3263 Bönener können über den Integrationsrat entscheiden

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Bärbel Förster, Fatih Gönen, Wolfgang Werner, Arzhela Adabashian, Rasool Ali Asl, Jwana Al Husseini, Sakir Tanriver und Mazin Al Husseini (von links) treten für Zuflucht.Bönen bei der Wahl des Integrationsrates an.

Bönen – Es gilt eine Menge Kreuze zu machen am Sonntag. Bei der Kommunalwahl werden der Bürgermeister, die Mitglieder des Gemeinderates, der Landrat und die Mitglieder des Ruhrparlamentes gewählt. Und für 3263 Bönener gibt es noch einen Wahlzettel zusätzlich. Sie können nämlich darüber entscheiden, wer künftig ihre Interessen im Integrationsrat der Gemeinde vertritt. 14 Plätze im Gremium sind zu besetzen, 25 Bewerber aus zwei Listen sowie zwei Einzelkandidaten treten an.

Zurzeit ist Senay Oturak Vorsitzender des Beirates, er tritt für die nächste Legislaturperiode aber nicht mehr an, sondern kandidiert für die Partei „Die Linke“ nun für den Gemeinderat.

Die Wählergruppe „Wir sind Bönen“ schickt hingegen gleich 13 Bewerber ins Rennen. Zwei davon, Ismail Kayki und Feridun Güney, sind bereits Mitglieder des Gremiums. Der 54-jährige Güney war jahrelang Vorsitzender des freiwilligen Beirates, ist dann zurückgetreten, um vor fünf Jahren als Mitglied zurückzukehren. Bis auf Umalat Sambulatov, der in Tschetschenien geboren wurde, haben alle Mitglieder von „Wir sind Bönen“ türkische Wurzeln. Viele von ihnen wurden aber bereits in Deutschland – die meisten in Unna – geboren.

„Bunt gemischt“ ist das Aufgebot von Zuflucht.Bönen. Der Verein, der sich seit fünf Jahren ganz praktisch um Flüchtlinge und Migranten in Bönen kümmert, hat für die Integrationsratswahl zehn Kandidaten aufgestellt. Mit Jwana Al Husseini stellt die Gruppe auch die jüngste Kandidatin. Die gebürtige Syrerin ist 20 Jahre alt, besucht das Marie-Curie-Gymnasium und engagiert sich seit einigen Jahren ganz aktiv in der Flüchtlingshilfe. Die anderen Bewerber kommen aus dem Iran, der Türkei, Armenien, Afghanistan und Russland. Zudem haben sich der Vorsitzende von Zuflucht.Bönen, Wolfgang Werner, und Vereinsmitglied Bärbel Förster aufstellen lassen. Neben dem Abbau von Diskriminierung und Rassismus will die Wählergruppe Zugewanderte aktiv unterstützen, Unsicherheiten beseitigen und die Bildungschancen verbessern.

Gremium kann eigene Forderungen in den Rat bringen

Auch die Integration in den Arbeitsmarkt hat für die Liste „Zuflucht.Bönen“ einen hohen Stellenwert. Für mehr Gehör wollen sie außerdem kommunales Wahlrecht auch für diejenigen, die bislang davon ausgeschlossen sind, zum Beispiel, weil über ihr Aufenthaltsrecht noch nicht entschieden wurde. Das große Ziel der Gruppe ist es, künftig selbst Anträge in den Rat einbringen zu können, die ihren Forderungen mehr Kraft verleihen und vor allem mehr von mehr Menschen gehört werden. Und schließlich will Turan Karacayir ebenfalls weiter im Bönener Integrationsrat mitwirken. Der Netzwerkinformatiker ist 2014 über die CDU-Liste in den Gemeinderat eingezogen, hat die Fraktion dann aber zwei Jahre später verlassen. Sein Ratsmandat hat er aber bis jetzt behalten. Er sitzt bisher als Vertreter des Gemeinderates im Integrationsrat und will sich nun gemeinsam mit seiner Frau Gülsen Karacayir in den Beirat wählen lassen. Die Beiden treten als Einzelkandidaten an.

Für die Wahl gibt es in der Gemeinde nur einen Stimmbezirk. Wahllokal ist am Sonntag für alle, die ihr Votum dafür abgeben wollen, die Goetheschule. Sie müssen zur Abstimmung ihre Wahlbenachrichtigung und Personal-, Identitätsausweis oder einen Reisepass mitbringen. Gewählt werden kann dort zwischen 8 und 18 Uhr.

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