Würgegriff und Kopfstoß: Mann aus Bergkamen attackiert Freundin

Bergkamen – Als brutal, hinterhältig und besonders übel bezeichnete der Richter im Amtsgericht Kamen den Angriff eines Bergkameners auf seine damalige Lebensgefährtin. Verurteilt wurde der 46-Jährige zu 4800 Euro Geldstrafe – allerdings nicht wegen Körperverletzung.

„Ich habe keine Erinnerung mehr an den Abend“, gab der Angeklagte an, für den 1. Juni vergangenen Jahres einen Filmriss zu haben. Seine damalige Freundin hat das Geschehen bis heute nicht vergessen. Ganz im Gegenteil: „Er hat mich zum Opfer gemacht. Das fühlt sich schrecklich an.“ 

Seither befinde sie sich in Therapie. Schon zu Beginn ihrer Zeugenaussage wirkte die 49-Jährige nervös. Sie und der Angeklagte seien auf einer Feier in den Räumen eines Sportvereins in Bergkamen-Rünthe gewesen. Der 46-Jährige habe einiges getrunken. „Aber nicht bis zur Besinnungslosigkeit“, erklärte die Geschädigte. 

Den Heimweg habe der Angeklagte mit dem Auto antreten wollen. Das habe sie aber nicht zugelassen und die Nummer eines Taxiunternehmens gewählt. Der Angeklagte habe ihr das Handy aus der Hand geschlagen und damit gedroht, sie umzubringen. „In dem Moment hat er mich gewürgt. Mir ist schwarz vor Augen geworden und ich bin zusammengesackt“, berichtete die Frau. 

An dieser Stelle versagte ihre Stimme. Sie fing stark an zu zittern, bat um eine Unterbrechung. Danach erklärte sie weiter, dass der Angeklagte sie vom Boden hochgezogen, sie links und rechts am Kopf in die Haare gegriffen und ihr einen Kopfstoß verpasst habe. Getroffen hatte der 46-Jährige sie am Auge. Fotos zeigten eine Blaufärbung in diesem Bereich. 

Der Bergkamener gab an, die Verletzung am nächsten Morgen gesehen zu haben. Der Blick der Frau habe ihn vermuten lassen, dass er etwas damit zu tun hatte. Die bislang strafrechtlich weiße Weste des Mannes, befleckte der Richter mit seinem Urteil von 60 Tagessätzen zu je 80 Euro. Aufgrund der starken Alkoholisierung sei der Angeklagte aber nicht für die Körperverletzung verantwortlich. Allerdings habe er sich wegen Vollrausches strafbar gemacht. „Das war nicht ich, es tut mir leid“, so der Angeklagte.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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