Beliebter Treffpunkt am Häupenweg

Wellenbad-Parkplatz regelmäßig mit Müll übersät - Polizei: „Kein Autoposer-Hotspot“

Der Parkplatz am Häupenweg in Bergkamen-Weddinghofen ist beliebter Treffpunkt motorisierter Menschen. Am Morgen danach liegt oft reichlich Müll auf der Fläche.
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Der Parkplatz am Häupenweg ist beliebter Treffpunkt motorisierter Menschen. Am Morgen danach liegt oft reichlich Müll auf der Fläche.

Menschen fahren mit ihren Autos auf öffentliche Parkplätze, um sich dort zu treffen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Das ist erlaubt. Auch abends oder nachts. Unschön nur, wenn dabei durch lärmende Musik oder aufheulende Motoren Anwohner gestört werden oder am Ende haufenweise Müll liegen bleibt – wie jüngst wieder am Häupenweg in Weddinghofen.

Bergkamen – Wer dort tags drauf auf den Wellenbad-Parkplatz einbog, wähnte sich womöglich auf einer Müllkippe. Viele Ecken waren übersät mit Fast-Food-Packungen, die aus Fahrzeugen geworfen wurden, und leeren Flaschen, die einfach zurückgelassen wurden. Angesichts der beachtlichen Abfallmenge bekam man den Eindruck, hier habe eine große Party stattgefunden.

Stadt ist das Problem bekannt

Laut Christine Busch, Bergkamens Dezernentin für Ordnungsangelegenheiten, nutzen junge motorisierte Menschen die Wellenbad-Fläche mal mehr, mal weniger als Treffpunkt. Derzeit sei dies wieder häufiger der Fall – wohl wegen des sommerlichen Wetters und dem aufgestauten Wunsch, sich nach Abflauen der Corona-Pandemie wieder auszutauschen.

Gegen solche Treffen sei im Grund auch nichts einzuwenden, betont Busch. „Wir können den Platz ja nicht absperren.“ Besagte Begleiterscheinungen seien aber auch ihr ein Dorn im Auge.

Auch andere Flächen betroffen

Das Ordnungsamt schaue am Häupenweg regelmäßig nach dem Rechten, berichtet Busch – alleine oder im Rahmen der Ordnungspartnerschaft mit der Polizei. Zuletzt hätten sich die dabei Angesprochenen einsichtig gezeigt, sogar einen Müllsack vorgezeigt, mit dem sie ihren Abfall wieder mit nach Hause nehmen wollten. Am Ende sei der Platz dennoch stark verunreinigt gewesen.

Die Problematik mit achtlos Weggeworfenem gebe es allerdings nicht nur am Häupenweg, schildert Busch. Auch auf den Spazierwegen im Stadtgebiet lande seit Corona mehr Müll als sonst. Der Baubetriebshof habe bereits auf die veränderte Situation reagiert und verkürze die Reinigungsintervalle. Überdies werde teils auch samstags gearbeitet, zugleich sei der Aufbau einer weiteren Reinigungskolonne geplant.

Wall-Raser zu Gast in Bergkamen?

Den Wellenbad-Parkplatz hat derweil auch die Polizei auf dem Schirm. „Weil’s seit Anfang des Jahres immer wieder Beschwerden über Ruhestörungen gibt“, sagt Behördensprecher Christian Stein. Auch außerhalb der Ordnungspartnerschaft und unabhängig der üblichen Streifenfahrten durch die Bezirksbeamten nehme man die Fläche in den Blick, stelle teils auch Verstöße fest. „Einen Hotspot der Autoposer-Szene haben es hier nach unseren Erkenntnissen aber nicht“, betont Stein. Das ist auch Buschs Eindruck: „Die Sache ist zumindest insoweit im Griff, als dass vor Ort zum Beispiel keine gefährlichen Autorennen stattfinden.“

Allerdings: Mitte Februar horchte die Polizei auf. Damals, in einer Nacht zu Sonntag, lagen Hinweise vor, dass einzelne Wall-Raser aus Dortmund in Bergkamen vorbeischauen wollten. „Wir haben nachts um 2.45 Uhr dann auch wirklich Autofahrer auf dem Wellenbad-Parkplatz angetroffen“, berichtet Stein. Diese hätten sich bei der Personenkontrolle aber kooperativ verhalten und seien der Aufforderung, den Platz zu verlassen, gefolgt. Ein Platzverweis sei als vorübergehende polizeiliche Maßnahme ausgesprochen worden, um Gefahren für die öffentliche Ordnung abzuwehren.

Dritte Reinigungskolonne: Politik entscheidet

Laut Stefan Mazur, dem stellvertretenden Leiter des Baubetriebshofs, gibt es derzeit zwei städtische Reinigungskolonnen, die von einer weiteren Kolonne der Werkstatt Unna unterstützt werden. Eine dritte Gruppe mit zunächst drei Kräften ist geplant. „Da muss aber noch die Politik zustimmen“, sagt Mazur; schließlich gehe es um die Schaffung neuer Planstellen und damit um zusätzliche Ausgaben. Vermutlich noch vor den Sommerferien werde das Thema im Betriebsausschuss aufgerufen.

Der Wellenbad-Parkplatz wird aktuell zweimal in der Woche gereinigt, montags und freitags. Alle 14 Tage kommt zusätzlich eine große Kehrmaschine, regelmäßig wird auch Unkraut beseitigt. Bei den Einsätzen leeren die Bauhof-Mitarbeiter auch die acht Mülltonnen in dem Bereich. Allerdings werden diese längst nicht von allen Besuchern genutzt. „Wir könnten dort auch 50 Papierkörbe aufstellen, es wird dennoch immer was daneben- oder einfach weggeworfen“, weiß Mazur aus Erfahrung. Dass öffentliche Anlagen verdreckt würden, sei schon „normal“.

Mehr Abfall als früher – auch auf Plätzen und Wegen

An Samstagen sind die Bauhof-Mitarbeiter seit rund eineinhalb Jahren unterwegs. Bereiche mit höchster Reinigungsfrequenz seien unter anderem der Wasserpark und der Busbahnhof. In der Corona-Pandemie habe sich nicht nur das Aufkommen von Müll aus Haushalten erhöht, auch im öffentlichen Raum lande heutzutage mehr Abfall als früher, berichtet Mazur.

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