Zukünftige Moschee-Anwohner diskutieren Parksituation

Skepsis schlug dem Architekten der Moschee, Mehmet Karademir (unten), vor allem in Parkplatzfragen entgegen. - Fotos: Wenge
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Skepsis schlug dem Architekten der Moschee, Mehmet Karademir (unten), vor allem in Parkplatzfragen entgegen. - Fotos: Wenge

BERGKAMEN -  95 Stellplätze sollen nach derzeitiger Planung am Moschee-Neubau in der Karl-Liebknecht-Straße entstehen. Das entspricht annähernd einer Verdoppelung des vorhandenen Parkraumes, erläutert Mehmet Karademir. Doch seine Zuhörer kann der Architekt damit nicht beeindrucken.

„Wo sollen die Autos denn alle hin?“, fragt ein Anwohner skeptisch. „Das passt doch nie“, pflichtet ihm ein anderer bei und ergänzt: „Höchstens, wenn die Autos gestapelt werden.“ Die Parkplatzsituation brennt den Teilnehmern der Informationsveranstaltung der Ditib-Gemeinde Bergkamen-Mitte unter den Nägeln. Alles andere erscheint an diesem Abend nebensächlich. Einige bringen Anwohnerparkplätze ins Spiel. Denn schon jetzt sei in dem Wohngebiet oft kein Durchkommen mehr, wirft eine Anliegerin ein: „Wenn in der Neuapostolischen Kirche an der Lassallestraße Gottesdienste stattfinden, ist es rappelvoll.“ Dadurch, dass der Fußweg von der Karl-Liebknecht-Straße zur Landwehrstraße erhalten bleibt, fürchtet ein Mann zudem, dass die Moscheebesucher dort künftig alles zuparken könnten.

Mehmet Karademir versucht, den Anwohnern ihre Ängste zu nehmen. Die Ditib-Gemeinde habe ein Verkehrsgutachten erstellen lassen – danach seien keine Probleme zu erwarten. Zumal die Parkfläche nach Angaben des Architekten großzügig angelegt ist: „Wir schaffen mehr Stellplätze als die Landesbauordnung es verlangt.“ Diese Parkplätze sollen auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. An Markttagen zum Beispiel können die Besucher ihre Wagen dort abstellen.

Dass auch Muslime aus anderen Gemeinden die Moschee an der Karl-Liebknecht-Straße ansteuern, schließt Mehmet Karademir aus. Der Begriff „Zentralmoschee“, den der Ditib-Verein in seinem Namen trägt, hatte einige Zuhörer aufhorchen lassen. „Aus Dortmund werden sicher keine Gläubigen nach Bergkamen kommen“, beruhigte der Architekt.

Und da auch die Gemeinden in Oberaden und Rünthe über eine Moschee verfügen, rechnet er ebenfalls nicht mit Besuchern aus diesen Stadtteilen. Trotzdem: An den Feiertagen und im Fastenmonat Ramadan könnte es voll werden, räumt Karademir ein. Er geht von maximal 400 Besuchern aus. Hochzeitsfeiern aber wird es in der Moschee an der Karl-Liebknecht-Straße nicht geben – Trauungen hingegen schon.

Ohnehin hält der Architekt es für unwahrscheinlich, dass alle Gläubigen mit dem Auto zum Gebet kommen. Die Gemeinde will auch gerade deshalb im Stadtzentrum bauen, damit die Moschee fußläufig zu erreichen ist. Deshalb stößt der Vorschlag eines Anwesenden, die Moschee in einem Industriegebiet zu bauen, bei den Muslimen auf wenig Gegenliebe. „Das ist ganz klar Ausgrenzung“, entgegnet Mehmet Karademir. Eine Alternative zum Standort an der Karl-Liebknecht-Straße gebe es im Moment nicht. In seiner Sitzung vor den Weihnachtsferien hat der Stadtrat dem Grundstücksverkauf an die Ditib-Gemeinde grundsätzlich zugestimmt.

Die Räumlichkeiten am Wiehagen reichen schon lange nicht mehr aus. „Für soziale Aktivitäten ist dort einfach kein Platz“, beschreibt der Architekt das Problem. Genau das soll sich mit dem Neubau ändern. In Schulungsräumen wollen die Muslime Nachhilfeunterricht anbieten. Nicht nur für den eigenen Nachwuchs. „Jeder kann dort seine Kinder anmelden“, betont Karademir.

Auch im Café seien Besucher von außen auf eine Tasse Tee willkommen. Ebenso auf dem Platz vor der Moschee, wo ein Pavillon und Bänke zum Verweilen einladen sollen: „Hier können sich Menschen begegnen, miteinander reden, diskutieren oder einfach nur innehalten.“

Und da die Planungen noch nicht abgeschlossen sind, wollen der Architekt und die Gemeinde Wünsche und Anregungen der Nachbarn, so weit möglich, berücksichtigen. Nach Aussagen der Eltern etwa spielen viele Kinder aus dem Wohngebiet genau auf der Fläche, auf der die Moschee entstehen soll. Karademir will deshalb mit der Gemeinde über einen Spielplatz an der Moschee nachdenken. Er geht davon aus, dass dies nicht das letzte Treffen mit den Anwohnern gewesen ist. - rw

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