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Wohnen im "Erdbeerfeld": 135 Wohneinheiten sollen in Oberaden entstehen

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29 Einfamilienhäusern, 32 Doppelhäusern und fünf Mehrfamilienhäuser sollen auf dem „Erdbeerfeld“ zwischen Hermann-Stehr-Straße und Jahnstraße gebaut werden. Mit einer Bürgerversammlung soll die Bevölkerung frühzeitig in die Planungen mit einbezogen werden.

Bergkamen – Als Wohnstandort ist Bergkamen gefragt. Das Bauamt werde mit Anfragen geradezu überhäuft. „Die vorhandenen Bauten der 1960er und 1970er Jahre genügen aber nicht mehr den heutigen Ansprüchen“, erklärt Planungsamtsleiter Thomas Reichling, warum es vor allem Fragen nach Potenzial für Neubauflächen gäbe.

Ein solches Potenzial birgt die Freifläche zwischen Hermann-Stehr- und Jahnstraße, die im Volksmund „Erdbeerfeld“ genannt wird. Die 50 000 Quadratmeter große Fläche liegt zentral in Oberaden und ist ideal angebunden an Kindergärten, Grund- und Realschule, Sportstätten, Einkaufsmöglichkeiten und ÖPNV.

Bereits 2014 hatte die Stadt mit dem Flächennutzungsplan die Weichen gestellt, diese Fläche zu bebauen. Nun soll dort ein Wohngebiet entstehen. Ein entsprechendes Signal gab am Dienstag der Stadtentwicklungsausschuss. Mit einer Gegenstimme von BergAuf wurde die Verwaltung beauftragt, ein Bauleitplanverfahren einzuleiten und die Öffentlichkeit in Form einer Bürgerversammlung frühzeitig zu beteiligen. Die Politiker billigten den städtebaulichen Rahmenplan, den die Beta Baulandentwicklungsgesellschaft und das Dortmunder Planungsbüro Planquadrat im Auftrag der privaten Eigentümer entwickelt hatten und dem Ausschuss vorstellten. Zahlreiche Anwohner verfolgten die Sitzung von der Tribüne aus.

Verdichtung soll behutsam erfolgen

Die Beta Baulandentwicklung, so erklärte Geschäftsführer Uwe Wienke, wolle nun Gespräche zum Ankauf der Fläche führen und sie dann entsprechend entwickeln. Seitens der Politik gab es lediglich Anregungen. „Wir reden hier von der Jahnstraße“, betonte Rüdiger Weiß (SPD). Zebrastreifen und Linksabbiegerspuren wären da vielleicht sinnvoll. „Wir reden von 135 Wohneinheiten. Da wird das eine oder andere Auto fahren“, argumentierte Weiß, dass auch genügend Parkmöglichkeiten eingeplant würden. Außerdem sollte die Verdichtung behutsam erfolgen, damit ein aufgelockertes, wertiges Wohnen mitten in Oberaden möglich sei.

„Das ist unser Filetstück, darauf müssen wir aufpassen“, sagte auch Angelika Lohmann-Begander (FDP). Die Grünen hätten „eine ganze Menge an Bedenken“, die jedoch weiterer Gespräche bedürften, erklärte Harald Sparringa. „Wir versprechen, wir werden uns einmischen“, sagte er. Er erinnerte die Ratsfraktionen: „Wir entscheiden hier. Wir müssen nicht bitten.“ BergAuf sprach sich gegen die Pläne aus, da es vor dem Hintergrund des Klimaschutzgedankens auch innerstädtische Freiflächen geben müsse. 

Kritik an den Plänen von den Bürgern

Die Bürger hingegen kritisieren das Vorhaben. „Die L821n soll die Jahnstraße entlasten. Durch die neue Siedlung holen wir den Verkehr aber wieder zurück. Wo ist da die Logik?“, fragte ein Anwohner. Bürgermeister Schäfer sah darin keinen unauflösbaren Widerspruch. Die L821n würde schließlich für den Schwerverkehr gebaut. Politik müsse immer abwägen, was der Allgemeinheit diene.

Die Pläne für das neue Wohnquartier:

Die Pläne sehen insgesamt 135 neue Wohneinheiten vor, aufgeteilt auf 29 freistehende Einfamilienhäuser, 32 Doppelhäuser und fünf Geschossbauten mit jeweils acht bis neun Wohneinheiten. Die Häuser sollen maximal zwei Vollgeschosse, im südlichen Randbereich auch drei Vollgeschosse haben dürfen. Die Grundstücksgröße soll zwischen 350 und 650 Quadratmetern liegen. Inmitten des Areals soll eine Grünfläche entstehen, die als Nachbarschaftstreffpunkt und Spielplatz genutzt werden soll. 

Gleichzeitig soll ein Fußweg hindurchführen, der den Fußpatt im Bereich Stormstraße mit der Kuhbachtrasse verbinden soll. Erschlossen werden soll das neue Baugebiet von zwei Seiten: Einmal über die Hermann-Stehr-Straße und am östlichen Rand über einen Stich zur Jahnstraße. Erste Pläne zur Entwässerung sehen vor, ein Regenrückhaltebecken zu bauen, damit das Oberflächenwasser in Richtung Kuhbach abgeführt werden kann. Ein genaues Konzept wurde jedoch noch nicht erstellt.

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