Flucht bleibt trotz niedriger Zahlen ein großes Thema

Wegen Corona: Zahlen der zugewiesenen Flüchtlinge brechen in Bergkamen ein

2015 in Julbach, Österreich: Flüchtlinge aus Syrien auf dem Weg zur deutschen Grenze.
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Dass wegen Corona die Grenzen geschlossen wurden, hat Auswirkungen auf die zugewiesenen Flüchtlinge in Bergkamen

Die Bilder von vor Armut, Krieg und Verfolgung fliehenden Menschen waren auch 2020 überall zu sehen. Dennoch werden viel weniger Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt, so auch in Bergkamen. Die Abschottung der Länder wegen Corona liegt der Grund dafür.

Bergkamen – Keine einzige reguläre Zuweisung von Flüchtlingen hat es im vergangenen Jahr in Bergkamen gegeben. Der Grund sei die Corona-Pandemie, erläuterte Dezernentin Christine Busch in der Sitzung des Ausschusses Arbeit und Soziales am Mittwochabend in der Römerberghalle.

„Es sind nicht weniger Menschen auf der Flucht, aber was tatsächlich in Europa, in Deutschland, in NRW und damit bei uns ankommt, ist erheblich geringer“, stellte Busch klar, dass sich das Problem nicht gelöst habe, sondern die Fluchtmöglichkeiten zurückgegangen sind. Um die Ausweitung des Virus und ein Übergreifen auf verschiedene Länder zu verhindern, wurden 2020 Grenzen geschlossen, wie das vorher lange nicht der Fall war.

Lediglich aufgrund von Eheschließungen beziehungsweise der gemeinsamen elterlichen Sorge bei Kindern gab es elf Zuweisungen nach Bergkamen. Hierbei wird ein eigenständiges Asylverfahren betrieben. Wohnraum musste seitens der Verwaltung in keinem der Fälle bereitgestellt werden.

Zahlen von 2015 wurden nicht wieder erreicht

Im Vergleich zu den Vorjahren wird der Einbruch der Zahlen deutlich. 2019 wurden der Stadt nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz 99 Menschen zugewiesen, ein Jahr zuvor 84. 2017 gab es mit 195 einen Ausreißer noch oben, weil das Land eine Korrektur für anrechnungsfähige Personen vorgenommen hatte, die eine Lücke für Bergkamen feststellte, sodass allein im Januar 112 Flüchtlinge zugewiesen wurde. 2016 waren es nur 49 Personen. 2015, im Jahr der Flüchtlingskrise, waren es zehnmal so viele (498). Dabei stachen die Monate August mit 112 und September mit 126 heraus.

Zu versorgen hatte die Stadt 2019 auf ihrem Gebiet 274 Menschen. Die Zahl sank im Vorjahr auf 199. Die Situation in den Unterkünften werde allerdings den pandemie-bedingten Ansprüchen an Hygiene- und Abstandsregeln nicht gerecht, wenn es sich um eine gemeinsame Nutzung von Küche und Bad durch mehrere Personen handelt, heißt es in Vorlage.

Busch möchte an der bisherigen Handhabung festhalten, dass die rechtlichen Möglichkeiten bei der Unterstützung der Flüchtlinge in Zusammenarbeit mit den anderen beteiligten Organisationen soweit wie möglich ausgereizt werden. Besonders für Personen, deren Aufenthaltungsstatus noch ungeklärt ist, gelte das. Als Beispiel nannte die Dezernentin den Deutschunterricht: „Es ist egal, wie der Aufenthaltstatus ist. Wir wollen jedem Menschen Bildung zukommen lassen.“

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