Heftiger Streit im Stadtrat

Wasserstadt Aden: Bodenmanagement wird zum Zankapfel

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560.000 Kubikmeter Böden werden für die Wasserstadt Aden angekarrt.

Bergkamen – Wer dereinst in der Wasserstadt Aden lebt oder arbeitet, will gesunden Boden unter seinen Füßen haben. Den bekomme er auch, heißt es bei der Stadt Bergkamen. Vertreter von BergAuf aber kritisieren, dass im Zuge der aktuellen Erdarbeiten auch Material der Bodenklasse Z2 eingebracht wird.

Das berge zumindest das Risiko einer unerwünschten Verunreinigung in der Zukunft, betont Werner Engelhard, Bürgermeisterkandidat der Partei.

Das Bodenmanagement für die Wasserstadt sorgte am Dienstag in der Ratssitzung für heftigen Streit. Ein aufgebrachter Bürgermeister Roland Schäfer (SPD) warf BergAuf vor, Bergkamens wichtigstes Bauprojekt seit vielen Jahren und nunmehr neuerlich „kaputtreden“ zu wollen. Wer unterstelle, dass vergiftete Böden eingebracht würden, mache „mit Falschaussagen Wahlkampf“. BergAuf-Fraktionschefin Claudia Schewior verwahrte sich empört gegen den Versuch, Mitglieder ihrer Partei als Lügner darzustellen.

Sanierungsplan vom Kreis genehmigt

Z2-Böden beinhalten gegenüber unbelastetem Material (Z0) einen vergleichsweise hohen Anteil von Schadstoffen, müssen aber nicht deponiert werden. Laut Bergkamens Erstem Beigeordneten Dr.-Ing. Hans-Joachim Peters ist ihr Einsatz bei Großprojekten nicht unüblich. Gleichwohl gebe es Auflagen.

Von den 560.000 Kubikmeter Böden, die fürs Modellieren der Wasserstadt samt Adensee angekarrt werden, haben laut Peters 115.000 die Güteklasse Z2. Das Einbringen des Materials geschehe gemäß Sanierungsplan, der öffentlich erörtert und 2015 vom Kreis als übergeordnete Umweltschutzbehörde genehmigt worden sei. Die Einhaltung sämtlicher Prüfwerte werde von einem externen Gutachter überwacht.

„Gegen eine Bebauung auf kontaminierten Böden“

Zu den Auflagen zähle zum Beispiel, dass Z2-Böden nicht dort eingesetzt würden, wo Wohnbebauung geplant sei, so Peters. An anderen Stellen diene es als Untergrundmaterial mit Puffer zum Grundwasser und zur Erdoberfläche. Man könne sich auf ein „schönes gesundes Zuhause“ in der Wasserstadt freuen, so Peters.

Dies zweifelt Engelhard an. Er sei nicht gegen die Wasserstadt, aber „gegen eine Bebauung auf kontaminierten Böden“, sagt er im WA-Gespräch. Dabei verdiene die Stadt durch die Abnahme von Z2-Böden noch nicht einmal so viel Geld, wie sie verdienen könnte, wie er aus nichtöffentlichen Papieren wisse. Letztlich komme dies der RAG Montan Immobilien als ausführender Firma zugute.

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