Schritte zählen für das Gemeinschaftsgefühl

Willy-Brandt-Gesamtschule in Bergkamen fordert Schüler heraus

Willy-Brandt-Gesamtschule in Bergkamen: Schulleiterin Jennifer Lach, Ganztagskoordinator Onur Karaosman und Lehrerin Kerstin Vulpius (von links)
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Schulleiterin Jennifer Lach, Ganztagskoordinator Onur Karaosman und Lehrerin Kerstin Vulpius (von links) wollen die Schüler zu mehr Bewegung motivieren.

Bergkamen – Aufgaben bekommen, Aufgaben erledigen, Lösungen präsentieren: All das passiert seit Dezember an westfälischen Schulen nur online. Um aus dem schnöden Schulalltag in Corona-Zeiten auszubrechen, setzt die Willy-Brandt-Gesamtschule seit dieser Woche auf eine Sport-Challenge namens „Denk an dich – Stay fit and strong“.

„Es gilt, Schritte zu zählen“, erklärt Ganztagskoordinator Onur Karaosman. Noch ist das Padlet, eine virtuelle Tafel, bar jedes Eintrags. „Wir haben die Challenge aber auch erst am Donnerstag in unsere Schüler-News gestellt“, erklärt Schulleiterin Dr. Jennifer Lach. Die Aufgabe, Schritte zu zählen, soll ein „Testballon“ sein. Wenn die erste Challenge ankommt, plant das Kollegium weitere. „Zum Beispiel etwas Kreatives, Basteln vielleicht oder eine Aufgabe aus dem Bereich Hauswirtschaft“, führt Lach aus. „Oder die Schüler können sich mit dem Namen unserer Schule befassen und vielleicht ein Schullogo entwickeln.“

Eine Differenzierung nach den Interessen der Jahrgangsstufen sei denkbar. Die Lehrerschaft der Gesamtschule sei einfallsreich. Und sie wolle den Kontakt zu den Schülern nicht nur über den Unterricht halten. Es sei wichtig, das Gemeinschaftsgefühl wieder zu erwecken.

„Wir haben ja ein ganz anderes Verständnis vom Lernen“, erklärt Lach weiter. „Unser Konzept an der Schule basiert schließlich auf einem ganzheitlichen Ansatz.“ Neben diesem Erfahren, Erleben und Ausprobieren geht es beim „Schritte zählen“ schlicht um die Bewegung. „Viele Eltern beklagen sich über zu wenig Bewegung ihrer Kinder“, erzählt Karaosman. Diese würden zum Beispiel lange im Bett bleiben. Der Sportunterricht liege im Moment brach, ergänzt Fachlehrerin Kerstin Vulpius.

Wettbewerb soll motivieren

Und diese Möglichkeit der Challenge sei niederschwellig. Das Padlet muss nicht installiert werden, es ist Browser basiert. Die Schüler könnten die Ergebnisse sofort über den Schulserver Iserv posten. „Es ist ein sehr interaktives Format.“ Die Ergebnisse auf dem Padlet würden vielleicht reizen, es dem Klassenkameraden gleich zu tun oder ihn gar zu übertreffen.

Gute Erfahrungen hätte die Schule schon im Rahmen des Projektes „Lernen im Ganztag“ (Liga) gemacht, weiß Vulpius. Das Landesprogramm schuf über sogenannte Move-Karten Bewegungsanreize in den kurzen Pausen. „Die Wahrnehmung im Kollegium war, dass wir motivieren müssen“, ergänzt Lach. Am besten ginge das eben mit einem solchen Wettbewerbsformat. „Das ist übrigens für alle offen“, so Lach. Schüler könnten zum Beispiel ihre Lehrer herausfordern. „Auch ein Wettbewerb Schule gegen Presse sei möglich“, fordert sie heraus.

„10000 Schritte“, legt die Direktorin vor, inoffiziell, nicht eingetragen auf Padlet. „Ich war mit einer Freundin am Dienstag im Rombergpark spazieren.“ Die Eltern seien ebenfalls eingeladen, das Projekt aktiv zu unterstützen. Padlet bietet neben der aktuellen Challenge noch andere Workouts. „Eins von Christiano Ronaldo. Der ist bei unseren Schülern ja sehr populär“, sagt Karaosman. Und eher als Gag gemeint, setzte er einen 80er-Jahre- Youtube-Clip mit Aerobic auf die Schulseite.

Eins bleibt an der Gesamtschule bisher außen vor: Der Internethype Jerusalema wurde noch nicht einstudiert. „Aber wir haben eine Hip-Hop-Kollegin, die scharrt schon mit den Hufen“, so Vulpius.

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