Haus-Aden-Gelände

Zwei Jahre Bauzeit: RAG startet mit Grubenwasserleitung zur Lippe

Die Leitungen für das Grubenwasser beginnen am verfüllten Haus-Aden-Schacht mit seinen drei Hüllrohren für die Tauchpumpen.
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Die Leitungen für das Grubenwasser beginnen am verfüllten Haus-Aden-Schacht mit seinen drei Hüllrohren für die Tauchpumpen.

Auf dem Gelände der früheren Zeche Haus Aden in Bergkamen-Oberaden beginnt die RAG in diesen Tagen mit der Verlegung von dicken Rohren im Erdreich. Durch diese soll künftig das überschüssige Grubenwasser unter dem Kanal hinweg und in die Lippe geleitet werden.

Bergkamen – Auch nach Einstellung der Kohleförderung vor 20 Jahren wird das Grubenwasser weiterhin abgepumpt und reguliert. Es soll nach dem Konzept der RAG nicht weiter als bis auf 600 Meter unter der Erdoberfläche ansteigen.

Haus Aden: Leitung für Grubenwasser in Bergkamen

Auf dem Gelände der früheren Zeche Haus Aden in Bergkamen-Oberaden beginnt die RAG mit der Verlegung von dicken Rohren im Erdreich.
Auf dem Gelände der früheren Zeche Haus Aden in Bergkamen-Oberaden beginnt die RAG mit der Verlegung von dicken Rohren im Erdreich.
Auf dem Gelände der früheren Zeche Haus Aden in Bergkamen-Oberaden beginnt die RAG mit der Verlegung von dicken Rohren im Erdreich.
Auf dem Gelände der früheren Zeche Haus Aden in Bergkamen-Oberaden beginnt die RAG mit der Verlegung von dicken Rohren im Erdreich.
Haus Aden: Leitung für Grubenwasser in Bergkamen

Haus Aden selbst ist einer von sechs zentralen Standorten zur Wasserhaltung im Ruhrgebiet. Ihm kommt damit eine wichtige Ewigkeitsaufgabe zu.

Die Zentralwasserhaltung startet nun mit der neuen Trasse in die erste Umsetzungsphase. Nach erfolgreicher Vergabe der Bauleistungen durch die RAG an eine Bietergemeinschaft aus der Eiffage-Gruppe wird mit der Umsetzung der Baumaßnahme begonnen. Es sind zwei Jahre Bauzeit vorgesehen. Ab 2024 soll das Grubenwasser in die Lippe geleitet werden.

Auf der Nordseite des Datteln-Hamm-Kanals sind die Arbeiten bereits gestartet. Hier sollen die Leitungen in einer offenen Bauweise verlegt werden.

Die neue Trasse der Zentralwasserhaltung beginnt am ehemaligen Schachtgerüst Haus Aden 2, das im März/April abgerissen wurde. Von dort verläuft sie auf einer Länge von rund 300 Meter und in einer Tiefe von 17 Meter. Sie endet auf der Nordseite des Datteln-Hamm-Kanales. In diesem Abschnitt quert die Trasse nicht nur den Kanal, sondern auch den geplanten Stadtteil „Wasserstadt Aden“.

Die Querung erfolgt in einem sogenannten Medienkanal mit einem Durchmesser von 2,8 Metern. Durch diesen Medienkanal werden anschließend zwei Druckrohrleitungen verlegt mit einem Durchmesser von jeweils 0,60 Metern sowie mehrere Kabelleerrohren.

Lösung auch fürs Niederschlagswasser

Wegen der Folgenutzung des ehemaligen Betriebsgeländes zu einem Wohn- und Gewerbegebiet mit Naherholung besteht nach Angaben der RAG zudem die Notwendigkeit, das im Quartier Oberaden und der Wasserstadt Aden anfallende Niederschlagswasser im Fall eines Hochwasserereignisses vom Pumpwerk Oberaden in Richtung Lippe abzuleiten. Dazu werden – in einem weiteren Medienkanal und parallel zum ersten – drei Druckrohrleitungen verlegt.

Anschließend soll nördlich des Datteln-Hamm-Kanals die Verlegung aller Rohrleitungen parallel zur Straße „Am Rothenbach“ bis zum nördlichen Ende der Siedlung „Kleine Heide“ folgen.

15 Meter tiefe Schachtbauwerke

Die Verlegung der Rohrleitungen nördlich der Wasserstraße geschieht in offener Bauweise, die Herstellung der beiden Medienkanäle dagegen im Rohrvortrieb, sodass hier kein Graben ausgebaggert werden muss. Die Leitungen starten und enden nach Mitteilung der RAG in einem Schachtbauwerk mit einem Durchmesser von rund 15 Meter und einer Tiefe von etwa 18 Meter.

Die Bauüberwachung im Namen der RAG erfolgt durch das Ingenieurbüro Weber-Ingenieure GmbH aus Essen. Die Objektplanung obliegt dem Ingenieurbüro Tillmann Ingenieure GmbH aus Recklinghausen.

Grundwasser soll geschützt werden

Für die zukünftige Wasserhaltung waren beim Verfüllen des Haus-Aden-Schachtes sogenannte Hüllrohre eingebaut worden, über die Tauchpumpen in die Tiefe gelassen werden können. Darüber soll – mit hohem öffentlichem Zuschuss – ein neues, optisch ansprechendes Gebäude entstehen, das auch die Bergbauhistorie der Stadt Bergkamen aufgreifen soll. „Die Wasserhaltung kann aber auch unabhängig eines solchen Gebäudes erfolgen“, sagt RAG-Sprecher Christof Beike.

Das Grubenwasser muss abgepumpt werden, damit es nicht mit den zur Trinkwassergewinnung genutzten Grundwasser in Berührung kommt und Umweltschäden hervorruft. Bevor das Grubenwasser verlassene Grubengebäude erreicht, löst es im Gestein mineralische Inhaltsstoffe wie etwa Salze.

PCB soll eliminiert werden

Laut Beike wird nach wie vor an einer Methode gearbeitet, den Giftstoff PCB möglichst vollständig aus dem abgepumpten Grubenwasser zu entfernen. „Noch aber gibt es keine Technik, die dies hinreichend leistet“, sagt Beike. Eine Pilotanlage brachte bekanntlich keine befriedigenden Ergebnisse. Zwar ließen sich Schwebstoffe entfernen, der Schadstoff selbst befindet sich aber zum Großteil im Wasser selbst. Hineingelangt ist es unter anderem durch Hydrauliköle, die unter Tage eingesetzt wurden.

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