Auffangstation für Igel

Zwei Bergkamenerinnen helfen Tieren in Not und geben Interessierten Tipps

Igel Box zum Überwintern
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Igel benötigen ein Gewicht von mindestens 600 Gramm, um den Winterschlaf zu überstehen.

Bergkamen – Wenn Igel in Bergkamen und Umgebung Hilfe brauchen, springen Anne Kuhfuss und Steffi Vergin ein. Sie haben eine Auffangstation für in Not geratene Igel ins Leben gerufen. In ihrer Obhut werden die kleinen Gesellen untersucht, aufgepäppelt und bei Bedarf von einem Tierarzt medizinisch versorgt.

Ab einem Gewicht von mindestens 700 Gramm geht es für die Tiere dann in den Winterschlaf. Sobald sich die Temperaturen dem Gefrierpunkt nähern, schlafen Igel ein. Dabei fahren sie ihren Stoffwechsel soweit runter, dass die Helferinnen den Herzschlag nur noch mit einem Stethoskop hören könnten. „Wir kontrollieren nur ob die Dämmung des Schlafplatzes ausreicht und ob Nässe eindringt“, erklärt Anne Kuhfuss, die gelegentlich auch hinnehmen muss, dass mal ein Tier nicht mehr aufwacht. „Das ist Natur“, findet die Igelfreundin, die sich außerdem beim Tierschutzverein Bella Luna und dem Hundesuchteam Bergkamen engagiert.

Erst im Frühjahr, wenn die Temperaturen wieder steigen, wachen die bis dahin eingekugelten Igel aus dem Tiefschlaf auf. Dann haben sie ordentlich Hunger und werden angefüttert, bevor es wieder hinaus in die Natur geht. „Da gehören sie hin“, so die Tierschützerin.

Der Wunsch: Mehr Tierfreunde, die Igel zu Hause überwintern lassen

Sie wünscht sich, dass mehr aufmerksame Tierfreunde auch den Mut aufbringen, einen hilfsbedürftigen Igel bei sich überwintern zu lassen. Dabei leisten sie und Steffi Vergin gerne Unterstützung mit Tipps und auch mit Material. Besonders hohe Ansprüche haben die Gartenbewohner nicht. Eine Kiste von einem Quadratmeter Fläche, Zeitungsschnipsel, ein Häuschen aus dem Zoogeschäft und einen kühlen, regengeschützten Platz im Gartenhaus, auf dem Balkon oder einfach im Keller kann ausreichen.

Dabei ist wichtig, dass der Igel vor Katzen oder Füchsen geschützt ist, denn im Winterschlaf sind Igel vollkommen hilflos. Wer jetzt im Dezember einen Igel findet, sollte ihn zunächst beobachten. Anne Kuhfuß rät, sehr kleine, verletzte und langsam gehende Igel einzusammeln und zu wiegen. Igel unter 600 Gramm würden den Winterschlaf nicht überleben. Sie werden deshalb mithilfe höherer Temperaturen wachgehalten und natürlich gefüttert.

Damit die Zahl der hilflosen Igel nicht weiter steigt, bittet die Tierfreundin vor allem Gartenbesitzer, nicht alles zu verriegeln. Laubhaufen und gestapeltes Holz sind hervorragende Rückzugsmöglichkeiten. Wer draußen zufüttern möchte, sollte Katzennassfutter anbieten. „Igel lieben Geflügel als Pastete“, weiß Kuhfuss, die von Futter mit Gelees und Soßen abrät. Für den kommenden Sommer hofft sie auf vernünftige Besitzer von Mährobotern, die nicht in den Zeiten der nachtaktiven Igel eingeschaltet sein sollten. „Die Verletzungen der Igel sind fürchterlich“, erinnert sie sich.

Kontakt: Wer Fragen hat oder Sachspenden, wie alte Zeitungen abgeben will, erreicht Anne Kuhfuss unter der Nummer 0152/31808099.

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