Zeugnisvergabe in Corona-Zeiten: Schule in Bergkamen plant Drive-In

Abiturzeugnis
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Die Übergabe des Abiturzeugnisses ist ein feierlicher Moment. Ob das in diesem Jahr auch so sein wird, ist fraglich.

Bergkamen – Mit dem Endspurt vor den Sommerferien verbinden die meisten Schüler vor allem die Zeugnisvergabe. Besonders für Abschlussklassen ist diese ein ganz besonderer Moment, der mit einer großen Feier und den liebsten Menschen verbunden wird. Doch in diesem Jahr sieht die Vergabe bei den Abschlussklassen, aber auch bei allen übrigen Jahrgängen der weiterführenden Schulen in Bergkamen, etwas anders aus.

„Bei uns soll es in diesem Jahr einen Abi-Drive-in geben“, verrät Dirk Rentmeister, stellvertretender Schulleiter der Willy-Brandt-Gesamtschule. Geplant ist, dass die rund 65 Abiturienten jeweils mit einem Auto vorfahren, in dem dann auch die Eltern mitfahren können, und dann über einen roten Teppich ins Gebäude stolzieren. Die Fachlehrer werden dabei wahrscheinlich Spalier stehen. 

„Das soll ein ganz besonderer Moment für die Schüler werden und sie können so auch ihre Kleider oder Anzüge präsentieren, die sie für ihren Abschluss gekauft haben“, sagt Rentmeister. Wie viel Zeit für alle 65 Schüler eingeplant werden muss, wollen Rentmeister und seine Kollegen noch besprechen. Bei der Vorbereitung der Zeugnisvergabe für die zehnten Klassen geht es dagegen noch etwas komplizierter zu, denn immerhin geht es um 150 Schüler. 

„Es ist traurig, dass die Schüler zum Abschluss unter besonderen Bedingungen entlassen werden müssen. In der Vergangenheit haben wir sonst immer alles nett gestaltet. Wir bemühen uns aber, die Vergabe auch in diesem Jahr nett zu gestalten“, erzählt Rentmeister. Wie genau die Vergabe ablaufen soll, sei noch in Planung. Absehbar sei jedoch, dass die Zeugnisse klassenweise verliehen werden. Bei gutem Wetter kann sich Rentmeister zudem vorstellen, die Übergaben draußen zu veranstalten. 

Räumlichkeiten fehlen

„Da könnten die Schüler dann auch zwei Familienmitglieder mitnehmen. Das hat dann noch mal etwas Besonderes“, findet Rentmeister. Alle anderen Jahrgänge sollen ihre Zeugnisse am jeweiligen letzten Präsenztag vor den Ferien bekommen. Auch am Städtischen Gymnasium Bergkamen läuft die Vergabe dieses Mal anders als gewohnt. 

„Leider können wir in diesem Jahr nicht mit allen zusammen im großen Rahmen feiern. Dafür gibt es keine Räumlichkeiten in Bergkamen, die das zulassen würden, und große Veranstaltungen sind unter den aktuellen Maßnahmen ja sowieso sehr kritisch zu sehen“, bedauert Bärbel Heidenreich, Schulleiterin des Gymnasiums. 

Wie genau die Zeugnisvergabe für die Abiturienten, aber auch für die anderen Jahrgänge, in diesem Jahr am Gymnasium aussehen wird, soll noch besprochen werden. Auch an der Freiherr-vom-Stein-Realschule überlegen die Lehrer, wie sie den Abschlussklassen einen würdigen Abgang ermöglichen können. „Eine Möglichkeit wäre die Aula, da kann aber nur eine Klasse untergebracht werden. Bei gutem Wetter könnte man die Vergabe sonst auch draußen machen“, sagt Julia Bressem, stellvertretende Schulleiterin. Über den genauen Ablauf sei man sich noch nicht einig. 

"Totales Neuland"

„Für uns ist das ja auch totales Neuland“, berichtet Bressem. „Die Lehrer möchten sich natürlich auch verabschieden, denn auch für uns geht etwas zu Ende, wenn die Schüler gehen. Sie sollen diesen Lebensabschnitt vernünftig abschließen“, fährt die stellvertretende Leiterin fort. 

Für die Jahrgänge fünf bis neun ist geplant, dass in der Zeit vor den Sommerferien pro Tag ein Jahrgang – unterteilt in die Gruppen, in denen die Schüler bisher auch unterrichtet werden – in der Schule erscheint. „Sie sollen von den Klassenlehrern und stellvertretenden Klassenlehrern ihre Zeugnisse mit netten Worten im kleinen Kreis überreicht bekommen“, sagt Bressem.

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