3286 Knöllchen spülen über 45.000 Euro in die Haushaltskasse der Gemeinde

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Politesse Claudia Hoffmann heftet einem Falschparker ein Knöllchen an die Windschutzscheibe.

Bönen – 3286 Verwarnungen stellten die beiden Ordnungsdienstmitarbeiterinnen der Gemeinde 2019 an Falschparker aus – 232 weniger als im Vorjahr. Die von ihnen ausgestellten Knöllchen spülten insgesamt 45 546,33 Euro in den Gemeindehaushalt.

Damit liegen die Einnahmen über dem Haushaltsansatz von 40 000 Euro. Die besser unter dem Begriff Politessen bekannten Außendienstmitarbeiterinnen überwachen den ruhenden Verkehr auf Gemeindegebiet, aber auch Ordnungswidrigkeiten wie das Wegwerfen von Abfall und Zigarettenkippen oder die Anleinpflicht bei Hunden und die Entfernung von Hundekot. In sieben Fällen wurde eine schriftliche Verwarnung formuliert. 

Darüber hinaus sprachen die Mitarbeiterinnen viele mündliche Verwarnungen aus, die nach Einschätzung der Verwaltung einen Großteil der Bürger bereits dazu veranlasst hätten, ihr Fehlverhalten einzustellen. 

Immer wieder Beleidigungen von ertappten Bürgern

Die Überwachung des Parkraumes, fasst der Bericht der Bönener Verwaltung zusammen, werde immer noch von vielen Bürgern kritisch gesehen als persönlicher Angriff, regelwidriges Abstellen des eigenen Fahrzeugs mit einem gefühlten Gewohnheitsrecht verteidigt. Deshalb seien die Bönener Politessen immer häufiger Beleidigungen oder lautstarken Äußerungen von Betroffenen ausgesetzt. Dabei sei die Ahndung von wildem Parken, was zu Engpässen für Rettungsfahrzeuge oder blockierten Hauseinfahrten führen könne, Teil ihrer Aufgaben und kein persönlicher Rachefeldzug, wie die Verwaltung betont. 

Auch werde von ertappten Bürgern immer wieder versucht, über die Höhe des Verwarngeldes zu feilschen. Wenn der Bundesrat zustimmt, dann könnte sich künftig auch in Bönen das Bußgeld für Parken auf Geh- und Radwegen (309 Verwarnungen) und Halten auf sogenannten Schutzstreifen für Radfahrer und in zweiter Reihe auf bis zu 100 Euro erhöhen. 

Monika Thiel ist die zweite Politesse, die in der Gemeinde dafür sorgt, dass alle ordnungsgemäß parken.

Aktuell werden die Kontrollen in der Gemeinde von zwei Mitarbeiterinnen im Außendienst durchgeführt. Der Rat der Gemeinde hat im November die Mittel für die Aufstockung des Personals beschlossen. Die Stellenausschreibung für zwei unbefristete Teilzeitstellen mit jeweils 19,5 Stunden endet am Mittwoch. So sollen künftig regelmäßige Kontrollen in allen Ortsteilen zu unterschiedlichen Zeiten, auch in den Abendstunden und am Wochenende, möglich sein. 

2028 Verwarnungen in der Ortsmitte

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass der Schwerpunkt im Ortskern der Gemeinde liegt, weil hier das höchste Verkehrsaufkommen ist mit der höchsten Einwohnerdichte und entsprechend knapperem Parkraum. Hier wurden 2019 allein 2028 Verwarnungen geschrieben.

Oft reagiere die Gemeinde auch auf Anwohnerbeschwerden und kontrolliere betreffende Stellen intensiver oder zu bestimmten Zeiten. Mit der Parkflächenmarkierung im Jahr 2019 ist das Parken an Lenningser Straße, Witheborgstraße, Haarenweg und Berliner Straße sowie in den umliegenden Stichstraßen nur in den gekennzeichneten Flächen erlaubt. 

Die Außendienstmitarbeiterinnen brachten zunächst Hinweisschreiben an falsch abgestellten Fahrzeugen an. Inzwischen erwartet Falschparker hier ein Knöllchen. Zwischenzeitlich konnte die Anzahl der Parkflächen in Absprache mit dem Kreis noch einmal erhöht werden, unter anderem durch Ausbesserung des Parkplatzes der Evangelischen Kirche an der Lenningser Straße.

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