Baubeginn fürs Pued noch nicht klar

So soll das Hauptgebäude von „Partner unter einem Dach“ (PueD) einmal aussehen.

Bergkamen - In Sachen PueD haben Politik und Verwaltung seit mehr als zwei Jahren einen langen Atem und eine Engelsgeduld mit dem Investor bewiesen. Doch inzwischen ist der Geduldsfaden an manchen Stellen überdehnt. Dass er bald reißen könnte, machte die Politik dem PueD-Geschäftsführer im Jugendhilfeausschuss am Dienstagnachmittag mehr als deutlich.

Das PueD soll in Weddinghofen auf dem ehemaligen Kuckuck-Gelände entstehen und neben einem Ärztehaus und anderen gesundheitsfördernden Einrichtungen auch Seniorenwohnungen und einen Kindergarten beherbergen. Gerade Letzterer wird dringend benötigt. Doch wann am PueD Baubeginn ist, konnte Geschäftsführer Dirk Grünhagen den Ausschussmitgliedern nicht sagen. „Wir könnten in vier Wochen beginnen“, sagte Grünhagen zwar – doch der Ausgangspunkt dieser vier Wochen ist erst dann erreicht, wenn alle Mietverträge unterschrieben sind und die Investoren daraufhin die Finanzmittel bereitgestellt haben. Und erst dann kann das PueD bei der Stadt den Bauantrag einreichen.

 „Gespenst“ PueD

„Wir haben aber einen positiven Bauvorbescheid. Das sollte also schnell gehen“, zeigte sich Grünhagen überzeugt. Auf den Rest, so betonte er, habe er keinen Einfluss. Aussagen, die die Ausschussmitglieder nicht in Hochstimmung versetzten. Vom „Gespenst“, gar „Phantom“ PueD war die Rede. Nach wie vor sei man von Projekt und Konzept überzeugt, betonten Politik und Verwaltung unisono. „Aber irgendwann ist unsere Geduld am Ende“, fand Thomas Heinzel (CDU) die deutlichsten Worte.

Man brauche Perspektive

„Irgendwann wurde auch das letzte Versprechen gebrochen.“ Auch den Grünen, so sagte Harald Sparringa, sei es in der Vergangenheit „verdammt schwer gefallen, die Füße still zu halten“, nun brauche man eine Perspektive. Dem Vorwurf, dass es dem PueD wohl egal sei, wann man eröffne, widersprach Grünhagen aber vehement. „Wir haben viel Geld investiert. Wir haben das Grundstück bereits gekauft. Jeder Tag, der verstreicht, ist ein Tag mehr ohne Einnahmen.“

90 Prozent der Mietverträge sind unterzeichnet

Dennoch nehme er den Inhalt der gehörten Äußerungen mit. „Ich kann es aber nicht ändern“, erklärte er. „Fast alle Mietverträge unterzeichnet“ Bei den Geldgebern, so sagte er, habe man viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Man wolle hier 18 Millionen Euro investieren, aber mit Blick auf die vom Strukturwandel schwer gebeutelte Stadt Bergkamen, ihre Lage und das gesamte Umfeld hätten viele Banken einen Rückzieher gemacht. Nichtsdestotrotz habe man nun aber Geldgeber gefunden, die das Projekt finanzierten, wenn ausreichend Mietverträge vorlägen. „90 Prozent der Mietverträge sind unterzeichnet und wir gehen davon aus, dass auch der letzte noch fehlende Vertrag schnell unterzeichnet werden kann“, sagte Grünhagen. „Wenn er noch in diesem Monat kommt, dann wird es auch noch in diesem Jahr den Baustart geben.“

Da würde man sich in Bergkamen „wie Bolle freuen“, sagte Ausschussvorsitzender Thomas Semmelmann, „wenn wir in zwei bis drei Monaten eine Schippe Sand bekommen und Spatenstich feiern“. Doch bis es so weit ist, wird man in Bergkamen hörbar mit den Zähnen knirschen und sich nur schwer in Geduld üben. „Wir stehen weiter hinter dem Projekt“, betonte Julian Deuse von der SPD, der „die Drohung der Entziehung der Unterstützung nicht so im Raum stehen lassen“ wollte, „aber unsere Not ist einfach da. Die Kita ist eine Notwendigkeit.“

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