie könnten im Frühling bezogen werden, wenn alles klappt.

Keine fossilen Brennstoffe zum Heizen und Solar auf dem Dach

Im Augenblick stellen die Trockenbauer die Innenwände fertig, die Elektriker ziehen Meter um Meter Kabel durch das Gebäude. „38 Kilometer haben sie schon verlegt“, weiß Klaus Filbert. Auch die Haustechnik ist ziemlich weit fortgeschritten. Das Haus wird mithilfe von Luftwärmepumpen beheizt werden – ohne fossile Brennstoffe, wie der Architekt betont. Alle Räume bekommen Fußbodenheizung, und auf dem Dach wird eine Fotovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung angeschlossen.

Von Außen soll sich der neue Komplex harmonisch an das vorhandene Gebäude anschmiegen. Deshalb hofft der Bauleiter, dass die bestellten Natursteine aus Spanien trotz Corona rechtzeitig ankommen, wenn es an die Fassadengestaltung geht. „Selbstverständlich müssen wir in der aktuellen Situation bedacht vorgehen und können Unwägbarkeiten nicht ausschließen. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir den Fertigstellungstermin Ende des ersten Quartales kommenden Jahres einhalten können“, sagt Klaus Filbert.

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