Besuch auf Hof Middendorf

Im Einsatz für die Natur: Gesamtschüler bauen Mäuseburg für den Steinkauz

Die Schüler bauten unter anderem eine Mäuseburg. Die Nager sollen das Nahrungsangebot für den Steinkauz vergrößern.
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Die Schüler bauten unter anderem eine Mäuseburg. Die Nager sollen das Nahrungsangebot für den Steinkauz vergrößern.

Akkuschrauber statt Mathebuch: Für einen Tag tauschte die Klasse 8a der Willy-Brandt-Gesamtschule Bergkamen das Klassenzimmer gegen den Hof Middendorf. Im Rahmen des Projekts „Rettet den Steinkauz“ zimmerten die Schüler dort unter anderem eine Mäuseburg.

Bergkamen – Der Lernausflug ist Teil des Nachhaltigkeitsprojekts, das die Gesamtschule im Rahmen eines Erasmusprogramms durchführt. „Im vergangenen Halbjahr haben die Schüler sich im Biologieunterricht ganz viel mit Ökologie beschäftigt“, erzählte Referendarin Lena Gedigk.

Dabei erfuhren sie unter anderem, welche Zusammenhänge in den Ökosystemen bestehen und dass der Steinkauz auf der roten Liste steht. Da ein Steinkauzpaar auf dem Hof Middendorf lebt, sei mit dem ehemaligen Gesamtschullehrer Reinhard Middendorf, der auch Vorsitzender der Kreisjägerschaft ist, die Idee für den Projekttag entstanden, so Gedigk.

Gastgeber Reinhard Middendorf (links) erklärte den Schülern Wissenswertes über den Steinkauz.

Und so streiften Sarah Spreckelmeyer (13), Victoria Mohr, Sarah Garbas, Leonie Galbarsch (alle 14) und Mustafa Can Yildiz (15) am Dienstag neugierig über den Hof in Overberge. „Wir sind auf der Suche nach Nistkästen“, erzählte Sarah Spreckelmeyer. Die Gruppe hatte zuvor schon von Middendorf einen Einblick in die Flora des Anwesens bekommen. „Er hat uns zum Beispiel erklärt, welche Bäume hier wachsen.“ Dazu, zählten die Fünf auf, gehörten unter anderem Apfel- und Birnenbäume.

Eine weitere Station, an der die Gruppe schon Halt gemacht hatte, war die rollende Waldschule. Dort nahmen die Jugendlichen unter anderem den – präparierten – Steinkauz in Augenschein, für dessen lebende Verwandtschaft sie zu Holz und Werkzeug griffen, um eine sogenannte Mäuseburg zu zimmern.

„Das ist ein richtig tolles Wohnheim für die Mäuse“

„Darauf freue ich mich am meisten“, erzählte Victoria Mohr. Für den Moment hieß es aber, mit offenen Augen über den Hof zu streifen und Nistkästen zu suchen und zu fotografieren. „15 Stück haben wir schon gefunden“, berichtete die Truppe. Die Nistkästen seien ganz verschieden, hätten mal größere und mal kleinere Eingänge, mal ein „Trittbrett“ vor dem Eingang, mal nicht.

Der lang gestreckte Nistkasten für das Steinkauzpaar hängt direkt über der Mäuseburg, die die Schüler am Dienstag mit zwei Helfer und finanziell unterstützt vom Hegering errichteten. Aus Holz, einem Metallgitter, Winkeln und Schrauben entstand so nach und nach eine Heimat für Mäuse. Alte Steine und Stroh komplettieren die Unterkunft für die Nager. „Das ist ein richtig tolles Wohnheim für die Mäuse“, prophezeite Middendorf. Im Winter wird sich die Taktik allerdings ändern.

Ich finde es toll, dass junge Menschen sich um das Klima kümmern und auf die Straße gehen. Aber ich möchte ihnen zeigen, dass sie auch ganz konkret vor Ort etwas tun können.

Gastgeber Reinhard Middendorf

„Da füttern die Schüler die Mäuse dann nicht mehr in der Mäuseburg, sondern außerhalb davon“, erklärte Middendorf. So locken sie die Nager ins Freie und sorgen so für ein größeres Nahrungsangebot für den Steinkauz und andere nachtaktive Jäger wie etwa die Schleiereule.

Die Einladung auf den Hof hat für Middendorf neben der Hilfe für den Steinkauz noch einen anderen Hintergrund. „Ich finde es toll, dass junge Menschen sich um das Klima kümmern und auf die Straße gehen. Aber ich möchte ihnen zeigen, dass sie auch ganz konkret vor Ort etwas tun können“, sagte er.

Bei den Achtklässlern kam der Aktionstag jedenfalls gut an. „Es ist total schön hier“, fand Sarah Spreckelmeyer. Zustimmung gab es sofort von Victoria Mohr und Sarah Garbas: „Es ist interessant und richtig spannend.“

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