„Wir für Weddinghofen“ spendet 500 Euro für die Eishalle

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Kleine und große Kinder auf dem Eis.

Bergkamen - Die Dorfgemeinschaft „Wir in Weddinghofen“ hat am Wochenende erneut ein Zeichen pro lokale Vereinsvielfalt und den Weiterbetrieb der Eissporthalle gesetzt. Kurz vor Spielanpfiff der Bärinnen gegen Ingolstadt überreichte der erste Vorsitzende, Christian Weischede, dem EC Bergkamen einen Scheck in Höhe von 500 Euro. Auch Martin Brodde, bald schon Neubetreiber der Halle, war zu Gast und verfolgte das sportliche Event vom Spielfeldrand aus.

Auf der sonst weniger zahlreich besetzten Tribüne fanden sich am Samstagabend kaum noch Lücken. Auch, wenn mangelnde Besucherzahlen nicht alleiniger Grund für den Problemkind-Status des riesigen Gebäudes sind, gaben die vollen Ränge Hoffnung auf eine Rettung in letzter Sekunde. „Aufgrund der so prekären Lage des EC Bergkamen mussten wir nicht lange überlegen, wo die Einnahmen des Weihnachtsmarktes am sinnvollsten aufgehoben sind“, sagte Anja Lenz aus dem Vorstandsteam von „Wir in Weddinghofen“.

Denn nachdem die Stadt im vergangenen Jahr angekündigt hatte, den Eishockeyclub und dessen Trainingsstätte wegen erheblicher Isolierungsmängel, finanzieller Verluste und allgemeiner Baufälligkeit nicht mehr länger betreiben zu wollen, schien das Schicksal der Eishalle besiegelt. Martin Brodde, selbst Torwart bei der Eishockey-Herrenmannschaft „Die Grizzlys“ entschloss sich deshalb nach reiflicher Überlegung, eine Gesellschaft zu gründen und die Eissporthalle zu übernehmen.

„Eigentlich habe ich eine Biotechnologie-Firma in Münster – komme also aus einem vollkommen anderen Gewerbe“, erzählte er, war jedoch unbesorgt, denn „ich kenne die Zahlen wie kein anderer und habe ein Konzept.“ Brodde war zuversichtlich, seine Änderungspläne bei gleichbleibenden oder sogar steigenden Besucherzahlen umsetzen und die Halle so aus der Misere befördern zu können. „Ich hoffe, den Vertrag bis zum 1. Mai vorliegen zu haben und ihn dann endlich unterschreiben zu können“, so der Geschäftsmann. Bis zur nächsten Wintersaison wolle er nämlich bereits kleinere Sanierungen an Gastronomiebereich, Toiletten und Fassade vornehmen. „In der Mache ist noch wesentlich mehr – vor allem sollen die Räume im Sommer nicht mehr leer stehen.“

Keine Konkurrenz zur Tennishalle

Abgesehen von erweiterten Laufzeiten in den kalten Monaten habe er unter anderem über einen Indoor-Spielplatz oder einen Trampolin-Park nachgedacht, der primär Jugendliche zum Sport animieren solle. „Mit dieser Entscheidung möchte ich mir allerdings Zeit lassen.

Wir wollen nicht in Konkurrenz zu der Tennishalle nebenan treten“, so Brodde. Dort sei zurzeit nämlich auch ein Indoor-Park im Gespräch: nicht nur temporär im Sommer, sondern ganzjährig.

Ganz allein um alles kümmern muss sich Martin Brodde aber nicht. Sämtliche Parteien und Vereine, darunter auch „Wir in Weddinghofen“, haben ihm bereits ihre Unterstützung zugesagt. Außerdem wird die Stadt in den kommenden fünf Jahren Starthilfe leisten, indem sie sowohl den dortigen Schul- als auch den Vereinssport finanziert. Anja Lenz von „Wir in Weddinghofen“ war jedenfalls optimistisch: „Wir sind froh, die Bärinnen dank Martin Brodde weiterhin anfeuern oder selbst ein paar Runden Schlittschuh laufen zu können.“

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