Wertvolles Fundstück bald wieder im Museum

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Die Münze aus der Römerzeit.

Bergkamen - Immer wieder wurden in Bergkamen Fundstücke zu Tage gefördert, die die Archäologen entzückten. Kein Wunder, denn sie geben Aufschluss über das, was in den vergangenen Jahrtausenden in der Region so los war – nicht nur zu Römerzeiten. Ein besonderes Stück, eine „Phalera“, kehrt nun an den angestammten Platz im Museum zurück.

Dabei handelt sich um eine Münze aus der Zeit der römischen Besatzung zwischen 11 und 7 v. Chr., von Fachleuten wird diese Zeit „Oberadener Horizont“ genannt. „Diese Phalera war Leihgabe für die Sonderausstellung in Haltern“, so Museumsleiter Mark Schrader, der das gute Stück am Freitag wieder in Empfang nehmen wird.

Möglicherweise ein Talisman

Die silberne Scheibe in der Größe des früheren Fünf-Mark-Stückes ist vergoldet und zeigt vermutlich einen Panther. „Der war bei den Thrakern ein heiliges Tier“, sagt Schrader. Möglicherweise diente die Münze einem thrakischen Auxiliar (Hilfssoldaten) als Talisman. Gefunden wurde sie im Übrigen in den 60er Jahren bei Arbeiten an der Burgschule. Und da dort weitere archäologische Schätze im Erdreich lagern könnten, werden die Experten ein waches Auge auf die Bodenarbeiten richten, die möglicherweise im Zuge des Ausbaues zur Grundschule dort vorgenommen werden. 

Umbau in der Römerausstellung 

Um den Fund gebührend zu präsentieren, wird die Römer-Ausstellung im 2. Obergeschoß verbessert. Vitrinen werden verschoben und der ein oder andere Fund bekommt einen neuen Platz. Dieses archäologische Highlight solle sofort im Blickpunkt der Besucher stehen, so der Museumsleiter. Derzeit sind die Arbeiten in vollem Gange. In der kommenden Woche ist das Museum aus diesem Grund geschlossen. Geöffnet wird dann wieder am 28. November. Neben der Phalera hofft Marc Schrader Besuchern weitere besondere Fundstücke zeigen zu können, unter anderem diejenigen, die beim Bau des Logistikparkes A2 gefunden wurden. Um diese Stücke aus dem frühen Mittelalter zu präsentieren, ist der Einbau einer Klimakammer notwendig. 

Klebstoff auf 13000 Jahre alter Speerspitze 

Weitere Prachtexemplare aus Bergkamen befinden sich an anderen Orten. Für Aufsehen sorgte vor ein paar Wochen eine steinzeitliche Speerspitze in der Sammlung des Gustav-Lübcke Museums in Hamm, auf der Experten den ältesten Klebstoff der Welt auf Basis von Bienenwachs nachweisen konnten. Die circa 13000 Jahre alte Speerspitze wurde in den 1930er Jahren in Oberaden bei Flussbegradigungen der Seseke und des Kuhbaches gefunden.

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