Wegen der L821n: Neuer Kreisverkehr geplant

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An der Ecke Goekenheide/Lünener Straße soll ein Kreisverkehr entstehen.

Bergkamen – Der Bau der L821n hat weitreichende Folgen für das Bergkamener Straßennetz – und damit einhergehende weitere, bisher unbekannte Baumaßnahmen. 

So soll an der heutigen Mündung der Goekenheide in die Lünener Straße (alte B61) ein weiterer Kreisverkehr gebaut werden und damit in unmittelbarer Nachbarschaft des fünfarmigen, im Bau befindlichen Kreisels, der die L821n anbinden wird. So wünscht es sich zumindest die Stadt Bergkamen.

Gemeinsam mit Straßen.NRW und dem Kreis Unna als weitere Straßenbaulastträger hat sich die Stadt auf ein Konzept für ein künftiges Straßennetz im Bergkamener Süden geeinigt, das nun auch die breite Zustimmung des Rates fand. 

Abstufuungssystem war Bedingung der SPD

Lediglich BergAuf stimmte dagegen. Nach dem Bau der L821n soll die L664 (Kampstraße/Schulstraße/Töddinghauser Straße und Landwehrstraße bis zur Einmündung der Werner Straße) zur Gemeindestraße werden, die Goekenheide zur Kreisstraße K9. Die Jahnstraße in Oberaden wird zwischen Lünener Straße und Kreisverkehr Erich-Ollenhauer-Straße/Rotherbachstraße zur Gemeindestraße, im weiteren Verlauf bleibt sie die L821. 

Um die neue L821 jedoch durchgängig führen zu können, muss auch das Stück der Erich-Ollenhauer-Straße (heutige Kreisstraße 16) zwischen Schlenke und Kreisverkehr an der Jahnstraße zur L821 werden. 

Ein Abstufungssystem, das die SPD an ihr „Ja“ zu L821n geknüpft hatte, während die CDU im Vertrauen auf entsprechende Maßnahme uneingeschränkt zum L821n-Bau gestanden hatte. Tatsachen, die im Rat nochmals für heftige Diskussionen sorgten – und auch die Grünen wollten im Protokoll festgehalten wissen, dass sie zwar für das Abstufungskonzept sind, aber nach wie vor gegen den Neubau der Umgehungsstraße. 

Zweite Zufahrt für das "Erdbeerfeld"

Von „Nebelkerzen“, „Augenwischerei“ und „Geplänkel“ war im politischen Schlagabtausch die Rede – und auch die Befangenheitsvorwürfe der Grünen gegen CDU-und FDP-Ratsmitglieder kamen nochmals aufs Tableau. Alles Hinweise, wie umstritten die Straße selbst im Stadtrat noch immer ist. „Ja, unsere Fraktion ist gespalten“, gestand sogar SPD-Chef Bernd Schäfer so offen wie selten ein, als ihn CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Heinzel wieder einmal mit der Erinnerung an die geheime Abstimmung im Rat herausforderte. 

Die Konsequenzen, die die Umwidmung der Straßen jedoch haben werden, wurden im Rat jedoch nicht angesprochen. „Darüber haben wir in den Fachausschüssen intensiv diskutiert“, erläuterte Bernd Schäfer den Ratsmitgliedern. Und zwar möchte die Stadt diverse Dinge berücksichtigt haben: So soll die Erschließung des neuen Baugebiets auf der als „Erdbeerfeld“ bekannten Fläche zwischen Hermann-Stehr- und Jahnstraße ohne Kreuzungsvereinbarung eine zweite Zufahrt von der Jahnstraße aus erhalten. 

Und auch am Lückenschluss des Radwegenetzes im Bereich der nördlichen Seite der Goekenheide soll festgehalten werden. Dazu gäbe es bereits Planungen und das Projekt stünde derzeit auf Rang 18 der Priorisierungsliste von Straßen.NRW, hieß es. 

Aus der Goekenheide wird eine Kreisstraße

Für Autofahrer belastend wird jedoch die Umwandlung der Goekenheide in eine Kreisstraße – denn Stadt und Kreis haben sich in bilateralen Gesprächen darauf verständigt, dass die Buckenstraße als heutige Kreisstraße dann zu einer Gemeindestraße zurückgestuft werden könne. Weil die Straßenbaulastträger davon ausgehen, dass ein Teil des Verkehrs dann die Goekenheide nutzen wird, müsste die Kreuzung von Buckenstraße, Langem Kamp und Lünener Straße im Bereich der A2-Autobahnauffahrt nicht verändert werden. 

Der heutige Ausbau entspräche dann der künftigen Bedeutung. Um den dann stärker frequentierten Mündungsbereich der Goekenheide in die Lünener Straße zu entschärfen, ist dort der Bau eines Kreisverkehrs geplant. 

Und was Bauarbeiten an dieser Stelle für Auswirkungen haben werden, lässt der aktuelle Bau des dann benachbarten Kreisverkehrs für die L821n schon heute erahnen. 

Eine Bewertung des baulichen Zustands der Straßen steht noch aus, ist jedoch Basis für die Verhandlungen und die Umstufungsvereinbarung, denn dazu müssen auch finanzielle Regelungen getroffen werden. Die entsprechenden Verhandlungen soll die Verwaltung nun aufnehmen.

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