Vielleicht die letzte Saison

Wellenfreibad in Bergkamen wird gereinigt: Wenn möglich, schnelle Öffnung

Mit dem Schrubber in die Rutsche: Mehrere Wochen dauert es, bis das gesamte Wellenfreibad in Weddinghofen aus dem Winterschlaf geholt ist. Die Gemeinschaftsstadtwerke wollen wie in jedem Jahr Anfang Mai startklar sein.
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Mit dem Schrubber in die Rutsche: Mehrere Wochen dauert es, bis das gesamte Wellenfreibad in Weddinghofen aus dem Winterschlaf geholt ist. Die Gemeinschaftsstadtwerke wollen wie in jedem Jahr Anfang Mai startklar sein.

Die GSW wollen schnell reagieren können, falls die Corona-Pandemie Lockerungen erlaubt und Sportstätten wieder im größeren Stil öffnen können. So haben die Mitarbeiter des Bädermanagements wie üblich um diese Jahreszeit damit begonnen, das Wellenfreibad in Weddinghofen betriebsbereit zu machen. Es könnte dessen Abschlusssaison sein.

Bergkamen – Große Hoffnungen auf einen raschen Schwimmstart gebe es angesichts der aktuellen Entwicklung nicht, sagt GSW-Centerleiter Marcus Müller. Schon 2020 hat das Virus die Freibad-Bilanz der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) Kamen, Bönen, Bergkamen verhagelt. Das Bergkamener Bad zählte gerade einmal 12.300 Gäste, üblich sind pro Saison im Schnitt etwa 40.000.

Hinzu kam das Ärgernis, dass potenzielle Besucher Termine buchten, aber dann gar nicht erschienen. Dem soll in diesem Jahr, sollte es zur Öffnung kommen, ein Riegel vorgeschoben werden. „Es wird wahrscheinlich so sein, dass schon bei der Terminvergabe das Eintrittsgeld bezahlt werden muss“, kündigt Müller an.

Frühjahrsputz im Wellenbad

Wellenbad
Wellenbad
Wellenbad
Wellenbad
Frühjahrsputz im Wellenbad

Wasser ab- und einlassen, chloren, Becken reinigen, Technik warten, Fliesen ausbessern, Grünanlagen auf Vordermann bringen, Umkleiden säubern: Vier bis sechs Wochen dauert es laut Müller, ein Freibad „auszuwintern“. Nur im Stand-by-Modus könne in der Pandemie flexibel reagiert werden. „Üblicherweise planen wir die Abläufe so, dass wir Anfang Mai öffnen könnten, zumeist dauert es dann – je nach Wetterlage – bis zur Mitte des Monats.“

Apropos Wetter: Angesichts der jüngsten Schneefälle und teils noch kalter Nächte ist der Sommer gefühlt noch weit weg und der Frühling hat noch gar nicht richtig begonnen. Dennoch: Der viele Rasen im Wellenfreibad sprießt bereits und wird schon ein erstes Mal geschnitten. Darum und um die Pflege der gesamten Grünanlagen kümmert sich im Auftrag der GSW das evangelische Perthes-Werk.

Neues Sprungbrett für den „Einer“

Derweil haben die eigenen Mitarbeiter bereits das Wellenbecken startklar gemacht. „Da ist aber erst Flüssigchlor drin, die Chlorgasanlage nehmen wir am Freitag in Betrieb“, erläutert Müller. Das Mehrzweckbecken, in dem sich über den Winter hinweg Enten tummelten, wird gerade abgepumpt, um es zu reinigen. Später folgt die Wiederbefüllung.

Parallel muss der Fliesenleger aktiv werden. Im Laufe des Winters haben sich vor allem am Beckenkopf zahlreiche Kacheln gelöst. „Diesmal sogar mehr als üblich“, sagt Müller. Dafür habe es im Kamener Freibad weniger Frostschäden gegeben.

Zu den üblichen Frühjahrsarbeiten zählen auch das Wiederaufstellen von Bänken sowie die Reinigung von Rutsche und Sprungturm. Gute Nachricht für alle Springer: Der „Einer“ wird in diesem Jahr wieder einsatzbereit sein. „Wir haben in Kamen Ersatz für das defekte Brett gefunden und bauen es gerade ein“, sagt Müller.

„Technik ist noch gut in Schuss“

Viel Aufwand wird betrieben, um das Wellenfreibad startklar zu machen. Wird es im Laufe des Sommers geöffnet, dann womöglich nur für wenige Tage oder Wochen. Die könnten dann die letzten überhaupt sein.

Auf dem Schwimmbad-Gelände am Häupenweg soll bekanntlich ein neues Ganzjahresbad errichtet werden. Einen Baubeschluss dazu gibt es noch nicht, wohl aber die Zusage der Stadt Bergkamen, die GSW als Bauherrin mit einem Investitionskostenzuschuss von bis zu 27 Millionen Euro zu unterstützen.

Vielleicht zieht sich der erste Spatenstich bis weit ins Jahr 2022 hinein. Dann wäre die Abschlusssaison für das Wellenfreibad aufgeschoben. „Die Technik hier ist zehn bis 15 Jahre alt und noch gut in Schuss“, sagt Müller.

Hallenbäder geschlossen

Die Hallenbäder der GSW sind unterdessen weiter wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Zwar gibt es nach der aktuellen NRW-Schutzverordnung die Möglichkeiten, Schwimmunterricht in Kleingruppen von bis zu fünf Kindern anzubieten. „Wir haben uns aber dagegen entschieden“, sagt Müller.

Grund sei nicht nur ein hoher Aufwand, weil neben einem Übungsleiter auch immer eine Bäderfachkraft vor Ort sein muss, sondern vor allem die Ungewissheit. „Es ist für alle und besonders für Kinder unbefriedigend, wenn ein Kursus gleich nach Beginn wieder abgebrochen werden müsste.“ Im Herbst, vor dem zweiten Lockdown, sei dies bereits passiert.

Abiturienten ziehen einsam Bahnen

Auch aufseiten der Sportvereine gibt es laut Müller derzeit kein Interesse, die Hallenbäder für Kurse zu nutzen. „Sie möchten auch warten, bis ihre Übungsleiter geimpft sind.“ Und die Schulen in den drei Anteilskommunen hätten zurzeit andere Sorgen, als Schwimmunterricht zu organisieren.

Ein einziges GSW-Hallenbad wird indes doch genutzt: jenes in Kamen-Methler. Es steht zwei Oberstufenschülern mit Leistungskurs Sport zur Verfügung, die sich schwimmend auf ihr Abitur vorbereiten. Ab und zu schauen auch zwei GSW-Azubis vorbei. Sie führen im Zuge ihrer Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe Rettungsübungen durch oder trainieren ihre Ausdauer.

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