34-jähriger Bönener bezahlt Betrügereien mit Haftstrafe

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Das Schöffengericht in Unna hatte keinen Zweifel daran, dass der Bönener mit Betrugsabsichten handelte.

Bönen - Möbel, eine Küche und eine Reise kaufte ein Bönener im vergangenen Jahr. Auf Geld mussten die Händler allerdings lange warten. Die Rechnungen beglichen die Eltern des 34-Jährigen erst Monate später. Vor einer Verurteilung wegen Betruges konnten sie ihren einschlägig vorbestraften Sohn damit aber nicht mehr bewahren.

Eine komplette Einrichtung bestellte der Bönener im April 2017 in einem Möbelhaus, erhielt die Ware im Wert über 4600 Euro, und dann geschah erst einmal nichts. Erst im Herbst wurde die Forderung von seinen Eltern beglichen. Ähnlich lief das Ganze mit einer Küche für 16 000 Euro ab. Eine Abbuchung des Betrags von seinem Konto scheiterte mangels Deckung, die Eltern griffen ein. Das Geld wurde in zwei Beträgen von ihnen überwiesen.

Auch die knapp 2600 Euro teure Reise nach Gran Canaria, die sich der 34-Jährige im Juli gönnte, blieb zunächst unbezahlt und wurde nachträglich von den Eltern finanziert. Doch als alle offenen Posten ausgeglichen waren, hatte der Mann, der unter laufender Bewährung stand, immer noch ein Problem: die Strafanzeigen, die Möbelhaus, Küchenstudio und Reisebüro erstattet hatten. 

Im Prozess vor dem Unnaer Schöffengericht betonte der Verteidiger des Böneners am Mittwoch, dass der junge Mann Möbel und Küche im Auftrag der Eltern für deren neues Haus habe kaufen sollen – auf ihre Kosten. Alles sei für einen Bruder gedacht gewesen, der dort habe einziehen wollen. Erst deutlich später habe sich herausgestellt, dass der nicht einziehen würde und vielmehr der Angeklagte selbst die Wohnung nehmen würde. Die Reise hätten die Eltern dem 34-Jährigen schenken wollen. Lediglich bei den Zahlungen habe es dann Verzögerungen gegeben. Es sei unglücklich gelaufen, aber ein Schaden sei letztlich ja gar nicht entstanden.

Eltern und Sohn widersprechen sich

Die Mutter erklärte im Zeugenstand: „Er sollte das kaufen, und ich wollte das bezahlen. Ich habe immer gesagt, ich zahle das.“ Und die Reise habe sie ihm schenken wollen. Warum er ihr die Rechnungen so spät gegeben habe, wisse sie nicht. „Er vergisst auch vieles.“ Allerdings gab es da bereits den ersten Widerspruch. Die Bönenerin erklärte, die voll ausgestattete Wohnung habe eine Überraschung für den anderen Sohn sein sollen. Der Beschuldigte behauptete zuvor jedoch, Kontakt zum Bruder gehabt und ihm sogar Fotos der in Frage kommenden Möbel geschickt zu haben. 

Eine dritte Version lieferte der Vater. Der erklärte, dass der andere Sohn gar nicht in das Haus habe einziehen sollen, sondern der 34-Jährige. Das Gericht hatte keine Zweifel, dass der Bönener mit Betrugsabsicht handelte. Seine Eltern, so die Richterin, hätten erst gezahlt, als Mahnbescheide kamen und Strafanzeigen vorlagen. Sie hätten ihrem Sohn aus dieser Situation heraus helfen wollen. Für den endete das Ganze bitter: ein Jahr und zehn Monate Haft ohne Bewährung. 

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