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Wacher Hausmeister bringt Polizei auf die Spur zu einer Kiffer-Clique in Bergkamen

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Von: Jana Peuckert

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Der Cannabis-Vorrat (Symbolbild) in den eigenen vier Wänden hat einen jungen Bergkamener vor Gericht gebracht.
Der Cannabis-Vorrat (Symbolbild) in den eigenen vier Wänden hat einen jungen Bergkamener vor Gericht gebracht. © Privat

Argwohn bestätigt: Die jungen Leute im Park kamen einem Hausmeister in Bergkamen verdächtig vor. Mit seinem Hinweis wurde die Polizei fündig. Nun folgte die Strafe.

Bergkamen/Kamen – Ein Hausmeister beobachtet in einem Park in Bergkamen ein paar junge Leute. Ihr Verhalten erscheint ihm verdächtig. Er vermutet, dass Drogen im Spiel sind. Schnell sind ein paar Fotos der Anwesenden gemacht. Dann wendet sich der Mann an die Polizei – mit Erfolg.

Drogen und Zubehör gefunden

Am 15. Dezember vergangenen Jahres kommt es bei einem 23-jährigen Bergkamener in dessen Zimmer im elterlichen Wohnhaus zu einer Durchsuchung. Die Beamten finden 5,3 Gramm Marihuana, 2,4 Gramm Marihuana-Tabak-Gemisch, eine Feinwaage und einen Zerkleinerer.

Verdacht auf Drogenhandel

Für diesen Fund landet der Mann im Amtsgericht Kamen vor einem Strafrichter. Er gibt zu, dass die genannten Gegenstände ihm gehörten. Aber: Auch wenn er eine Feinwaage habe, deale er nicht, beteuert der 23-Jährige. Er habe die Waage während seiner Tätigkeit als Entrümpler gefunden und behalten. „Es ist nur zum Eigenkonsum.“

Entzug mehrfach gescheitert

Inzwischen habe er allerdings gemerkt, dass er ein echtes Drogenproblem habe. Fünfmal sei er bereits in einer Klinik gewesen. „Bisher hat es nicht geklappt“, muss der Angeklagte zugeben. Jetzt habe er allerdings einen anderen Job und eine Ausbildung in Aussicht. Seinen Drogenkonsum habe er ziemlich reduziert. Zudem habe er sich in psychologische Behandlung begeben.

Sachbeschädigung „auf dem Deckel“

Trotz des jahrelangen Konsums war der Bergkamener bisher – zumindest was Drogendelikte angeht – strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten. „Da haben Sie ja in den letzten Jahren Glück gehabt, dass wir uns deshalb hier noch nicht gesehen haben“, bemerkt der Richter. Eine Vorstrafe hat der 23-Jährige aber, und zwar wegen Sachbeschädigung.

Geldstrafe von 900 Euro

Am Ende kann das Gericht dem Angeklagten kein Handeltreiben nachweisen, der Besitz ist jedoch ebenso strafbar. 900 Euro muss der Bergkamener für sein Verhalten zahlen. Der Richter wird am Schluss noch einmal deutlich: „Marihuana macht den Körper nicht besser und leistungsfähiger, sondern auf lange Sicht kaputt.“

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