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Wegen zu lauter Musik: Mann attackiert Hausmeister und wirft Farbeimer um

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Von: Jana Peuckert

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Farbeimer Maler Pinsel
Der Mann warf auch einen Farbeimer um. © Maurizio Gambarini

Weil ein Hausmeister beim Renovieren zu laut Musik hörte, kam es zum Streit mit einem Mann aus Bergkamen. Mit 2,3 Promille Alkohol im Blut ging der Mann auf den Hausmeister los. Das hatte nun Folgen.

Bergkamen – Im Rahmen seiner Tätigkeit als Hausmeister renovierte ein 42 Jahre alter Mann aus Unna am 9. Februar in einem Mehrfamilienhaus in Bergkamen den Flur. Dabei hörte er Musik. Davon gestörte, forderte ein Bewohner den Mann auf, das Radio leiser zu stellen.

Das tat der Hausmeister auch, dem 43-Jährigen reichte das aber nicht. Es gab ein Wortgefecht. Dieses eskalierte, als der Bergkamener mit 2,3 Promille Alkohol im Blut auf den Hausmeister zuging. Er schubste ihn, rammte ihm das Knie in die Hüfte und warf den Farbeimer um. Es kam zur Anzeige wegen Körperverletzung und zum Prozess im Amtsgericht Kamen.

„Ich kann mich ja nicht einfach treten lassen“

An einen Streit mit dem Hausmeister konnte sich der Angeklagte noch erinnern. Und auch, dass er gegen den Farbeimer getreten hatte. Aber ob er den Hausmeister direkt körperlich angegriffen hatte, daran hat der Mann keine Erinnerung mehr. Er wisse aber noch, so der 43-Jährige, dass ihn der Mann mit den Worten „Du kannst ja schon mal eine neue Wohnung suchen“ provoziert habe.

Der Hausmeister, der als Zeuge geladen war, gab zu, diesen Satz geäußert zu haben. Allerdings erst, nachdem ihn der Angeklagte angegriffen hatte. Zwar seien keine Verletzungen nach dem Stoß mit dem Knie zurückgeblieben, dennoch habe er Anzeige bei der Polizei erstattet. „Ich kann mich ja nicht einfach treten lassen“, erklärte der Hausmeister.

Alkoholtherapie abgebrochen

Nach dem Vorfall sei er nicht mehr in dem Haus eingesetzt worden, um weiteren Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen. Und so hatte der Angeklagte auch keine Gelegenheit, sich zu entschuldigen. Das holte der 43-Jährige im Gerichtssaal nach. Der Zeuge nahm die Entschuldigung an.

Der Bergkamener war in der Vergangenheit schon öfter strafrechtlich in Erscheinung getreten. Mehr als zwei Jahre saß der Mann bereits im Gefängnis. Der Richter konfrontierte den Angeklagten damit, dass dieser offenbar ein ernstes Alkoholproblem habe. Der 43-Jährige gab daraufhin zu, eine Therapie abgebrochen zu haben. Er bemühe sich aber um einen neuen Platz.

Am Ende lautete das Urteil 700 Euro Geldstrafe wegen Körperverletzung. „Sehen Sie zu, dass wir uns hier nicht wiedersehen“, gibt der Richter dem Bergkamener noch mit auf den Weg. „Auf gar keinen Fall“, verspricht der 43-Jährige.

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